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Warum wir unser Duschwasser sammeln!

In Deutschland ist der Zugang zu Wasser ein selbstverständliches Gut.

Wasser gehört zu den existenziellen Grundbedürfnissen eines Menschen und wir haben das Glück, in einem Land zu leben, in dem wir uns wenig Sorgen um unsere Wasserversorgung machen müssen. 

 

Südafrika erlebt im Moment die schlimmste Dürre, seit 100 Jahren. Normalerweise fällt im Winter genug Regen, um die Wasserreservoirs zu füllen. In den letzten Wintern war dies aber nicht der Fall: Die Wasservorräte werden knapp. Die Kapregion ist am schlimmsten betroffen. 

Leider war dieses Problem vorhersehbar. Seit 2016 ist bekannt, dass eine Wasserkrise droht und bei gleichbleibendem Wasserverbrauch der Bevölkerung, irgendwann der Day Zero kommt. Die Bevölkerungszahl steigt und die Sanierung der Wasserinfrastruktur kommt nur sehr schleppend voran. Leider haben, trotz der Warnung,  60% der Bevölkerung nicht genug Wasser gespart. 

Day Zero droht

Die Lage spitzte sich Ende 2017 zu. Vorhersagen setzten den Day Zero für Februar 2018 an. An diesem Tag soll das Wasser für 3-4 Monate komplett abgestellt werden. 

Die Wasserration pro Haushalt wurde begrenzt. Erst 75 Liter pro Person und Tag, mittlerweile sind es 50 Liter pro Person und Tag. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der tägliche Wasserverbrauch bei 120 Liter pro Person, in den USA sogar bei 300 Liter pro Person. 

Es wurden Wasserzähler an den Häusern installiert. Wer das Limit überschreitet, dem wird das Wasser abgestellt. Außerdem muss mit einer hohen Strafe gerechnet werden.

Die Einwohner und Touristen wurden dazu angehalten nur noch 90 Sekunden zu duschen, die Autos nicht zu waschen und das Wasser so oft es geht abzudrehen, z.B. beim Hände waschen oder spülen. Viele Pools sind leer und viele touristische Betriebe betreiben mittlerweile Wasserrecycling. Wasser aus der Dusche wird z.B. zweimal benutzt. 

Viele Touristen waren verunsichert und stornierten ihre Reisen. 

Durch ein komplettes Umdenken haben die 4 Millionen Einwohner in Kapstadt es geschafft, den Wasserverbrauch in wenigen Monaten um die Hälfte zu senken. 

Die Einstellung der meisten Menschen hat sich glücklicherweise komplett geändert. Wasser wird nicht mehr als selbstverständlich angesehen. 

So konnte der Day Zero erst auf den Mai 2018, dann auf den August 2018 und mittlerweile auf das Jahr 2019 verschoben werden. 

Die Wasserkrise ist normal geworden. 

Was bedeutet das für uns?

Natürlich versuchen wir die Restriktionen zu befolgen.

Wir achten bewusster auf unseren Wasserverbrauch.

Beim Händewaschen oder Duschen  z.B. stellen wir das Wasser aus, während wir uns einseifen. An öffentlichen Toiletten sahen wir häufiger, dass kein Wasserhahn vorhanden war, sondern nur Desinfektionsmittel. In den Unterkünften werden die Bettwäsche und Handtücher nicht mehr so häufig gewaschen. In manchen Unterkünften wurden wir gebeten, dass Duschwasser in einem Eimer zu sammeln und vor die Tür zu stellen. Das Wasser wird recycelt und für die Bewässerung der Gärten genutzt. 

Wir erleben keine Einschränkungen. Jeder Tourist sollte sich automatisch anpassen und versuchen seinen Wasserverbrauch deutlich zu senken. Das heißt nicht, dass man stinken muss oder keine Hygiene mehr betreiben kann, aber die 10 Minuten Duschorgie sollte einfach mal ausfallen. 

Und mal ganz ehrlich: Wasserverschwendung ist nicht nur in Südafrika uncool.