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Wandern im Robberg Nature Reserve

Es regnet in Südafrika. Hatte ich doch grade noch einen Blog zum Thema Dürre geschrieben, hatten wir von 3 Tagen in Plettenberg Bay tatsächlich an 2 Tagen Regen. Das bestätigt wohl, dass grade die Kapinsel, rund um Kapstadt, sehnlichst auf Regen wartet. 

Die kleine Regenpause kam uns allerdings ganz gelegen. So konnten wir unsere Weiterreise planen, Videos schneiden und einfach ein paar Stunden in gemütlichen Cafés sitzen. 

Am Samstag meinte es der Wettergott dann aber gut mit uns und ließ den ganzen Tag die Sonne scheinen. Also schnell die Schuhe geschnürt, Sonnenmilch aufgetragen, Snacks und Wasser eigepackt. Es ging zum wandern in das Robberg Nature Reserve. 

Tipp Cafe in Plettenberg Bay

Clare´s Cakes & Deli 

Gemütliches Café, mit kleinem Shop und Kuchen zum niederknien. 

Über Stock und Stein

Das Robberg Nature Reserve liegt auf einer Halbinsel vor Plettenberg Bay. Die Halbinsel ist nicht nur ein Naturreservat, sondern gehört auch zu den 73 Weltnaturerben in Afrika. 

Auf drei verschiedenen Trails kann man die Landschaft erkunden. Wir entschieden uns für den längsten, den 9km Trail „The Point“. Dieser führt einmal komplett um die Halbinsel herum und ist sehr abwechslungsreich. So abwechslungsreich wie die Natur war auch der Weg an sich. Wir kletterten über Steine, versanken im Sand, stiegen Stufen hoch und runter und waren an manchen Stellen ganz schön nah am Abgrund. Sehr aufregend und anstrengend, aber mit der nötigen Konzentration und kleinen Pausen zwischendurch, gut zu meistern. 

Blonde Frau schaut sich am Strand eine Wanderkarte an
Mann sitzt auf einer Steinklippe und schaut in den Abgrund aufs Meer

Zuerst wanderten wir die Nordseite entlang. Was wie ein Spaziergang begann, entpuppte sich schnell zu einer Kletterpartie.

Auf der geschützten Buchtseite haben sich mehrere Seebärkolonien nieder gelassen. Noch lange bevor wir die erste Seebären sehen können, riechen wir sie. Ein markanter Geruch liegt in der Luft. Doch irgendwann sehen wir die Übeltäter. Da sitzen sie, mit Hunderten, auf den Felsen, am Meer. Die kleinen Seebärbabys baden in den natürlichen Pools der Klippen. Sehr niedlich und ein guter Start. 

Seebären Kolonie auf Klippen direkt am Meer

Tanz mit dem Sand

Die erste Herausforderung wartet auf uns, als wir ein ganzes Stück über eine Düne laufen müssen. Da es so windig ist, nimmt der Sand ordentlich Fahrt auf und peitscht uns links und rechts um die Ohren. Gott sei Dank, sind wir nicht die einzigen Mimosen. Mit uns tanzen noch mehr Menschen über die Düne und versuchen dem Sandsturm aus dem Weg zu gehen. 

Als wir an der Ostspitze der Halbinsel ankommen, begrüßt uns das tosende Meer mit seinen meterhohen Wellen. Eine ordentlich steife Brise weht hier. Der Wanderweg führt runter zum Wasser. Mit Blick auf das aufgewühlte Meer machen wir ein Päuschen und schauen zu, wie die Seebären völlig mühelos durch die Wellen toben.

Gestärkt geht es weiter, Richtung Südseite. Als wir um die Ecke kommen, sind wir begeistert von den schroffen Felsen und den grün bewachsenen Bergen. Was ein Paradies hier.

Über große Steine klettern wir die Küste entlang, bevor es die Klippe wieder etwas hinauf geht. Grade oben angekommen, gehts auch schon wieder runter und dann wieder hoch. Dieser Teil der Wanderung war für uns doch etwas anstrengend. Aber nach der Kletterei wurden wir mit einem Traumstrand belohnt. Ich entspannte kurz und genoss den herrlichen Ausblick, während Daniel einigen Schnecken dabei zu sah, wie sie eine Qualle verspeisten. Na dann mal guten Hunger. 

Großer Stein an Klippe, im Hintergrund das Meer
Frau in roter Jacke läuft Felsigen Strand entlang, vorbei an grün bewachsenen Bergen

Auf den letzten 2km wurden die Beine dann doch schwer und wir freuten uns, als wir unser Auto erblickten. Wir waren froh, schon um 9 Uhr mit unserer Wanderung gestartet zu sein, denn jetzt war der Parkplatz voll und die Autos parkten schon die Straße hoch. 

Es war ein wunderbarer Tag in herrlichster Natur. 

Unverhofft kommt oft

An unserem letzten Tag in Plettenberg Bay, regnet und gewittert es den ganzen Morgen ordentlich. Damit wir nochmal vor die Tür kommen, nutzten wir eine kurze Regenpause und fahren zum Keurboomstrand. Schnell 10 Minuten mit dem Auto hingedüst und da standen wir. Dieser Ort traf uns unerwartet, mit voller Wucht. Da denkst du, du fährst mal kurz zu einem hübschen Strand, um dir die Beine zu vertreten und dann stehst du auf dem wohl schönsten Holzsteg der Welt. Wir wussten gar nicht wo wir hinsehen sollten.

Rechts: Die Gischt macht die Sicht auf die Bucht von Plettenberg Bay diesig. Die Sonne arbeitet sich den Weg durch die Wolken. Beides zusammen ergibt eine tolle Stimmung. 

Gradeaus: Die Flut kommt langsam und die hohen Wellen klatschen dramatisch vor die schroffen Felsen. 

Links: Dieser wunderschöne, tolle Sandstrand, mit den grünbewachsenen Klippen im Hintergrund. 

Und wir zwei Nasen mittendrin. Der Wahnsinn. 

Dieser Ort hat uns so unfassbar gut gefallen, dass wir unsere Pläne über den Haufen geworfen haben und uns nächste Woche erstmal eine Nacht direkt am Keurboomstrand einquartiert haben. 

Klingt vielleicht super kitschig, aber dieser Ort ist irgendwie magisch. Das ist so ein Ort, wo man merkt, dass er einem grade gut tut. 

So jetzt ist aber Schluss mit den Herzchen und den Schmetterlingen. 

Bevor wir an diesen schönen Ort zurückkehren, geht es für uns geht es jetzt erstmal ein paar Tage ins Landesinnere. 

Das Meer flutet den Strand, im Hintergrund werden die Berge von der Gischt in Nebel getaucht

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Montag, 15 Oktober 2018 09:56)

    Oh mein Gott, das Foto ist ja schon magisch, wie ist es denn dann vor Ort erst. Kann ich verstehen, dass ihr da ein wenig verweilen wollt. Toller Bericht. Der Geruch war bis hier wahrzunehmen, Scherz. Viel Spaß im Landesinnere und passt gut auf euch auf. Tschüss ihr Lieben.

  • #2

    Doris und Hannes (Montag, 15 Oktober 2018 17:52)

    Südafrika mit seinen vielen Facetten.....und ihr seid mittendrin! Einmalige Erlebnisse, wovon ihr noch lange zehren werdet! Schön zu sehen, wie ihr euch ergänzt, in Bild und Schrift und wir dürfen dabei sein, Danke. Habt eine gute Zeit und passt auf euch auf.