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Untouristisches Bali

Da wir immer noch nicht genug vom indischen Ozean hatten und hörten, dass es einige Dörfchen von Padang Bai einen anderen wunderbaren Ort gibt, machten wir uns auf den Weg nach Amed. 

Amed ist ein verschlafenes Fischerdörfchen mit einem wunderbaren Hinterland. Hier gefiel es uns sehr gut. Die Stimmung ist irgendwie entspannt. Zur Ostküste verschlägt es nach wie vor nicht so viele Touristen, die meisten bleiben im Süden.

Am ersten Tauchtag erkundeten wir die Korallenriffe vor der Haustür. Es war herrlich. Wir sahen so viele Fische, teilweise auch ganze Schwärme, einen Weißspitzenriffhai, Schildkröten, viele Blaupunktrochen, Seepferdchen, Schnecken und wunderbare Korallen. 

Das Schöne ist, dass wir vom Strand aus tauchen konnten. Heißt: Klamotten anziehen, Sauerstoffflasche auf den Rücken, über den Strand ins Meer laufen und abtauchen. Es waren also sehr entspannte und schöne Tauchgänge.

Tipp Tauchen in Amed

Adventure Divers Bali

Gut organisierte Tauchschule in super schöner Lage. Es gibt nach den Tauchgängen leckeres Mittagessen. Hier haben wir den besten Eiskaffee überhaupt getrunken. 

rostiges Blechschild "Wet in Amed"

Morning Dive am Wrack

Der zweite Tauchtag startete sehr früh. Morgens um 5 Uhr wurden wir zum Sunrise Dive abgeholt. Wir fuhren 20 Minuten nach Tulamben.

Vor Tulamben liegt das Wrack der U.S.A.T Liberty. Die Liberty war ein amerikanisches Versorgungsschiff und wurde 1942 auf dem Weg von Lombok nach Bali von einem japanischen U-Boot torpediert. Das Schiff wurde an den Strand von Tulamben geschleppt. 1963 rutschte das Schiff durch den Vulkanausbruch und ein Erdbeben ins Meer. Wir sind 2014 schonmal am Wrack getaucht uns fanden es großartig.

Als wir ins Wasser abtauchten, ging so langsam die Sonne am Horizont auf. Unsere Gruppe war völlig allein am Tauchplatz und das Licht war sehr mystisch. Direkt zu Beginn sahen wir mehrere Büffelkopffische, unter anderem schwamm eine Gruppe von 15 solcher Fische über uns hinweg. Die Büffelkopffische sind in den frühen Morgenstunden auf Nahrungssuche und daher so nah am Strand. Am Tag schwimmen sie weit raus aufs Meer. 

Es war ein toller Anblick, als wir langsam die Liberty erkennen konnten. Hier fühlt man sich wirklich wie im Aquarium. Wir sahen so viele Fischschwärme, die gar nicht schüchtern waren und plötzlich war man mitten in dem Schwarm drin. Das Wrack ist wunderschön mit Korallen bewachsen und für uns einer der schönsten Tauchplätze, an dem wir je tauchen durften. 

Das frühe Aufstehen hat sich definitiv gelohnt. 

Büffelkopffisch

Rollerausflug

Nachdem uns Amed unter Wasser schon voll und ganz überzeugt hatte, setzen wir uns auf unseren Roller, um uns das Hinterland anzusehen. 

Wir haben gedacht, dass wir schon viele grüne Landschaften gesehen haben, aber die Reisfelder und Berge etwas außerhalb toppten wirklich nochmal alles. Die ganze Landschaft war so unbeschreiblich grün. Wir hielten an Reisterrassen und konnten von manchen Punkten ins Tal schauen und die grandiose Aussicht genießen. 

Reisfelder in Amed - Bali
Mann trägt Pflanzen auf dem Rücken durch Reisfelder
Nasse Strasse führt durch saftiges Grün in Bali

Herzlicher Empfang

Unsere nächster Stopp führte uns in den Norden von Bali. Ursprünglich und nicht so touristisch soll es hier sein. Es gibt Seen, noch mehr sattgrüne Reisfelder und Wasserfälle.

Und tatsächlich fiel uns sofort auf, dass die Einheimischen anders auf Touristen reagierten, als z.B. im Süden von Bali. Ob Kind, Frau, Mann oder Opi mit nur 2 Zähnen im Mund, der uns entgegen kam, schenkte uns sein schönstes Lächeln und grüßte uns. Ein Reisbauer rief uns sogar ganz aufgeregt hinterher und winkte uns zu. 

Von den Gebeten, Hähnen und Hunden wurden wir morgens um 6 Uhr geweckt und so begannen unsere Tage in Munduk früh. 

Unser Homestay organisierte für uns zwei Ausflüge. Zum einen machten wir eine 3-stündige Trekkingtour. Wir wanderten durch Reisfelder und Gärten zu einem beeindruckenden Wasserfall. Putu, unser Guide, erklärte uns viel über die Früchte, das Gemüse und die Gewürze, die hier überall wachsen. Zum anderen besuchten wir wieder mit Putu einen lokalen Markt. Wir waren die einzigen Touristen und so war nicht mehr der Markt die Attraktion, sondern wir. Alle lächelten uns an und sahen uns interessiert hinterher. Auf dem Markt konnte man alles kaufen: Gemüse, Früchte, Gewürze, Fisch, Fleisch, Klamotten und Deko. Alle paar Meter änderte sich der Geruch und wir wussten gar nicht wo wir zuerst hinsehen sollten.

Marktszene in Munduk

Pommes auf Bali

Nach unserem Marktbesuch fuhren wir zu heißen, schwefelhaltigen Thermalquellen mitten im Dschungel. Es gibt mehrere Becken, mit 36-38 Grad warmen Wasser, in denen man baden kann. Hier vertrödelten wir ein bisschen Zeit und genossen das warme Wasser. Zum Schluss besuchten wir das auf einem Berg gelegene Brahmavihara Aram Kloster. Es ist das einzige buddhistische Kloster im sonst hinduistischen Bali. 

Der Blick vom Tempel ist grandios. Das grüne Tal mit seinen Reisfeldern und Palmen und am Horizont das Meer. Die Stimmung im Kloster war ganz besonders. Wir lauschten den Windspielen und genossen die friedliche Ruhe. 

Am letzten Abend wollten wir ein bisschen Gastfreundschaft zurückgeben und wollten uns mit Bratkartoffeln am Abendessen beteiligen. Allerdings wurden dann doch Pommes daraus, weil hier irgendwie alles frittiert wird. Die Pommes waren aber auch lecker und haben auch den balinesischen Kindern geschmeckt.

Budhistischer Temple auf Bali in Munduk
Wasserspeier am den Thermalquellen

Tipp Schlafen in Munduk 

Yoga Homestay

Das Homestay liegt etwas außerhalb von Munduk, mitten in Reisefeldern. Die Familie organisiert gerne Touren in die Umgebung. Herzlichkeit und Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben. Frühstück und Abendessen gibt es auf der Terrasse mit wunderbaren Blick in die Reisfelder. Gekocht wird typisch indonesisch. 

Unser neuer Freund "Putu"

In diesen 3 Tagen im Norden von Bali haben wir viele Gespräche geführt und so viel über Bali gelernt. Besonders mit Putu haben wir viel Zeit verbracht und er hat uns soviel über die balinesische Kultur, seinen Glauben und den Alltag der Menschen erklärt. Es war so schön, dass wir uns trotz der wirklich unterschiedlichen Kulturen so gut verstanden und viel zusammen gelacht haben. Putu war total begeistert von Daniels Fotos und so saßen beide abends zusammen und haben sich die Fotos des Tages angesehen. Daniel hat ihm einige Bilder geschickt und Putu war ganz stolz, dass er sie bei Facebook hochladen durfte. Sein Freund kommentierte ein Bild und fragte wer diese schönen Bilder denn gemacht hat. Putu antwortete: Mein Freund aus Deutschland. Ach Putu, auch du bist unser Freund und wir werden noch oft an dein breites Grinsen und dein unverkennbares Lachen denken.

Wir sind immer noch begeistert von dieser Gastfreundlichkeit ohne jeden Hintergedanken. Es macht uns aber auch nachdenklich, dass die Menschen trotz der harte Arbeit hier so fröhlich sind. Die Hausdame hat z.B. 2 Jobs, um die 140€ monatliche Schulgebühr für ihren Sohn zu zahlen. Morgens arbeitet sie in einem anderen Hotel und ab mittags regelt sie alles im Homestay und bekocht abends die Gäste. Trotzdem lacht sie den ganzen Tag und wirkt zufrieden. Mit weniger zufrieden sein. Vielleicht ist das ein guter Vorsatz, den wir von diesem wunderbaren Ort mitnehmen sollten. 

Wir sind sehr froh, dass wir diese lieben Menschen und so auch Bali besser kennen lernen durften. 

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