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Vom Lake Pukaki zum Mount Cook - Hooker Valley Track

Als wir um die Ecke fuhren und das erste Mal den Lake Pukaki erblickten, blieben unsere Münder offen stehen. Obwohl es regnete und alles ziemlich grau war, strahlte uns dieses fast unnatürliche blaue Wasser an. Ringsherum Bergketten. Und mittendrin unsere Campsite. Direkt am Ufer des Lake Pukaki. Es regnete und stürmte und so vermachten wir uns die nächsten Stunden erstmal gemütlich im Camper. Gut, dass wir genügend Platz haben. Abends klarte es dann doch noch auf und wir konnten den Lake Pukaki in seiner vollen Pracht bestaunen. Wirklich wunderschön. 

Der Campingplatz ist kostenlos und verfügt über Toiletten ohne Spülung. Der Geruch ist zwar kein Highlight, aber dafür ist die Lage einfach unbeschreiblich schön. 

Am nächsten Morgen schien die Sonne und ließ das blaue Wasser vom See noch heller strahlen. Was ein Anblick. Wir setzten uns mit einer Tasse Kaffee auf die Steine am Ufer, genossen die wärmende Sonne und den Ausblick. 

Unser nächstes Ziel sollte der Mount Cook National Park sein. Schon die Fahrt dahin war ein echter Traum. Die Straße führte uns direkt am Lake Pukaki entlang, der Blick immer auf die, teilweise Schneebedeckten Berge, gerichtet. Wir sind auch nach Tag 5 noch völlig fassungslos über diese grandiose Landschaft. Wie kann ein Land nur so schön und vielfältig sein? 

Kea Track

Wir hatten uns die White Horse Hill Campsite als Übernachtungsplatz ausgesucht. Um 16 Uhr hatten wir noch freie Platzwahl und so suchten wir uns ein Plätzchen mit wunderbarem Blick auf die Berge. Für 8€ pro Person und Nacht gab es zusätzlich zum Blick noch Toiletten, fließend Wasser und eine Spüle. 

Da es in Neuseeland erst gegen 21 Uhr langsam dunkel wird, hatten wir noch genügend Zeit, den 3km langen Kea Track zu laufen. Unsere neuen Wanderschuhe erwiesen gute Dienste und wir sind heilfroh, dass wir in Australien in gescheite Schuhe investiert haben. Die Wanderwege sind oft unbefestigt und in den Schuhen haben wir sicheren Halt.

Der Kea Track führte zum Müller Lake. Von hier aus hatten wir einen perfekten Blick auf den Mount Cook. Der Mount Cook ist übrigens mit über 3500m der höchste Berg Neuseelands. Wie der Name von dem Track schon vermuten lässt, konnten wir hier Keas erspähen. Die frechen Vögelchen sind Bergpapageien und leben nur auf der Südinsel in Neuseeland. Sie sind ganz schön neugierig und fallen auch gerne mal über die Reifen oder das Dach vom Camper her. 

Die Nacht im Camper war ziemlich kalt und als der Wecker um 6 Uhr schellte, fiel es uns schwer unter der warmen Decke hervorzukommen. 

Einige Keas tobten auf unserem Dach herum, deswegen kamen wir doch relativ schnell unter der Decke hervor und schauten uns das Schauspiel an. Auf unserem Dach tapsten zwei Keas herum. Das Nachbarauto war scheinbar noch interessanter. Auf dem Dach feierten sechs Keas eine Party.

Hooker Valley Track

Aufgrund der Lage unserer Campsite im Mount Cook Nationalpark konnten wir ohne viel Gemache früh aufbrechen, um den Hooker Valley Track zu laufen. Der Track ist 10km lang und für 3 Stunden angesetzt. Er gehört zu einem der beliebtesten Tageswanderungen in Neuseeland. Daher war es super, dass wir so früh loskonnten. 

Nach einem Kaffee und ein paar Broten, liefen wir um 8 Uhr los. Es war noch ganz schön frisch, aber wir waren fast alleine auf dem Wanderweg. Die Sonne tauchte die Bergketten in ein wunderschönes Licht und wir bestaunten den Müller Gletscher und den Mount Cook wolkenfrei. 

Auf einer Informationstafel konnten wir lesen, dass vor Hunderten von Jahren die Berge alle noch Gletscher waren. Durch den Klimawandel und die Gletscherschmelze ist nicht mehr viel davon über. Trotzdem beeindruckte uns die Landschaft sehr. 

Der Wanderweg war wunderschön angelegt. Wir wanderten über vier atemberaubende Brücken und reißenden Flüsse zu unseren Füßen. In den Bergen konnten wir einige kleine Wasserfälle sehen. Wir blieben oft stehen, machten viele Fotos und kamen deswegen erst nach 1,45 Stunden am Hooker Lake an. Der Endpunkt beeindruckte uns allerdings nicht so sehr wie der eigentliche Weg. Die ehemaligen Gletscher bestanden aus Geröll und Steinen und irgendwie dominierte die Farbe Grau. Trotzdem war der Ausblick auf den Mount Cook sehr schön. So nah kommt man diesem Berg wohl selten. 

Wir machten uns also relativ schnell wieder auf den Rückweg. Insgesamt brauchten wir für den Hooker Valley Track 3,15 Stunden. Mit dieser Wanderung läuteten wir den Wanderurlaub in Neuseeland ein. Es stehen noch einige Tracks mehr auf unserer Liste. Jetzt wo wir die richtigen Schuhe haben, kann uns nichts mehr aufhalten. 

Erfrischendes Bad im Lake Dunstan

Nach einem Käffchen ging es weiter Richtung Queenstown. Auf dem Campingplatz am Mount Cook sprachen uns noch zwei Mädels an, ob wir sie ein Stück mitnehmen könnten. Die Beiden trampen durch Neuseeland. Wir nahmen sie bis zur Hauptstraße mit und hatten für eine Stunden nette Gesellschaft. 

Da es in der näheren Umgebung von Queenstown keine kostenlosen Campingplätze gibt und die günstigen Plätze von der Ausstattung wirklich sehr einfach sind, entschieden wir uns 60km vor Queenstown zu übernachten. Wir konnten kostenlos auf einer Campsite am Lake Dunstan übernachten. Hier angekommen, gönnten wir uns erstmal ein sehr erfrischendes Bad im See. Danach kochten wir Nudeln und genossen die entspannte Atmosphäre. So langsam haben wir uns richtig gut eingelebt und ans Leben im Camper gewöhnt. Es ist nicht immer komfortabel, aber die Flexibilität und Freiheit, die wir dafür bekommen, entschädigt alles. Daniel fährt wie ein Profi im Linksverkehr und wir vermuten schon, dass er in Deutschland gar kein Auto mehr fahren kann. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Hildegard van Lier (Mittwoch, 30 Januar 2019 06:35)

    Ooooh mein Gott, das hört sich soooo traumhaft schön an. es ist wohl nicht nur das entfernteste Ziel eurer Reise, sondern anscheinend auch noch das schönste Fleckchen Erde der Welt. Habt weiterhin viel Spaß mit euren neuen Schuhen und Neuseeland natürlich. Aber mit den Tretern kann euch ja nichts und niemand mehr aufhalten ;-)

  • #2

    Horst van Lier (Mittwoch, 30 Januar 2019 07:21)

    Traumhaft schön. Natur pur . Ein Erlebnis , das man niemals vergessen wird.

  • #3

    Hannes u.Doris (Mittwoch, 30 Januar 2019 18:02)

    Ihr Lieben, geniesst diese atemberaubende Natur .Durch eure Wanderungen erlebt ihr die Natur hautnah. Wir wünschen euch noch viele interessante Eindrücke. Durch euren informativen Blog können wir "hautnah "dabei sein.Vielen Dank.Liebe Grüße