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12. Warum eine Langzeitreise kein Urlaub ist

Welcher Weltenbummler kennt das nicht? Die Denkweise anderer Menschen, eine Langzeitreise sei ein langer Urlaub. Jeden Tag tolle Dinge erleben, lecker Essen gehen und Cocktails schlürfen. So sieht bei manchen Menschen die Vorstellung einer Langzeitreise aus. Aber es heißt ja nicht umsonst Langzeitreise und nicht Langzeiturlaub

Und deswegen heißt es eben manchmal Toast mit Butter, komplette Tage mit Planung verbringen, Finanzen im Blick behalten und Cola statt Cocktail. 

Wir wollen Dir in dieser Podcastfolge erzählen warum eine Langzeitreise kein langer Urlaub ist und warum wir auch mal müde vom Reisen waren. 

Schön, dass ihr dabei seid & danke fürs Zuhören.


Urlaub

Urlaub, das heißt Erholung für Körper und Geist, kein Streß und einfach durchatmen. Vielleicht heißt Urlaub auch nicht jeden Cent umzudrehen und sich auch mal was zu gönnen. Ein teures Essen, jeden Abend einen Cocktail oder einen schönen Ausflug. 

Hört sich gut an, oder? Aber was ist der Unterschied zwischen einem Urlaub und einer Reise? Jeder macht natürlich anders Urlaub und reist auch unterschiedlich. Unsere Urlaube sahen bisher so aus, dass wir uns vorher sehr viel mit dem Reiseland beschäftigt und meist eine feste Route geplant hatten. Vor Ort mussten wir uns also um nicht mehr wirklich viele Dinge kümmern. Im Vordergrund stand für uns das Relaxen, das sanfte Hineinschnuppern in eine fremde Kultur, am liebsten durchs Essen und das Kraft tanken. Freunde von All-Inklusive Urlauben waren wir allerdings nie so richtig. Wir wollten trotz Erholung was erleben. 

Reise

Anders als der vorgeplante Urlaub hat sich unsere Reise von Tag zu Tag entwickelt. Wir haben kurzfristig geplant und spontan überlegt, wo wir als nächstes hinwollen. Das heißt allerdings auch, dass wir tagelang vor unseren Laptops saßen, nach geeigneten Flugverbindungen oder bezahlbaren Unterkünften geschaut haben. Grade wenn Dein Reisebudget nicht unendlich ist und Du teurere Länder wie Australien oder Hawaii bereist, kann eine solche Planung schonmal etwas Zeit in Anspruch nehmen. 

Auch unser Ansporn auf Reisen war ein ganz anderer als im Urlaub. Wir wollten möglichst tief in die Kulturen eintauchen, wir wollten uns und unser Handeln hinterfragen, frische Perspektiven erlangen und noch weltoffener zurückkehren. 

Und das hieß für uns manchmal lange Fahrten in überfüllten Bussen oder Zügen, weil diese günstiger waren. Mehrere Kilometer mit dem verdammt nochmal viel zu schweren Rucksack bei 35 Grad zur Unterkunft zu laufen, weil die Taxifahrer uns alle abzocken wollen. Nein sagen. Nein zu einer tollen Aktivität, Nein zum schicken Restaurant oder Nein zum super schönen Hotel. Dem Reisebudget zu Liebe. 

Je tiefer wir in eine Kultur eintauchten, desto nahbarer wurden auch die Probleme und Geschichten der Menschen vor Ort. Apartheid in Südafrika, Atombomben in Japan, Krieg in Vietnam, Klimawandel in Neuseeland. Diese Themen machten uns oft traurig, wütend und fassungslos. Sie regten uns aber auch zum Nachdenken und Handeln an. Wir änderten unsere Einstellungen und Sichtweisen. 

Reisen hieß für uns eine der intensivsten Zeiten überhaupt zu haben, in der wir so viel gelernt haben, über uns und über die Welt. Wir haben unsere Komfortzone 1000 Mal verlassen und unseren Geist immer wieder aufs Neue mit Input und Eindrücken gefüttert.

 

Reisen ist streßig und wundervoll und zum heulen. Vor Glück, aber auch vor Wut. Reisen ist anstrengend, aber so nachhaltig beeindruckend. 

Abschließend könnte man wohl sagen, dass eine Reise Dich verändern kann, wenn Du es zulässt. Jedes Land, das du intensiv bereist, jeder Mensch, mit dem Du länger sprichst, hinterlässt Spuren an Dir. Irgendetwas wird in Deinem Kopf hängen bleiben und irgendwann wirst Du eine Veränderung in Dir spüren.

Reisetief

In dem Moment,  als wir im Reisetief steckten, war es uns nicht bewusst. Erst im Nachhinein war uns klar, dass wir in Vietnam wohl zum ersten Mal richtig müde vom Reisen waren. Da waren wir grade 7 Wochen auf Weltreise. Unserer Meinung nach viel zu früh für ein Reisetief. Wir freuten uns wie verrückt endlich wieder in Südostasien zu sein. Das Essen, die Menschen, dieses easy life. Einfach wunderbar. Allerdings legte sich unsere Freude bereits nach einigen Tagen und musste der Unzufriedenheit und Lustlosigkeit weichen. Zuerst schoben wir unsere Stimmung auf das andauernde Regenwetter, dann auf Vietnam selber und zum Schluss auf ganz Südostasien. Wir fühlten uns ausgebremst und konnten uns nur sehr schwer zu irgendetwas motivieren.

 

Rückblickend betrachtet waren unsere Köpfe nach 4 Wochen Südafrika und 3 Wochen Japan einfach voll mit vielen neuen, einzigartigen Eindrücken, die uns zum Nachdenken angeregt hatten. Wir waren einfach gesättigt. Wahrscheinlich hätten wir einen Gang zurückschalten sollen. Irgendwo bleiben, wo es uns gefällt, Urlaub vom Reisen machen. Aber trotz der 6 Monate hatten wir immer einen gewissen Zeitdruck im Hinterkopf. Hinterher ist man dann ja immer schlauer und bei der nächsten Reise wüssten wir eine solche Stimmung dann wohl auch besser einzuschätzen. 

Infos und Links aus dieser Episode

Wieso wir überhaupt eine Weltreise gemacht haben, könnt ihr nachlesen:

Kopfsache: Warum wir eine Weltreise machen

 

 

Music by: @dcuttermusic / http://www.davidcuttermusic.com


Danke, dass Du Dir die 40 Minuten Zeit genommen hast!

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Danke Dir und hoffentlich bis zum nächsten Podcast!

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Kommentare: 1
  • #1

    Hildegard van Lier (Mittwoch, 26 Juni 2019 19:23)

    Danke, ihr Lieben, das war ja mal wieder ein toller Beitrag. Ich hör euch immer beim rumwuseln. Erst heute morgen habe ich gehört: Du bist ja gar nicht braun, warum fährst du dann in Urlaub? Tja, ich hab es stehen lassen. Norwegen war für uns auf jeden Fall reisen, mit allem Zipp und Zapp, und das prägt uns hoffentlich noch sehr lange.