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Unberührte Natur in Borneo

Da die Insel Penang praktischerweise einen eigenen Flughafen hat, konnten wir mit Air Asia direkt ins nächste Abenteuer fliegen. Wir flogen nach Kota Kinabalu, auf Borneo. Borneo ist nach Grönland und Neuguinea die 3 größte Insel der Welt und ist zwischen den Staaten Malaysia, Indonesien und Brunei aufgeteilt. 

Kota Kinabalu besuchten wir hauptsächlich zum tauchen. Im vorgelagerten Tunku Abdul Rahman Marine Nationalpark erhofften wir uns einige schöne Tauchgänge.

Tipp Tauschschule in Kota Kinabalu

Downbelow Marine & Wildlife Adventures

Die Tauchschule liegt auf der vorgelagerten Insel Pulau Gaya. Die Tauchpausen wurden auf der Insel gemacht, es gab Kaffee, Wasser, Snacks und auch Mittagessen. 

Das Equipment ist gut in Schuss, die Organisation und die Tauchguides sind gut.

Under the sea

Am ersten Tag haben wir einen kleinen Auffrischungskurs gemacht, da wir seit 1,5 Jahren nicht mehr tauchen waren. Maske abziehen, Atemregler "verlieren" oder Out of Air Situationen, waren die Übungen die wir unter Wasser trainierten. 

In den nächsten zwei Tagen fuhren wir zu fünf verschiedenen Tauchplätzen und sahen uns die Unterwasserwelt im südchinesischen Meer an. 

Die Sicht war leider die meiste Zeit nicht so toll und wirklich spannende Fische haben wir auch nicht gesehen. Das Highlight war das Hinterteil von einem Katzenhai, der sich unter einem Stein verkrochen hatte. Wahrscheinlich waren wir einfach zu einer ungünstigen Zeit vor Ort. Manchmal kommt wohl auch der ein oder andere Walhai vorbei. 

Es war aber trotzdem gut, mal wieder ein bisschen Taucherfahrung zu sammeln und die Pausen auf der Insel waren auch sehr entspannend. Außerdem werden die lustigen Clownsfische in ihrer Anemone auch nie langweilig. 

Frau taucht nach einem Tauchgang auf

Besuch bei den Langnasenaffen

An unserem letzten Tag in Kota Kinabalu machten wir einen Ausflug zu frei lebenden Langnasenaffen. Diese lustigen Gesellen leben nur auf Borneo. Wir fuhren mit dem Boot einen Fluss entlang und sahen direkt mehrere Langnasenaffen. Zusätzlich zeigte sich der Mount Kinabalu völlig wolkenfrei und so hatten wir freie Sicht auf den höchsten Berg Südostasiens. Meistens ist der Berg wohl wolkenverhangen und man kann die Spitze nicht sehen. 

Einige Menschen in der Region Sabah glauben, dass nach ihrem Tod, ihre Seele auf diesen Berg wandert. So hat er für viele Menschen eine besondere Bedeutung. 

Nach unserer kleinen Flussfahrt fuhren wir zum Strand und konnten einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten. 

Um noch eine Romantikschippe drauf zu packen, fuhren wir im Dunkeln erneut zu einem Fluss. Vom Boot aus konnten wir tausende Glühwürmchen in den Bäumen leuchten sehen. Die Bäume sahen so aus wie funkelnde Weihnachtsbäume. Durch die Gruppen von Chinesen, Koreanern oder Japanern haben wir uns nicht arg stören lassen. Obwohl sie laut telefonieren, laut die Nase hochziehen oder einfach irgend etwas anderes laut machen. 

Mount Kinabalu Wolkenfrei
Sonnenuntergang auf einem Fluss. Im Hintergrund Palmen.
Sonnenuntergang vom Strand aus

Kota Kinabalu ist keine schöne Stadt. Im 2. Weltkrieg wurde hier fast alles weg gebombt und deswegen besteht die Stadt aus meist hässlichen Häusern. 

Aber wir hatten ja genügend Programm und so wurde uns langweilig. 

Man merkt wirklich, dass auf Borneo weniger Tourismus herrscht. Die meisten Menschen gucken einen ganz interessiert an, teilweise eine Ewigkeit. Aber auch hier sind alle sehr freundlich und hilfsbereit.

Noch mehr Affen

Eigentlich wollten wir zu unserer nächsten Station, nach Sandakan, mit den Bus fahren. Aber der Bus wäre 7,5 Stunden gefahren und die Flugzeit beträgt 45 Minuten. Außerdem ist der Flug nur unwesentlich teurer. 

Am Flughafen angekommen, fahren wir mit dem Taxi direkt weiter nach Sepilok. 

Dieses Örtchen war vor allem wegen dem Orang-Utan Rehabilitation Center interessant für uns. Da die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans für mich eine Herzensangelegenheit sind, haben diese Herrschaften sich einen eigenen Blogbeitrag verdient. 

Neben dem Orang-Utan Rehabilitation Center besuchten wir das Rainforest Discovery Center in Sepilok, sonst gibt es nicht allzu viel zu erleben. Auf mehr oder weniger befestigten Wegen spazierten wir ein wenig durch den Regenwald. Für uns war das jetzt nicht so spannend.

Eine Übernachtung in Sepilok ist daher völlig ausreichend. 

Tipp Schlafen in Sepilok

Sepilok Nature Lodge

Ruhige Unterkunft mit großen Zimmern und schönem Freiluftbad. 15 Minuten zu Fuß zur Orang Utan Sanctuary und 10 Minuten zu Fuß zum Rainforest Discovery Center. 

 

Nachdem wir 3 Tage in Sepilok waren und jeden dicken Baum kannten, starteten wir in unser kleines Dschungelabenteuer. 

Dschungelabenteuer

Wir fuhren 2 Stunden mit dem Bus zum Kinabatangan River und checkten in unsere Lodge mitten im Dschungel ein. Lodge hört sich jetzt so luxuriös an. Wir wohnten eigentlich in einer ziemlich dreckigen Bretterbude, meistens nur mit kaltem Wasser, aber immerhin mit Klimaanlage. Das Essen war aber fantastisch. Vor Ort erwartete uns ein ziemlich straffes Programm. Nach dem Einchecken ging es zur ersten zweistündigen Flussfahrt. Wir sahen einige Makaken, Langnasenaffen, ein Krokodil und Nashornvögel. Als wir zurück zur Lodge fuhren konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.

Unser Lieblingsprodukt in diesen Tagen sollte unser Moskitospray sein. Leider stachen die Biester sogar durch die langen Sachen, so dass man sich jedes Mal komplett einsprühen musste. Das erhöhte den Wohlfühlfaktor nicht wirklich.

Mit Moskitospray eingedieselt und mit Gummistiefeln und Taschenlampe bewaffnet, ging es nach dem Abendessen zur Nachtwanderung. 

Wir sahen einen lustigen Mini-Hirsch, Reptilien, verschiedene schlafende Vögel und Insekten. Eine Fledermaus begleite uns durch den Dschungel und flog teilweise ziemlich nah über unsere Köpfe. Sie wurde wohl vom Licht unsere Taschenlampen angezogen. 

Langnasenaffen Im Baum
Sonnenuntergang vom Fluss aus

Als der Regen kam

Der nächste Tag startete zu einer ziemlich unmenschlichen Zeit. Um 6 Uhr saßen wieder alle auf dem Boot zur nächsten Flussfahrt. Leider hatten wir nicht so Glück mit dem Wetter. Nach ein paar Minuten begann es zu regnen und hörte auch nicht mehr auf. So saßen wir eine Stunde im strömenden Regen auf dem Boot und sahen auch nur ein Krokodil. Bei dem Mistwetter kommen selbst die Tiere nicht raus. 

Gut, dass wir uns in Georgetown Regencapes gekauft hatten. Warum die nur 50 Cent gekostet haben, erfuhren wir beim auspacken. Die Teile hatten gar keine Arme. Aber gut, die Regencapes / Mülltüten mit Kapuze sorgten immerhin dafür, dass wir nicht vollkommen durchnässt waren. 

Und wer kann schon von sich behaupten, um 6.30 Uhr im strömenden Regen, ohne Frühstück, auf dem 2. längsten Fluss in Malaysia zu hocken? Wir! Nach dem Frühstück sollte eigentlich eine dreistündige Dschungelwanderung anstehen. Da es aber einfach nicht aufhören wollte zu regnen, meldeten wir uns dafür ab. 

Als der Regen blieb

Die Matschpfützen waren bei der gestrigen Nachtwanderung schon ohne Regen so groß und tief, dass ich fast drin stecken geblieben wäre. So saßen wir auf unserem Balkon und schauten dem Regen zu. War auch irgendwie romantisch. 

Es regnete aber wirklich den ganzen Tag. Wir mussten zum Restaurant einige Meter laufen und trotz Regencape, wurde man jedes Mal aufs Neue klitschnass. Da unsere Outdoor-Sachen eh alle nass waren und wir ja schließlich die ganzen Touren bezahlt haben, entschieden wir uns die Flussfahrt Mittags mitzumachen. Mit uns saßen nur 2 Japaner im Boot, der Rest ließ die Fahrt ausfallen.

Es regnete sogar einige Zeit etwas weniger und so konnten wir die besondere Stimmung auf dem Fluss genießen. Nebel zog aus den Bäumen hoch und wenn unser Kapitän den Motor abstellte, hörte man nur die Geräusche des Dschungels. 

Die Tiere hatten sich wohl auch mit dem Wetter arrangiert und waren recht munter. Wir sahen erneut Makaken, Langnasenaffen und ein Krokodil. 

Als wir wieder Richtung Lodge fuhren, regnete es wieder so heftig, dass die Tropfen auf der bloßen Haut weh taten. Dank den Adleraugen unseres Kapitäns, sahen wir trotzdem noch einen Orang Utan. Er versteckte sich unter Blättern, da sie es wohl nicht mögen, nass zu werden.

Wieder in der Lodge freuten wir uns auf eine heiße Dusche. Blöderweise war wohl der Heizer kaputt und so gab es nur kaltes Wasser. Nach der Dusche waren wir also noch durchgefrorener als vorher. 

Die geplante Nachtwanderung nach dem Abendessen fiel glücklicherweise aus. 

2 Menschen auf einem Fluss mit Regencapes. Kletschnass

Der letzte Tag im Dschungel begann ebenfalls sehr früh. Um 5 Uhr ging der Wecker, damit wir rechtzeitig zur morgendlichen Flussfahrt aufwachten. Ein kurzes Horchen... Ah, regnet immer noch. Also drehten wir uns wieder um und schliefen bis zum Frühstück weiter. 

So langsam war das Ekel Limit erreicht, da unsere Klamotten einfach nicht trocknen wollten und wir sie somit nass in die Rucksäcke packen mussten. Nochmal eine Stunde nass im Boot zu sitzen, war also für uns keine Option.

Back to Reality

Nach dem Frühstück fuhren wir raus aus dem Dschungel und wieder Richtung Sandakan. Zwischendurch machten wir Halt an einer Höhle. Die stellte gerade mich nochmal auf eine harte Probe. 

In der Höhle lebten tausende Fledermäuse, die alle schlafend von der Decke hingen. Es war sehr dunkel und glatt durch die Regenfälle. Der einzige der eine Taschenlampe hatte, war der Guide. Dieser rannte aber so weit vor, dass wir nichts vom seinem Licht hatten und es für uns stockdunkel war. Der beißende Geruch der Fledermauskacke setze sich sofort in der Nase fest. Und als der Guide dann doch mal in unsere Richtung leuchtete und wir ÜBERALL große Kakerlaken sahen, traten Daniel und ich den Rückweg an. Die Kakerlaken saßen an den Wänden der Höhle, am Geländer, auf den Wegen, einfach überall. Gepaart mit dem widerlichen Geruch, der Wärme, Dunkelheit und den Kakerlaken, ist das glaube ich der ekeligste Ort, an dem ich je war.

Als wir draußen wieder frische Luft atmen konnten, verflog meine aufkommende Übelkeit zum Glück relativ schnell. 

Das Militär hatte wohl gerade in den Regenwäldern um die Höhle herum eine Überlebungsübung. Und so standen wir mitten in einer Gruppe schwer bewaffneter Soldaten und starrten auf einen Baum, weil alle etwas rascheln hörten. Als wir zwei Orang-Utans erkennen konnten, waren alle ganz aus dem Häuschen. War bestimmt ein lustiges Bild: die zwei Deutschen, zwischen der Gruppe netter Soldaten. Alle freuten sich über die Orang-Utans und schossen Fotos. 

Der Fahrer setzte uns in Sandakan am Flughafen ab und wir flogen von den Regenwäldern in Sabah weiter in den Großstadtdschungel, nach Kuala Lumpur. 

Wir hatten erstmal genug von dem Naturfeeling und waren froh über die heiße Dusche. 

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