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Verregnetes Hoi an

Unser erster Stopp führt uns nach Hoi an, in Zentralvietnam. 

Da das Land relativ langgezogen ist, immerhin 1650km von Norden nach Süden, ist es nicht so einfach, überall eine gleich gute Reisezeit zu erwischen. 

Grade ist in Zentralvietnam Regenzeit, dafür ist die Reisezeit für den Norden und Süden aber gut. Der vietnamesische Wettergott nimmt die Regenzeit während unseres Aufenthalts in Hoi an leider sehr wörtlich und schickt uns jede Menge Regen. 

Mal regnet es den ganzen Tag, mal ein paar Stunden oder es gibt einen Schauer zwischendurch. Alles im allen nicht optimal und sehr unbeständig. 

Wir versuchen aber das Beste draus zu machen und passen unser Sightseeing einfach den Regenpausen an. 

Altstadt mit Flair

Hoi an wird oft als schönste Stadt Vietnams bezeichnet.

Als wir den ersten Abend durch die engen Gassen schlendern, vorbei an den vielen Kolonioalgebäuden und den bunten Lampions, können wir die Begeisterung von Vielen verstehen. Hier herrscht wirklich ein ganz besonderer Flair.

An der schönen Uferpromenade des Thun Bon Flusses findet man viele gemütliche Restaurants und Cafes. 

Hoi an ist vor allem für seine vielen Schneider bekannt. Hier ist es möglich sich für wenig Geld, Kleidung Maßschneidern zu lassen. Da wir weder Anzug, noch Kleid brauchen, lehnen wir die vielen Angebote der Schneider dankend ab. 

Die Altstadt von Hoi an ist eine der wenigen, die den Vietnamkrieg unversehrt überstanden haben und wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Viele Restaurants und Shops befinden sich in den schönen, alten Gebäuden. Teilweise sind die Häuser etwas heruntergekommen, haben aber dadurch einen besonderen Charme. 

Die Altstadt ist für motorisierte Fahrzeuge gesperrt und so kann man die meiste Zeit relativ entspannt durch die Gassen spazieren. Einzig die Rikschafahrer bimmeln einen manchmal von der Straße. Ein Rikschafahrer kommt selten allein und meist fahren direkt 30 Rikschas hintereinander her, um chinesische Reisegruppen durch Hoi an zu kutschieren. 

Etwas trubeliger geht es da schon auf dem Markt zu. Hier fahren die Roller und Fahrräder kreuz und quer, links gibt es Fleisch zu kaufen, rechts Fisch und mittendrin Obst oder ein hübsches Souvenir. Geordnetes Chaos in Perfektion. 

Frau mit Regenschirm steht unter Lampions in Hoi an
Lampions am Flussufer in Hoi an

Lampion verkaufsstand in Hoi an

Vietnamesische Küche

Neben der wunderschönen Altstadt hat Hoi an auch kulinarisch richtig was zu bieten. Angeblich soll es hier die besten Restaurants in ganz Vietnam geben. 

Wir probieren direkt zwei Spezialitäten, die es nur in Hoi an gibt: Cao Lau und Banh Bao Vac

Cao Lau ist ein Reisnudelgericht mit Schweinefleisch, vielen Kräutern und einer würzigen Soße. Hört sich erstmal total unspektakulär an, aber es gibt tatsächlich nur drei Familien in der Stadt, die diese speziellen Cao Lau Reisnudeln herstellen. Die Reisnudeln werden in einer speziellen Lauge eingelegt. Diese Lauge beinhaltet Asche der Amaranth Bäume, die nur am nahegelegenen Strand wachsen. Uns schmeckt's auf jeden Fall richtig gut. 

Banh Bao Vac sind kleine Teigtaschen mit Garnelen- Hackfleischfüllung und ebenfalls sehr lecker. Ihre Form erinnert an eine Blume und daher werden sie auch White Rose genannt. Diese Spezialität wird ebenfalls nur von einer Familie in Hoi an hergestellt. Seit Generationen wird das Rezept weiter gegeben und ist natürlich streng geheim. 

Aber nicht nur die Spezialitäten aus Hoi an schmecken hervorragend. Die vietnamesische Küche ist generell großartig und sehr vielfältig.

Und so futtern wir uns so durch den Tag, probieren viele neue Leckereien aus und freuen uns über die günstigen Preise. 

Ein Überbleibsel aus der französischen Kolonialherrschaft ist Banh Mi, zu deutsch: Baguette. Die vietnamesische Ausführung ist allerdings mit Reismehl gebacken und um einiges fluffiger. Belegt werden die Baguettes mit Fleisch, Ei, Gemüse oder Kräutern, eine leckeren und würzige Sauce drüber: Voila la baguette! Verkauft werden die Banh Mis eigentlich an jeder Straßenecke, aber es gibt auch einige sehr bekannte Bahn Mi Shops, in denen schon der eine oder andere Promi zu Gast war. 

Auch der starke vietnamesische Kaffee gehört nach wenigen Tagen bereits zu unseren Highlights, ein richtiger Wachmacher. Traditionell wird der Kaffee entweder schwarz oder mit süßer, dickflüßiger Kondensmilch getrunken, wahlweise heiß oder kalt. In manchen Lokalen kostet der Kaffee grade mal 50 Cent. Für uns als Kaffeeliebhaber ist daher Kaffeetrinken eine unserer Hauptbeschäftigung in Hoi an. Gibt schlechtere...

Cao Lau mit Salat Fleisch und Chilli

Großes Holzschild Hoi an Roastery

Mit dem Radl unterwegs

Unsere schöne Unterkunft liegt 2km vom Stadtzentrum und 3km vom Strand entfernt, daher ist es herrlich ruhig. Nur ab und an kommt mal ein hupendes Moped vorbei geknattert. Die Unterkunft hat nur wenige Zimmer und einen schönen Pool, den wir aber nicht nutzen. 

Es werden kostenlos Fahrräder angeboten und so schwingen wir uns auf die Räder, sobald es trocken ist und fahren nach Hoi an. Wir erkunden die hübsche Altstadt immer stundenweise bei Tag und Nacht, radeln durch die umliegenden Reisfelder und planen ein wenig die nächsten Wochen in Vietnam. 

Am letzten Morgen ist der Himmel über Hoi an gar nicht so grau wie die anderen Tage und regnet tut es auch nicht. Also schwingen wir uns erneut auf die Räder und fahren Richtung Strand. Zumindest mal gucken. 

Der Weg führt uns durch Reisfelder, vorbei an Wasserbüffeln, Enten und Reisbauern. 

Leider kommen wir nicht weit und nach ein paar gefahrenen Metern stehen wir im strömenden Regen, mitten im Reisfeld. 

Die geteerte Straße ist dann auch irgendwann zu Ende und so schieben wir, leicht entnervt, die Fahrräder durch den Matsch,  zur nächsten Straße. 

Fahrrad in der Altstadt von Hoi an
4 Wasserbüffel auf einem Reisfeld in Vietnam

Abenteuer beginnen, wo Pläne enden

Das war so nicht geplant. Eigentlich wollten wir ein bisschen am Strand spazieren, denn laut Wetter App sollte es auch erst nachmittags wieder regnen. Grade befinden wir uns aber nicht am Strand, sondern pitschnass und bedröppelt im nächstbesten Café, auf Kinderstühlen, zwischen Vietnamesen und trinken vietnamesischen Kaffee. 

Als der Regen aber auch nach einer Stunde nicht weniger wird, beschließen wir trotzdem mal kurz zum Strand zu fahren, der ist nämlich nur noch 280m entfernt. Zumindest mal kurz das Meer sehen. 

Wie zu erwarten ist am Strand nichts los. Die Wellen sind ganz schön hoch und das Wasser ist angenehm warm.

Schade, dass wir unsere Badesachen nicht mitgenommen haben, sonst hätten wir mal kurz reinspringen können. Nass sind wir ja eh schon. 

Zwei Minuten später...

Zwei Irre flitzten in Unterwäsche bzw. T-Shirt über den Strand ins Meer. Wer das wohl war? 

Nach der Planscherei im Meer schwingen wir uns wieder auf die Fahrräder und fahren zurück zu unserer Unterkunft. 

Es regnet übrigens den kompletten Tag weiter. Aber ich denke, dass wir unseren letzten Tag in Hoi an, trotz des Wetters bestens genutzt haben. 

Frau im T-Shirt steht im Meer, während eine Welle auf sie zu rollt

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Kommentare: 2
  • #1

    Hannes u.Doris (Mittwoch, 28 November 2018 17:16)

    Hey , spontan seid ihr ja .Euch kennt ja keiner.In Münster wäre das schon schwieriger. Das ist Urlaubsfeeling pur.Weiterhin eine gute Zeit mit besserem Wetter.Liebe Grüße vom verregneten Niederrhein.

  • #2

    Hildegard van Lier (Mittwoch, 28 November 2018 19:17)

    HAAA, ja super, das habt ihr richtig gemacht. Ich kenne noch jemnaden der das gleiche machen würde. Der springt sogar in die kalte Nordsee. Bei den kulinarischen Leckerbissen bekommen wir allerdings beide Hunger. Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße aus Kevelaer. Hier wird es langsam Weihnachtlich ;-)