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Wir sind in Japan - Unser erster Eindruck

Wir verlassen Südafrika mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Auf der einen Seite sind wir traurig, weil Südafrika ein wunderschönes Land ist und wir so viele tolle Dinge erlebt haben. 

4 Wochen sind wir mit unserem kleinen Suzuki Swift unterwegs gewesen und waren fasziniert von der tollen Landschaft, der Tierwelt und den lieben Menschen. Südafrikas Geschichte hat uns bewegt und beschäftigt. 

Auf der anderen Seite waren wir, grade zuletzt in Kapstadt, manches Mal etwas eingeschüchtert und verschreckt. In Kapstadt gibt es so viel Armut und Obdachlosigkeit. So nah haben wir diese schlimmen Schicksale und Probleme in noch keiner anderen Stadt bisher erlebt. Das führte dazu, dass wir uns das eine oder andere Mal zwangsläufig unsicher fühlten. Es war nicht daran zu denken sich im Dunkeln in Kapstadt zu bewegen, das ging nur mit einem Uber Fahrer, der uns von A nach B fuhr. Wir tolerierten diese Einschränkung natürlich.

Aber in Japan fiel uns doch wieder auf, wie schön es ist, sich einfach freier bewegen zu können, zu jeder Tages- und Nachtzeit. 

Nach der tollen Zeit in Südafrika sind wir jetzt einfach bereit für etwas Neues. Neue Kultur, neue Menschen, neue Sprache und neues Essen.

Da passt Japan ja wie die Faust aufs Auge. Japan ist völlig neu für uns und ganz anders als Südafrika, in jeglicher Hinsicht. 

Wir müssen uns umstellen

In Japan müssen wir aber erstmal unseren lieb gewonnenen Luxus ablegen.

Ab jetzt heißt es Gemeinschaftsbäder und Mikro-Zimmer in Hostels, anstatt ganze Airbnb Wohnung. Auch der praktische und komfortable Mietwagen wird gegen überfüllte Züge eingetauscht. Das Tagesbudget ist fast doppelt so hoch. Kamen wir in Südafrika mit 10€ pro Tag für unser Essen locker hin, kostet in Japan ein Gericht schon schnell 10€.

Aber wir sind gerne bereit uns umzustellen, denn die ersten Tagen in Japan haben uns schon völlig begeistert. 

Überfüllter Zug in Tokyo
Traditionelle Matratze in Japan

Die Menschen

Was schon nach ganz kurzer Zeit absolut unser Herz erweicht, sind die wunderbaren Menschen in Japan. Sie sind so hilfsbereit, höflich und freundlich. Man steht nie lange fragend vor einem Stadt- oder Zugplan, schon kommt ein Japaner herbei geeilt um einem mit seinen nicht vorhandenen Englischkenntnissen zu helfen.

Einige Japaner sprechen gutes Englisch, vor allem in den Hostels oder am Flughafen. Aber im Alltag, habe wir viele Japaner getroffen, die kein Englisch sprechen können, sei es im Supermarkt oder im Restaurant. Die Verständigung klappt meist mit Händen und Füßen. Wo wir uns nur jedes Mal drüber schlapp lachen könnten, ist die Beharrlichkeit der Japaner. 

Beispiel: Der Kassierer im Supermarkt sagt etwas auf Japanisch zu uns. Wir verstehen ihn nicht, er wiederholt den Satz, immer und immer wieder. Auch nach der 5. Wiederholung sprechen wir kein Japanisch. Irgendwann lachen wir einfach alle Drei, weil wir ihn nicht verstehen und er es uns nicht anders mitteilen kann. 

Aber selbst das kleinste Wort auf Japanisch bringt die Menschen hier zum Strahlen. Sie werden ganz aufgeregt und freuen sich sehr, daher haben wir uns ein paar japanische Wörter angeeignet: Hallo, Danke, Entschuldigung, 1,2,3. Mit diesen Wörtern und mit Händen und Füßen kommt man schon ganz schön weit. 

Japanisches Eingangstor mit Schriftzeichen. Im Hintergrund Wald

Das Essen

Die japanische Küche ist fantastisch, vielfältig und die ersten paar Gerichte, die wir probiert haben, waren schon sehr vielversprechend.

Direkt am ersten Tag probierten wir Ramen, eines der Nationalgerichte Japans. Einfach gesagt, ist Ramen eine Nudelsuppe. Es gibt sie aber in den verschiedensten Varianten. Mit Fleisch, ohne Fleisch, mit Brühe aus Sojasauce oder fermentierten Bohnen (Miso). Sehr geschmacksintensiv und lecker. Bleiben wir gleich bei den Nudelsuppen. Auch die Udon-Curry-Nudelsuppe konnten wir schon probieren. Udonnudeln sind dickere Nudeln. Zusammen mit Tonkatsu, ein Genuss. Tonkatsu ist eigentlich nichts anderes als Schnitzel. Aber das Fleisch schmeckt ganz anders als in Deutschland. 

Unser Highlight für den schnellen Snack zwischendurch sind definitiv Onigiri. Das sind Reisbällchen mit Füllung, z.B. Thunfisch/Mayo, Lachs, Shrimps und vieles mehr. Im Supermarkt bekommt man die Reispäkchen für 90 Cent. 

In den seltensten Fällen gibt es Menükarten auf Englisch. 

Oft kann das Essen an Automaten bestellt werden. Man bezahlt am Automaten, der spuckt einen Bon aus, den man dann dem Koch gibt. Das kann sehr praktisch sein, wenn auf dem Automaten Bilder der Gerichte abgebildet sind. Man weiß zwar trotzdem nicht was es ist, aber dann sieht es schonmal lecker aus. 

In Japan ist es üblich, dass das Essen der Restaurants im Schaufenster ausgestellt wird. Es gibt mittlerweile einen riesen Markt von Künstlern, die das Essen als Plastikdouble für die Restaurants anfertigen. Dieses "Plastikessen" ist ziemlich teuer, aber meist originalgetreu und sehr gut gemacht. Für uns vereinfacht das Plastikessen oft die Auswahl an Restaurants. 

Ihr merkt, also es ist spannend und ganz anders in Japan. Wir freuen uns mehr von diesem Land zu entdecken und euch einige Eindrücke zeigen zu können. 

In diesem Sinne: Sayonara aus Tokio. 

Unser Vlog zu unseren ersten Eindrücken

Kommentare: 6
  • #6

    WanderWeib (Donnerstag, 08 November 2018 01:45)

    Hallo Daniel,

    toller Artikel. Ich kann mich dem nur anschließen. Lern ein paar Wörter Japanisch und schon geht alles viel leichter. :)

    Viele Grüße aus Tokio
    Tessa

  • #5

    Charlotte (Montag, 05 November 2018 07:04)

    Grüßt üch ehr Leeve , sagt man hier in Kölle ;-)

    was für tolle Fotos , Berichte und Videos! Die meiste Zeit verfolge ich Euch auf anderen Portalen , aber voller Spannung habe ich gerade hier mal wieder reingeschaut! Wenn man Eure Fotos und Eure Berichte liest , möchte man sofort auch die Tasche packen.....
    Ich wünsche Euch weiterhin eine tolle ,spannende, sichere Reise und denke fest an Euch ❤️❤️

    Vielleicht habe ich bis zu Eurer Rückkehr , meinen alten Blog wiederentdeckt �

  • #4

    Daniel - gerade in Tokyo (Sonntag, 04 November 2018 12:08)

    Konichiwa ihr lieben.
    Danke für die Grüße und die lieben Worte. Allerdings muss ich kurz mal klugscheissern...
    "Sayonara" ist keine Begrüßung, sondern wird als Verabschiedung benutzt und heißt soviel wie "Auf Wiedersehen".
    In diesem Sinne: Sayonara aus Tokyo ;-)

  • #3

    Doris und Hannes (Sonntag, 04 November 2018 11:53)

    Wir alle sind Teil einer Welt, die vielfältig und vielfarbig ist, Ihr dürft derzeit hautnahe diese "bunte Welt" erleben, die unterschiedlichen Menschen und vor allem deren Kulturen. Das Schöne daran....., ihr lasst uns teilhaben..... ダンケ・シェーン (Danke schön).
    Habt weiterhin eine gute "Reisezeit", mit vielen positiven Begegnungen.

  • #2

    Hildegard van Lier (Sonntag, 04 November 2018 11:44)

    Sayonara, ihr Lieben. Was für ein Wechsel, in jeder Hinsicht. Das Essen ist doch schon mal der Knaller, zumindest für Daniel. Nudeln, Nudeln, Nudeln in allen Variationen. Aber, Nudeln machen ja bekanntlich glücklich. Vielleicht sollten wir alle mehr Nudeln essen. Viel Spaaaaß beim Entdecken. L.G. aus dem zur Zeit sonnigen Kevelaer

  • #1

    Hannes u.Doris (Sonntag, 04 November 2018 08:23)

    Sayonara ,das hört sich wieder sehr interessant an und ist anschaulich erzählt. Man sieht förmlich das Essen vor sich und spürt die Betriebsamkeit der Bevölkerung. Allein sprachlich eine Herausforderung.Wir wünschen euch viele Eindrücke, gutes Fingerspitzengefühl, eine gute Zeit und passt auf euch auf.