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Weihnachten mit Willy Wuff

Zuerst einmal: Frohe Weihnachten ihr Lieben! 

Wir hoffen ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und ein paar entspannte Feiertage mit gutem Essen, leckeren Wein und schönen Momenten. 

Für uns war dieses Weihnachten ein ganz Besonderes. 

Normalerweise sind wir Weihnachten immer in die Heimat an den Niederrhein gefahren. Wir sind immer ziemlich viel von A nach B gefahren, um möglichst alle Familienmitglieder zu sehen. Da waren die drei Weihnachtstage oft zu kurz und wir waren teilweise nur für wenige Stunden zu Besuch, bevor es wieder weiter ging. 

Dieses Weihnachten brauchten wir uns keine Gedanken machen, wo wir wann zuerst hinfahren und wie wir möglichst Stressfrei durch die Feiertage kommen. Trotzdem dachten wir in diesen Tagen besonders oft an zu Hause und wurden auch ein wenig wehmütig. Ab nächstes Jahr hat uns der normale Weihnachtstrubel dann wieder und deswegen genossen wir dieses Jahr mal ein komplett anderes Weihnachten.

Ab auf die Insel

Als wir früh morgens mit dem Bus aus Bangkok rausfuhren, konnten wir die dicke Smogwolke gut erkennen. Beim letzten Besuch war uns die schlechte Luft in Thailands Hauptstadt nicht so aufgefallen. 

Der große Reisebus brachte uns in 6 Stunden zum Pier in Trat und die alte Autofähre tuckerte in 30 Minuten rüber nach Koh Chang. Da waren wir also, auf unserer Weihnachtsinsel, mitten im Golf von Thailand, nah an der Grenze zu Kambodscha. Die Luftfeuchtigkeit war hier deutlich höher, als im Norden oder in Bangkok. Das hatte zur Folge, dass die nächsten Tage, ein wunderbar, natürlicher Glanz, unsere Gesichter zierte. Aber irgendwie gehört das zum Südostasienfeeling dazu, finden wir. 

Mit einem, wahrscheinlich viel zu teuren Taxi, fuhren wir zum Khlong Prao Strand. Nur ein paar Minuten von diesem Strand befand sich unsere Unterkunft für die nächsten Tage. 

Das Blue Lagoon Resort hatten wir nur durch einen Tipp entdeckt. Es war schon unheimlich viel ausgebucht auf Koh Chang als wir buchen wollten, aber im Blue Lagoon war noch ein Bungalow frei. Zum Glück. Dieses kleine Resort stellte sich als echter Glücksgriff heraus. Die Anlage befand sich an einer Lagune, direkt hinter dem schönen Strand. Die Bungalows waren geräumig, die Hängematte davor gemütlich und die Besitzerin sehr nett. Das Resort achtet stark auf Nachhaltigkeit und ist sehr umweltbewusst. Hier wird der Müll getrennt, es wird versucht auf Plastik zu verzichten, es gibt kostenloses Water Refill und es finden regelmäßige Clean ups in der Umgebung statt. 

Besonders haben es uns aber die zwei kleinen Kätzchen und der Hund "Pad Thai" angetan. Pad Thai ist die thailändische Version von Willy Wuff, kennt ihr den noch? 

Die Kätzchen sind sehr verspielt und verschmust, Pad Thai ist nur verschmust und so wird gekrault, gestreichelt und gespielt was das Zeug hält. 

Neben den vielen anderen Tieren, wie Vögel, Schmetterlinge und Hörnchen, fühlen sich auch Tonnenweise Moskitos hier heimisch und gehen uns so richtig auf die Nerven. 

Da wir nur an der Rezeption WLAN haben, sitzen wir häufiger, auf der schönen Hollywoodschaukel, mitten in der Botanik. Gefundenes Fressen für die Moskitos. Die Biester stechen sogar durch lange Kleidung und so kam ich eines Abends, trotz langer Hose und Pullover, ich habe mir übrigens einen abgeschwitzt, mit 10 Mückenstichen reicher ins Zimmer zurück. Da hilft anscheinend noch nur das giftige Mückenspray. 

Heiligabend

Morgens frühstückten wir entspannt in einer deutschen Bäckerei. Es gab mal wieder Körnerbrötchen.

Gegen Mittag schickten wir einige Weihnachtsgrüße Richtung Heimat, bevor wir für einige Stunden an den Strand zogen. 

Der Khlong Prao Strand gefällt uns richtig gut. Hier ist nicht viel los, es gibt einige Bars und Restaurants, Schaukeln und viele Palmen. Das Wasser ist herrlich, die Kokosnüsse frisch, das Bier eisgekühlt und die Sonnenuntergänge magisch. Was will man mehr? Endlich Strand und Sonne. Die ersten richtigen Strandtage auf unserer Reise. 

Abends telefonierten wir mit unseren Lieben in Deutschland und ein bisschen Heimweh kam da natürlich schon auf. Auf der einen Seite war es super entspannend und toll am Strand Weihnachten zu feiern, auf der anderen Seite komisch, nicht zu Hause zu sein. 

Abends gönnten wir uns einen Restaurantbesuch, direkt am Strand. Es gab Cocktails und Pizza aus dem Holzofen, inklusive Füße im Sand und Rauschen vom Meer. 

Bei unserem kleinen Strandspaziergang nach dem Essen, beobachten wir noch ein wenig die Weihnachtsshows der zwei umliegenden Hotels. Laute Weihnachtsmusik, tanzende thailändische Weihnachtselfen, ein Weihnachtsmann auf einem Quad und laut grölende Moderatoren ließen uns schmunzeln. Die Thailänder machen den Weihnachtszirkus bereitwillig mit, für sie ein willkommener Grund selber ein bisschen zu feiern. 

Diese Vermutung bestätigt sich, als uns in unserem Resort einige stark angetrunkene Thais entgegen taumeln. Das dazugehörige Restaurant hatte ein Weihnachtsdinner veranstaltet. Uns war dies allerdings zu teuer, deswegen sind wir auswärtig Essen gegangen. Wir huschten am blinkenden Plastiktannenbaum, der mit bunten Lamettaketten geschmückt war und den feiernden Thailändern vorbei, zurück in unseren Bungalow. 

Meine Eltern, Daniels Eltern und Charlotte hatten uns zu Beginn unserer Reise Weihnachtsgeschenke mitgegeben. Natürlich möglichst klein und nicht schwer. So endete unser Heiligabend mit einer kleinen Bescherung und vielen nett geschriebenen Zeilen. 

1. Weihnachtstag

Nach einem erholsamen Schlaf krochen wir unter dem Moskitonetz hervor, tranken erstmal einen Kaffee und machten uns Frühstück. Haferflocken mit Milch, Kokosflocken und Mango. Wunderbar. Für die Mango bezahlten wir übrigens 1€ und das auch nur, weil grade keine Saison ist. In der Mangosaison bekommt man das leckere Früchtchen fast geschenkt. 

Unsere Unterkunft befindet sich ein paar Gehminuten von der Hauptstraße entfernt. Wir machten uns auf dem Weg zu unserem Rollerhändler des Vertrauens. Super Typ, kein Mann der großen Worte, aber die Roller sind gut in Schuss und er bietet fairen, günstigen Service. Viele Händler behalten den Reisepass als Pfand ein. Das passt uns ja so gar nicht und wir waren froh, dass dieser Händler nur eine Kopie machen wollte, die wir nachher sogar zurück bekamen. 

Mit dem gemieteten Roller ging es erstmal Richtung Süden. Koh Chang ist die zweitgrößte Insel Thailands, mit dichtem Dschungel bedeckt und sehr hügelig. Teilweise sind die Straßen sehr steil und kurvig, aber Daniel fuhr uns sicher über die Insel. 

In Bang Bao angekommen, liefen wir durch das kleine Fischerdörfchen, welches auf Stelzen gebaut ist. Der Pier führt an vielen Shops und Restaurants vorbei, zu einem kleinen Leuchtturm. Vom Leuchtturm hat man einen schönen Ausblick auf den grünen Dschungel von Koh Chang. Die Insel kann nicht komplett umrundet werden, weil an der Südküste kein Weg durch die Mangroven und den dichten Dschungel führt.

Weiter ging es mit dem Roller zu mehreren Stränden, einer entspannten Beach Bar und zu einem Aussichtspunkt. 

Auf unserem Weg begegneten wir immer wieder einigen Affen. 

Nach einigen Stunden auf dem Roller taten uns die Hintern ganz schön weh. Wir waren mittlerweile im Norden angekommen und wollten eigentlich noch an die Ostküste. Die Ostseite der Insel ist dünn besiedelt, es gibt weniger Infrastruktur und Touristen, dafür viele Mangroven und einsame Strände. Da uns und der untere Zipfel von Koh Chang noch 30km trennten und es schon Nachmittags war, verschoben wir die Ostküste bis auf weiteres. 

Den Tag ließen wir beim Sonnenuntergang an unserem Strand und einem Bad im Meer ausklingen. 

2. Weihnachtstag

Eigentlich wollten wir heute bei einem Beach Clean up mitmachen, welches jeden Mittwoch stattfindet. Da wir aber die Ostküste gestern nicht mehr geschafft hatten und heute unser letzter Tag auf Koh Chang ist, wollten wir uns nochmal einen Roller ausleihen und zur Ostseite fahren. Eigentlich...

Bis wir aus den Puschen gekommen sind und gefrühstückt hatten, war es schon 11 Uhr. Meine 10 Mückenstiche waren herrlich angeschwollen und trugen auch nicht grade zur Motivation bei, sich für einige Stunden auf den Roller zu setzen. Die Ostküste musste also warten, bis auf unbestimmte Zeit. Dafür entspannten wir am Strand, planschten ein bisschen, lasen und gingen Abends auf dem Nachtmarkt im Dörfchen etwas Essen. 

Morgen verlassen wir unser grünes Inselparadies und den Golf von Thailand und fahren zurück nach Bangkok, allerdings nur für eine Nacht. 

Danach geht es weiter Richtung Andamanensee, wieder auf die Insel, wieder Sonne, Strand und Meer. 

Eine Woche bleibt uns noch in Thailand, bevor es in unser nächstes Reiseland und ins nächste Abenteuer geht. Wir sind schon super gespannt und freuen uns sehr. Der Plan war eigentlich ein anderer, spontan und nach unserem Bauchgefühl haben wir aber jetzt unsere weitere Route angepasst.

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Donnerstag, 27 Dezember 2018 14:31)

    "Et is, wie et is", pflegte Opa Bernhard immer zu sagen und getreu dieser Aussage haben wir das Weihnachtsfest, tausende Kilometer von einander entfernt, jedoch in Gedanken miteinander verbunden, gefeiert. Nun brecht ihr auf zu neuen Zielen, mit hoffentlich vielen positiven Eindrücken und Begegnungen, an denen wir teilhaben dürfen, DANKE und GUTE REISE.

  • #2

    Hildegard van Lier (Donnerstag, 27 Dezember 2018 19:24)

    Ja, das war Weihnachten 2018!! Auch für uns komisch. Das werden wir ewig so in Erinnerung behalten. Aber die Gedanken haben sich miteinander verbunden, spätestens bei der Bescherung. Jetzt mal gute Weiterreise ihr Zwei. Bis dann, HEL.