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Tanz um den Löwen

Eigentlich hatten wir uns ja für Kapstadt vorgenommen, ein zweites Mal auf den Tafelberg zu steigen. Hinter der Seilbahn beginnt der Platteklip Gorge, der schnellste und kürzeste Weg, um auf den Tafelberg zu gelangen. Da wir aber gelesen hatten, dass der Weg überwiegend aus hohen Stufen besteht und uns der Lions Head so nett anlachte, entschieden wir uns gegen einen zweiten Besuch auf dem Tafelberg und für einen Besuch auf dem Lions Head. 

Der Lions Head ist neben dem Tafelberg einer der Hausberge von Kapstadt. 

Guten Morgen Sonnenschein

Der Wecker riss und erbarmungslos um 5 Uhr aus unseren Träumen. Wir wollten der Hitze etwas aus dem Weg gehen, denn die letzten Tage waren es über 30°C in Kapstadt. So saßen wir schon um 6 Uhr im Auto Richtung Lions Head. Diesmal hatten wir etwas leichteres Gepäck dabei, als bei unserem letzten Aufstieg zum Tafelberg. Eine Jacke muss mal reichen, haben wir ja letztes Mal auch nicht gebraucht. Ist ja schließlich warm. 

Als wir wenig später am Parkplatz ankamen, war es ziemlich bewölkt und wir konnten die Stadt kaum sehen. Die ersten paar Meter lohnten sich aber bereits, denn der Ausblick auf den Tafelberg und die Gebirgskette der 12 Aposteln war atemberaubend. Die Wolken versteckten das Meer und die Ortsteile Sea Point und Camps Bay. Mit dem wunderbaren Licht der Sonne ergab das Ganze ein mystisches Bild.

Das erste Drittel des Weges war relativ einfach. Es ging zwar ordentlich bergauf, aber der Untergrund war relativ eben. Das zweite Drittel war schon etwas schwieriger zu bewältigen, aber auch kein Hexenwerk. Wir kletterten über Steine und genossen immer wieder diese grandiose Aussicht. Zwischendurch brach die Wolkendecke auf und wir konnten die Stadt oder das Meer sehen. 

Der Wanderweg zur Spitze des Lion Heads ist 2,5km lang und geht zweimal um den Berg herum, bis man oben ankommt. 

Blick auf Kapstadt, wolken verhangen vom Lions Head

Klettermaxe

Im Internet hatten wir schon gelesen, dass die letzten Höhenmeter bis zur Spitze des Berges nicht ohne sein sollten. Schwindelfrei sollte man auf jeden Fall sein und wir lasen von vielen, die nicht bis oben gekommen waren. So waren wir auf das Schlimmste vorbereitet. Aber wie so oft hat es sich bewährt, sich sein eigenes Bild zu machen. 

Die letzten Meter mussten wir die steile Felswand hochklettern. Im Felsen gab es aber Ketten und Fußtritte zur Hilfe. Wirklich sehr gut machbar und ein bisschen Abenteuer ist ja auch mal spannend. Wir fühlten uns ein bisschen wie richtige Bergsteiger. 

Kurz vor dem Ziel wurden wir nochmal ordentlich durchgepustet und es wurde deutlich frischer. Gut, dass wir unsere Jacke dabei hatten. Wir hatten einen der kühleren Tage erwischt und das Wetter wechselte relativ schnell von sehr windig und kalt auf sonnig und warm. 

Es war schon ein komisches Gefühl als wir plötzlich komplett im Nebel bzw. in einer Wolke standen. Aber durch den Wind verzogen sich die Wolken so schnell, dass wir schon bald wieder freie Sicht auf unsere Umgebung hatten. 

Könige der Welt

Die letzten Meter waren geschafft. Da standen wir. Auf 669,9 Metern, auf dem Lions Head. Was ein cooles Gefühl. Irgendwie noch besser als auf dem Tafelberg zu stehen. Diese Aussicht war einfach der Wahnsinn. 360° Rundumblick. Auf der einen Seite die City Bowl und der Tafelberg, auf der anderen Seite das Meer und der Blick auf die anderen Berge. Echt richtig toll. Das Schild „Lions Head, 669,9m“ nutzen wir direkt für ein kleines Fotoshooting. Ein netter Herr fragte uns, ob er ein Bild von uns zusammen machen sollte. Gern doch, so ein einmaliger Moment sollte doch fotografisch festgehalten werden. Dazu unten mehr… 

Wir blieben einige Zeit und genossen die Aussicht. Das zweite Frühstück schmeckte in dieser Atmosphäre noch besser. Geht doch nix über Müsliriegel und Bananen. 

Was ein Gefühl. Die Stadt zu unseren Füßen. Hin und wieder ließ sich mal ein niedlicher Dassie blicken und flitzte von links nach rechts. 

Blonde Frau steht an einem Schild des Gipfels vom Lions Head
Mann steht an einem Schild des Gipfels vom Lions Head

Frau sitzt auf einem Stein am Gipfel des Lion Heads. Unter ihr Kapstadt!

Es geht abwärts

So langsam wurde es doch etwas frisch. Die Sonne versteckte sich jetzt gänzlich hinten den Wolken und wir traten den Rückweg an. Runter ist ja immer irgendwie schlimmer als hoch. Aber wir ließen uns Zeit und waren sehr froh, dass wir schwindelfrei sind. Der steinige und steile Weg bergab, immer den Blick Richtung Abgrund, kann einen schon etwas mürbe machen. 

Nach insgesamt 4 Stunden kamen wir sicher wieder am Parkplatz an. Das frühe Aufstehen hat sich echt gelohnt. Das Licht war wirklich schön und es waren noch nicht so viele Menschen unterwegs. Als wir mittags nochmal Richtung Lions Head und Tafelberg schauten, waren Beide komplett in Wolken gehüllt. Das Wetter ist die nächsten Tage auch so bewölkt und sehr stürmisch gemeldet. Daher haben wir einen sehr guten Moment abgepasst. 

Wieder zu Hause angekommen, sichteten wir direkt ganz gespannt die Fotos.

Die Fotos von uns Beiden und dem Schild sind echt super geworden. Danke nochmal vielmals an den netten Herren, der einfach mal knallhart das Schild gar nicht mit drauf hatte. Auf keinem Foto! Da stehen wir zwei Strahlemänner um dieses besondere Schild, sind stolz wie Oskar und der Mann fotografiert dieses Schild einfach nicht mit. 

Erkenntnis des Tages: Wenn andere Menschen sich anbieten Bilder zu machen, werden diese in der Regel nix. 

Zweite Erkenntnis: Der Lions Head ist grandios und steht dem Tafelberg in nichts nach. Ich glaube er ist sogar unser heimlicher Favorit. Kein Wunder bei dieser Aussicht, oder? 

Mann sitzt am Abgrund auf einem Felsen des Lion Head und schaut auf Kapstadt

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Kommentare: 2
  • #1

    Hannes u.Doris (Montag, 29 Oktober 2018 21:19)

    Hallo ihr Beiden , das sind ja wieder tolle Bilder. Das Erlebte müsst ihr erstmal verarbeitet,diese Eindrücke !!.Ihr habt aber ordentlich Temperaturunterschiede.Mal gut ,dass ihr wohl immer die richtigen Sachen dabei habt.Gutes Feeling.Südafrika scheint auf alle Fälle für euch ein positives Erlebnis gewesen zu sein.Liebe Grüße und passt auf euch auf.

  • #2

    Hildegard van Lier (Dienstag, 30 Oktober 2018 16:05)

    Puuuhh, ob ich da hoch gekommen wäre, Horst hat da seine Zweifel. Ich natürlich nicht ;-)
    Nein, ehrlich, Hut ab. Die Aussicht ist einfach grandios und jede Mühe wert. Aber der nette Herr. Nicht zu fassen, da überlässt man mal einmal jemand anderen die Kamera, schon wird et nix. Egal, die anderen Fotos sind einfach nur atemberaubend toll. Mensch, ab Donnertsag geht es weiter. Bestimmt sagt ihr Südafrika mit einem weinenden Auge Tschüss. Behaltet SA in eure Herzen. Liebe Grüße aus dem kalten und useligen Kevelaer. HEL.