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#1 - Warum wir eine Weltreise machen

Es wäre wohl falsch, zu sagen, dass eine Weltreise schon immer unser Traum war. Erst existierte diese Idee in unseren Köpfen nicht. Durch Begegnungen mit anderen Reisenden und wachsender Reiseerfahrung, hat sich die Idee mit der Zeit entwickelt und ist immer präsenter geworden. 

Alle die uns kennen wissen wohl, dass wir schon immer gerne Urlaub gemacht haben. Wir finden es toll, neue Länder und Kulturen zu entdecken. Wir lieben es einfach, neue Köstlichkeiten auszuprobieren, inspirierende Menschen kennen zu lernen und fremde Orte zu entdecken. 

 

Mal länger als 3 Wochen zu reisen kam uns eigentlich das erste Mal 2016 in den Sinn. Wir waren im Thailand Urlaub und nach dem 3. Cocktail fingen wir an, über das Leben und die Zukunft zu philosophieren. Was erwarten wir? Was wünschen wir uns? Dabei kam unter anderem raus, dass wir gerne mal für einen längeren Zeitraum reisen würden. Aus einer flüchtigen Idee, wurde irgendwann, zu Hause, ein Plan und ein Jahr später reisten wir, dank aufgespartem Urlaub, acht Wochen durch Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia und Indonesien. 

Weltreise? Ne!

Dabei lernten wir Nathalie und Patrick aus Krefeld kennen. Die beiden Weltreisenden waren der Überzeugung, dass wir irgendwann den Entschluss für eine noch längere Reise, eine Weltreise, fassen würden. Anfangs von dieser Vorstellung noch völlig unbeeindruckt, sprachen wir Wochen später zu Hause tatsächlich das erste Mal über die Option einer Weltreise. 

Zu teuer, zu viele Hürden… Das waren die ersten Gedanken, die wir hatten. Unsere Arbeitgeber stellen uns nie so lange frei und der Wohnungsmarkt in Münster ist eine Katastrophe, waren die zweiten und dritten Gedanken. Das Thema wurde erstmal wieder auf Eis gelegt. 

Irgendwann gestanden wir uns aber doch ein, dass wir uns nach acht Wochen Reisen nicht „gesättigt“ fühlten. Die Sehnsucht nach der Ferne steckte tiefer als je zuvor in uns. Anfangs dachten wir, dass es einfach Eingewöhnungsschwierigkeiten in unseren Alltag waren. Wird sich schon legen.

Fernweh, das bleibt

Als uns fünf Monate später immer noch das unangenehme Gefühl von Fernweh plagte und wir insgeheim, jeder für sich, mit dem Thema Weltreise nicht abschließen konnten, gab es eine Krisensitzung im Hause van Lier. Nach langen Gesprächen beschlossen wir, einfach mal mit unseren Arbeitgebern über unsere Optionen für eine Auszeit zu sprechen. 

Auf der Arbeit wurde uns Beiden tatsächlich unbezahlter Urlaub gewährt und wir einigten uns auf den Zeitraum von einem halben Jahr. Unser Vermieter willigte in eine Zwischenvermietung der Wohnung ein und so waren wir etwas ungläubig, dass die wichtigsten Hürden relativ einfach aus dem Weg geräumt waren.

Und plötzlich ist alles gar nicht so schwer

Nette Zwischenmieter waren schnell gefunden, Versicherungen gekündigt oder pausiert, Unterstellplatz fürs Auto und private Klamotten stand bereit. Soweit die Schnellversion. Natürlich war die Vorbereitungszeit auch geprägt von nervigen Behördengängen, endlos Telefonaten mit Versicherungen und einem Umzug, weil der damalige Vermieter uns die Zwischenvermietung der Wohnung nicht erlaubte. Aber rückblickend waren das alles Aufgaben, die zu bewältigen waren und uns somit zeigten, dass es alles gar nicht so schwer ist. 

Es gibt immer Gründe, etwas nicht zu tun

Klar wäre es einfacher gewesen, nach der Absage zur Zwischenvermietung vom damaligen Vermieter, den Plan über Bord zu werfen und nicht umzuziehen. Klüger wäre es vielleicht auch, das gesparte Geld anzulegen oder in eine Immobilie zu investieren. Und sollte man mit 30 Jahren nicht auch mal über Familienplanung nachdenken? Die Uhr tickt ja schließlich. Natürlich gibt immer Gründe etwas nicht zu tun. 

Jeder sollte wohl selber für sich herausfinden, was ihn im Moment glücklich macht, was er grade braucht und was ihm wichtig ist. Für den einen sind das Kinder, für den anderen ein Eigenheim oder ein geregelter Alltag. 

Antworten

Wir haben für uns die Antworten auf unsere Fragen gefunden und beschlossen, dass wir jetzt mutig genug sind. Wir wollen unsere Weltreise nicht aufschieben, auf irgendwann. Denn wer weiß was irgendwann ist. Dann gibt es andere Gründe, nicht los zu reisen und aus irgendwann wird vielleicht nie. 

Wir haben grade das Bedürfnis, für eine Weile aus dem berühmten Hamsterrad auszusteigen. Eine Auszeit zu nehmen. Eine Auszeit vom alt bekannten, von unserer Komfortzone. Diese Vorstellung macht uns grade glücklich und lässt uns zufrieden grinsen, wenn wir über unseren Plan sprechen.

Wir wollen mit frischen Perspektiven zurückkehren. Wir wollen uns selbst noch besser kennen lernen. Wir wollen unsere Vorstellungen von anderen Ländern und Kulturen durch Erfahrungen ersetzen. Und wir wollen unser Handeln überdenken, uns selber hinterfragen, einiges verstehen lernen und noch offener gegenüber der Welt zurückkehren. 

 

Ein Vorgeschmack auf all dies konnten wir bereits letztes Jahr erhaschen. Nach den acht Wochen kamen wir mit jeder Menge Erfahrungen zurück, die teilweise unsere Sichtweisen geändert haben, die teilweise uns geändert haben. 

So. Und deswegen gehen wir auf Weltreise!

Kommentare: 1
  • #1

    Doris und Hanne (Sonntag, 26 August 2018 22:08)

    Das fängt ja schon gut an �. Toll geschrieben, wir freuen uns schon jetzt auf die zukünftigen Berichte.