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Tempelwahnsinn in Kambodscha

Kambodscha stand ursprünglich auf unserer Liste, ist dann aber aus Zeitmangel wieder runtergefallen. Von vielen Reisenden hörten wir, dass Kambodscha toll sei und grade die Tempelanlagen rund um Angkor Wat ein echtes Highlight sind.  

Da wir ja nun nicht weiter durch Laos reisen wollten, hatten wir wieder Zeit übrig und entschlossen uns, von Luang Prabang nach Siem Reap in Kambodscha zu fliegen.

Tipp Visum 

Visa on arrival: 30 Tage, 30$

Hab das Geld für das Visum passend bei Dir, außerdem brauchst du 1 Passbild. 

Siem Reap liegt einige Kilometer vor dem Tempelkomplex, der mit mehr als 1000 Tempeln der Größte der Welt ist.

Mit Ende des Bürgerkriegs und des Machtverlust der letzten Roten Khmer entwickelt sich seit 1990 der Tourismus stetig. 

Die Gruppierung der Roten Khmer bestand überwiegend aus bildungsfernen Landbewohnern, die dem Führer Pol Pot das Versprechen nach einem besseren Leben abnahmen. So wuchs die Gruppierung rasant.

Für Pol Pot war die Aufteilung zwischen Stadt und Land Schuld an der Armut. So war alles ländliche gut und alles städtische schlecht. 

So sollte mit Gewalt ein Agrarkommunismus eingeführt werden. Die Leute wurden aus den Städten vertrieben und gezwungen auf dem Land zu leben. Wer gebildet war und lesen konnte, eine Fremdsprache beherrschte, eine Brille trug, Arzt, Lehrer oder Musiker war, war Feind des Regimes und wurde ermordet. 

In nur 4 Jahren Schreckensherrschaft wurden bis zu 2,2 Millionen Kambodschaner ermordet. Das ist ein Drittel der gesamten Bevölkerung in Kambodscha. 

1979 zogen vietnamesische Truppen in Kambodscha ein und entmachteten Pol Pot. 

2009 begannen die ersten Prozesse gegen Führungskräfte der Roten Khmer. Einige wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. 

Unvorstellbar, wie dieses Land gelitten hat. Wie noch vor weniger als 40 Jahren so viele Familien ihre liebsten Menschen verloren haben. Das Durchschnittsalter liegt zur Zeit bei 25 Jahren. Dies ist die erste Generation, die ohne Krieg und Angst aufwächst.

Tipp Schlafen 

River Village Manor 

Einfaches, aber sauberes Hotel mit kleinem Pool, etwas außerhalb vom Zentrum in Siem Reap. Das Hotel stellt Fahrräder zur Verfügung. Der nette britische Besitzer gibt viele Infos zur Stadt und organisiert auf Wunsch die Tempeltouren. 

Mann auf Tuk Tuk auf staubiger Straße in Kambodscha

Tempel überall

Der Besitzer unseres Hotels organisierte uns für zwei Tage einen Tuk-Tuk Fahrer, damit wir die Tempel erkunden konnten. 

Zur besseren Übersicht wurden 3 Tempelrouten geschaffen. Die große Runde, mit Tempeln die etwas weiter entfernt liegen. Die kleine Runde mit den "Highlight-Tempeln", u.a. Angkor Wat und Ta Prohm. Die 3. Runde besteht aus Tempeln, die teilweise 1 Stunde von Siem Reap entfernt liegen.

Unser freundlicher Tuk Tuk Fahrer fuhr zuerst mit uns zum Ticket Schalter. Wir kauften einen 3 Tages Pass für den Tempelkomplex. 

Am 1. Tag fuhren wir zu 7 Tempeln, durch die wir ganz gemütlich durch schlenderten. Das Highlight des Tages war der letzte Tempel, der Preah Khan. 

In den Tempel sind an manchen Stellen Bäume hineingewachsen. Die Anlage war unglaublich beeindruckend. Überall konnte man kleine Abzweigungen gehen und so waren wir fast 2 Stunden hier unterwegs.

Tipp Tempeltour 

Am 1. Tag die große Tempelrunde fahren und erst am 2. Tag die Tempel von der kleinen Runde besuchen. So spart man sich die schönsten Tempel für den 2. Tag auf. 


Die Khmer hatten im 10.Jahrhundert ein ausgeklügelte Bewässerungssystem und konnten so mehrmals im Jahr Reis ernten. Diese erfolgreiche Landwirtschaft brachte Nahrungsüberschüsse und somit großen Reichtum. Dadurch konnten große Städte und riesige Tempelanlagen errichtet werden. Der größte und bekannteste Tempel ist Angkor Wat. Der Bau dauerte 37 Jahre und diente dem König als Staatstempel. 

Insgesamt besteht der Tempelkomplex von Angkor aus über 1000 Tempeln.

 

An Tag 2 unserer Erkundungstour fuhren wir erneut zu 7 Tempeln, diesmal entlang der kleine Route.

Entgegen unserer Erwartung waren wir von den Haupttempel Angkor Wat eher enttäuscht. Die riesige Anlage war zwar beeindruckend, aber die etwas verfalleneren Tempel, die nach und nach von der Natur verschlungen werden, gefielen uns deutlich besser. Es war natürlich ziemlich viel los. Massen an Chinesen, die seltsamerweise auch nur in Gruppen auftreten, schoben sich mit uns durch Angkor Wat. 

Trotzdem haben wir das ein oder andere ruhige Plätzchen gefunden und konnten so ein bisschen die Stille genießen.

Der Bayon Tempel hat uns am besten gefallen. Dieser war total imposant. In die Steine waren Gesichter eingearbeitet und bei den tausenden, riesigen Steinen kam man sich selber ganz klein vor. Insgesamt besteht der Tempel aus 37 Türmen. 

Der Ta Prohm war der letzte Tempel des Tages. Hier sind Teile des Films "Tomb Raider" gedreht worden. In den Tempel sind viele riesige Bäume eingewachsen und das Alter des Bauwerks macht sich deutlich bemerkbar. Einige Teile des Tempels sind bereits eingestürzt, andere Teile werden versucht mit Pfeilern zu stützen. 

Ringsherum zwitschert und pfeift es aus den Bäumen, man kommt sich ein bisschen vor wie im Urwald.

Die Tempelanlagen waren wirklich unglaublich beeindruckend. Es war aber auch anstrengend, bei über 30 Grad durch verschiedene Tempel zu spazieren. Ich hätte mir nicht vorstellen können, einen weiteren Tag die Tempel anzusehen. Irgendwann bekommt man eine Tempelreizüberflutung.  

Die Eintrittspreise für die Tempel sind ordentlich angehoben worden. Grund dafür, sind die nötigen Restaurationsarbeiten. Dann hoffen wir mal, dass die Anlagen der Menschheit noch lange zu Verfügung stehen. Wobei einige bestimmt irgendwann ganz von der Natur verschluckt werden.

Siem Reap als Stadt fanden wir nicht wirklich besonders. Wir waren froh etwas außerhalb zu wohnen und uns nach den Tempeltouren im Pool erfrischen zu können. 

Tipp Essen 

MAOM Restaurant 

Super leckeres, authentisches Essen zu günstigen Preisen und eine sehr liebe Bedienung.  Es werden auch Kochkurse angeboten. 

Das Restaurant unterstützt eine Schule in der Nähe. 

Der nächste Flug wartet leider schon

Wir wären gerne noch ein bisschen länger in Kambodscha geblieben. Das war aber selbst gewähltes Schicksal, da wir den Weiterflug ins nächste Land schon gebucht hatten. Die Flüge waren relativ teuer und da schlugen wir bei einem guten Angebot zu, stahlen uns damit aber auch die Flexibilität. 

Wir konnten aber auch in der kurzen Zeit ein paar Einblicke erhalten und durften ein Stück von Kambodscha kennen lernen. 

Die Geschichte des Landes, die schönen Tempel und die freundlichen, offenen Menschen haben uns berührt. Vielleicht war die Herzlichkeit der Menschen genau der Funke, der in Laos gefehlt hat. Gerade die jungen Kambodschaner sind sehr aufgeschlossen und interessiert. Oft würden wir gefragt, wo wir herkommen und wie das Wetter bei uns so ist. Sie wollten einfach so mit uns quatschen. Wir hatten nicht gedacht, dass wir auf ein so freundliches Volk treffen, gerade nach der grausamen Geschichte, die das Land und die Menschen hinter sich haben.

Und so genossen wir unser letztes Cambodia Bier und tranken auf erlebnisreiche Tage in Siem Reap, wunderbare Menschen und das nächste Reiseziel. Kambodscha, es war wundervoll mit Dir. 

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