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Weiche Knie am Tafelberg

Wir waren auf alles vorbereitet. Ganz nach dem Motto: Besser haben als brauchen.

Jeder 2 Liter Wasser, Snacks, zwei Jacken, Mütze und Schal. Wir hatten gelesen, dass das Wetter am Tafelberg schnell umschlagen kann. Spätestens als uns eine Einheimische im Bikini überholte, wussten wir, wir haben zu viel Gepäck dabei. 

Skeleton Gorge Trail

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten den Tafelberg zu erklimmen. Wir entschieden uns, den Aufstieg am Kirstenbosch Botanical Garden zu beginnen. Der Nachteil ist, dass für den Garten Eintritt gezahlt werden muss. Dafür ist der Botanischen Garten wirklich sehr schön angelegt und wer vor dem Aufstieg oder nach dem Abstieg noch Zeit und vor allem Motivation hat, kann hier noch ein bisschen entlang schlendern. 

Wir machten uns aber direkt auf den Weg Richtung Skeleton Gorge Trail. 

Die erste Zeit war der Trail extrem nervig. Wir mussten viele Stufen hoch, was super anstrengend war. Aber die Umgebung war von Anfang an wunderbar. Wir liefen durch dichten Wald, neben uns ein Bachlauf, in Richtung Skeleton Schlucht. 

Steffi schaut den Skeleton Gorge hinauf

Als wir die Treppenstufen überstanden hatten, kamen einige Holzleitern, die wir hochklettern mussten. 

Dann ging es in die Schlucht hinein. Ab hier gab es keinen richtigen Weg mehr. Wir kletterten über riesen Steine, teilweise kreuzte der Bach unseren Weg. Stein für Stein arbeiteten wir uns vorsichtig weiter nach oben, um uns herum diese wahnsinnige Landschaft. 

Irgendwann war der Wald nicht mehr so dicht und wir konnten das erste Mal eine atemberaubende Aussicht genießen. 

Als wir die letzten Meter zum Plateau zurück legten, knallte die Sonne so richtig. Selbst ganz oben war herrliches T-Shirt Wetter und ein angenehmer Wind. Vielleicht hätte es auch nur eine Jacke getan, aber man weiß ja nie. 

Karibikstrand auf dem Tafelberg

Am Plateau angekommen erwartete uns eine Überraschung. Wir liefen über schneeweißen Sand auf eine Wasserfläche zu.

Die Wasserfläche war das Hely-Hutchinson Reservoir, eins von fünf Wasserreservoirs auf dem Tafelberg. Diese Reservoirs sind unter anderem an der Wasserversorgung in Kapstadt beteiligt. 

Irgendwie hatten wir diese Umgebung nicht auf dem Tafelberg erwartet. Hätte uns jemand einen Cocktail gemixt, wären wir uns vorgekommen, wie an einem Karibikstrand. 

Von der "Karibik" ging es dann noch ein paar Höhenmeter noch oben. Unser Ziel für heute: Cleft Peak auf 900 Meter. Der höchste Punkt des Tafelbergs liegt bei 1087 Meter. 

Wir waren an der Rückseite des Tafelbergs hochgegangen, deswegen schauten wir nicht auf Kapstadt, sondern in die andere Richtung. Wenn wir in Kapstadt sind, wollen wir auf jeden Fall nochmal den Tafelberg erklimmen und die Aussicht auf die City Bowl genießen. 

Mit einem fantastischen Blick und einer himmlischen Ruhe machten wir eine ausgedehnte Mittagspause. Die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt. Was ein Erlebnis. 


Wer hoch will, muss auch wieder runter

Nachdem wir uns gestärkt hatten, gingen wir den Nursery Ravine Trail wieder runter. Der Skeleton Gorge Trail soll zum Abstieg nicht sehr gut geeignet sein, allerdings war der Nursery Ravine Trail auch nicht ohne. Hohe Stufen, große Felsbrocken und steile Wege galt es zu bewältigen. Nach kürzester Zeit bestanden unsere Knie aus Pudding und so kämpften wir uns langsam Richtung Botanischen Garten zurück. Auch dieser Trail führte uns durch wunderbare Umgebung, an einem kleinen Wasserfall entlang und durch dichten Wald. 


Den geplanten Spaziergang durch den Botanischen Garten schenkten wir uns. Wir waren echt fertig, schwitzig und dreckig, aber sehr, sehr glücklich.  

5 Stunden und eine kühle Cola später, saßen wir wieder im Auto. 

Panoramablick

Nachdem wir uns, am nächsten Tag, mit doch erheblichen Muskelkater aus dem Bett gequält hatten, fuhren wir über den Chapmans Peak Drive nach Hout Bay. Der Chapmans Peak Drive ist eine Panoramastraße, die direkt an der Küste verläuft. 

Die Küste ist unheimlich schön und wieder einmal lässt sich diese Landschaft gar nicht richtig in Worte fassen 

Tipp Chapmans Peak Drive

Von Noordhoek nach Hout Bay fahren. Da Linksverkehr herrscht, könnt ihr so besser an den Haltebuchten halten. 


Vom Chapmans Peak Drive fuhren wir in das kleines Fischerdörfchen Hout Bay.  Am Wochenende findet der Bay Harbour Market hier statt. Ein Markt mit tollen Essenständen, einigen Verkaufsständen und Live Musik. Es herrscht eine entspannte Stimmung. An fast allen Essenständen wird man eingeladen, zu probieren. 

Vollgefuttert liefen wir vom Markt, die Straße zum Hafen herunter. Da tummelten sich schon vier Seelöwen und freuten sich über die Fischreste der Fischer. Gar nicht scheu, lag ein Seelöwe in der Sonne rum und entspannte sich. 

Tipp Essen Hout Bay

Bay Harbour Market 

Freitags 17-21 Uhr, Samstags und Sonntags 9.30-16 Uhr

Nach 4 Tagen in Südafrika erlauben wir uns das Urteil: Südafrika ist bunt. Nicht nur die Flagge oder die hübsche traditionelle, afrikanische Kleidung. Diese Natur: das Meer, der Himmel, der Sand, die Berge, die Häuser. Diese Menschen: so freundlich, hilfsbereit und interessiert. Alles fügt sich so gut zusammen und lässt uns einfach staunen. 

Kommentare: 3
  • #3

    Hättie (Montag, 08 Oktober 2018 17:03)

    Ein sehr schöner Reisebeginn, toller Bericht und wunderschöne Fotos!
    Bin gespannt auf euere nächsten Berichte, Reise in Gedanken mit! Viel Spaß und genießt die Zeit!

  • #2

    Doris und Hannes (Montag, 08 Oktober 2018 13:38)

    So ein Urlaubs- bzw. Reisebeginn ist wünschenswert. Vor der Reise hat man gewisse Vorstellungen. Wenn diese dann zutreffen und auch die anderen Rahmenbedingungen stimmig sind....., was will man mehr. Wir sind euch, bedingt durch die tollen Berichte und Fotos, "immer auf den Fersen". Habt weiterhin viel Spaß und nur positive Begegnungen. Passt auf euch auf.

  • #1

    Hildegard van Lier (Montag, 08 Oktober 2018 08:05)

    Hallo Ihr Lieben, Ihr seit ja regelrecht verliebt in Südafrika. Aber die Berichte und erst recht die Fotos lassen ja gar nichts anderes zu. Wir verlieben uns automatisch mit und sind gespannt was da noch folgt. Genießt die Zeit in Südafrika. HEL, Hildegard und Horst