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Sydney - Mehr als nur ne Oper

Sydney - Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal in die größte Stadt Australiens komme. Aber mal ehrlich, ich hätte auch niemals gedacht, dass ich generell mal nach Australien komme, oder Japan. Hätte mir vor zwei Jahren jemand erzählt, dass ich für sechs Monate in der Welt unterwegs bin, hätte ich auch dies nicht geglaubt. Also einigen wir uns darauf, dass es für mich völlig verrückt und unglaublich ist, in Sydney zu sein. 

In Sydney übernachteten wir mal wieder im Mehrbettzimmer. Das Hostel, geführt von Thailändern, war super. Wir haben es tatsächlich nicht einmal geschafft, bei „richtigen“ Australiern zu übernachten. Stattdessen wohnten wir bei Auswanderern aus verschiedensten Ländern. In Brisbane waren es Brasilianer, in Byron Bay eine japanisch-italienische Familie, in Port Macquarie Iren und in Sydney eben Thais. Aber ganz ehrlich: Bei diesem wunderbaren, vielfältigen Land, kann man es gut verstehen, dass viele auswandern. 

3 Tage hatten wir Zeit Sydney zu erkunden. Im Hostel bekamen wir einige tolle Tipps, weswegen wir unsere anfängliche Must-See Liste nochmal überarbeiteten. 

Day 1

Eine Fahrt mit der Fähre durch den Hafen von Sydney war unser erstes Highlight. Vorbei am Opera House und der Harbour Bridge bekamen wir einen ersten Eindruck von den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Sydney. 

Die Fähre brachte uns nach Watson Bay. Hier angekommen liefen wir zum nördlichsten Zipfel des Örtchens. Wir wanderten an der Küste entlang, zu einem Leuchtturm. Die schroffen Felsen und das tosende Meer waren sehr schön anzusehen. Das Wasser ist teilweise so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Nach unserer Wanderung fuhren wir mit dem Bus weiter zum Bondi Beach, wohl der bekannteste Strand in Sydney. Uns fiel direkt diese entspannte Stimmung auf, wie wir sie schon in Byron Bay erleben durften. An dem Strand tummelten sich coole Surfer, schwitzende Muskelprotze und sexy Australierinnen. Also wenn man eins den Mädels in Australien nicht nachsagen kann, dann das sie nicht offenherzig und freizügig sind. 

Am Bondi Beach gibt es mehrere Meerwasserpools. Ein bisschen ärgerten wir uns schon, dass wir unser Badezeugs vergessen haben. Bei 34 Grad wäre es eine Wohltat in den schönen Pool direkt am Meer zu springen. Vom Bondi Beach wanderten wir einige Kilometer entlang des Coastal Walks. Auch hier waren die Felsformationen und die hohen Wellen wieder spektakulär. Mittlerweile waren wir schon ziemlich lange unterwegs und so fuhren wir abends geschafft, aber zufrieden zurück ins Hostel. 

Day 2

Da wir Australien in zwei Wochen nur eine kleine Stippvisite abstatten können, nutzten wir die Chance, um doch noch ein wenig von der vielfältigen australischen Natur zu erleben. Die Blue Mountains befinden sich zwei Stunden von Sydney entfernt. Das Gebiet ist riesig und besteht aus mächtigen Eukalyptuswäldern, bizarren Felsformationen und einigen Wasserfällen. In dem National Park kann man tagelang wandern gehen. Da unsere Zeit begrenzt war, entschieden wir uns für einen fünf Kilometer langen Wanderweg mit verschiedenen Aussichtspunkten und einem Wasserfall. Bei 37 Grad und null Wind kamen wir ordentlich ins Schwitzen.

In Sydney weht immer ein Lüftchen, deswegen konnten wir die Wärme hier gut aushalten. In den Blue Mountains hatten wir allerdings das Gefühl in einer Sauna zu sitzen. Daher schleppten wir uns etwas träge über den Wanderweg. Die Landschaft war aber einfach unglaublich. Die Weite der Wälder und der frische Eukalyptusgeruch waren herrlich. In den Bäumen konnten wir überall weiße Kakadus entdecken. Außerdem sahen und hörten wir viele, komische Klick-Heuschrecken. Schlangen haben wir glücklicherweise nicht entdeckt. Eine Spinne konnte Daniel aber ausfindig machen. Allerdings war das schon im Bushaltestellen Häuschen, außerhalb des Parks. Wir wissen nicht genau, was das für eine Spinne war, aber wir schätzen auf eine Huntsman Spinne. Die ist nicht wirklich giftig. Trotzdem ekelig. 

Am Echo Point Aussichtspunkt hatten wir einen tollen Ausblick auf die Three Sisters. Diese Felsformationen hat eine besondere Bedeutung bei den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. 

Der Mythos der Aborigines besagt, dass drei Schwestern mit ihrem Vater, Tyawan in dieser Region lebten. Tyawan war ein Zauberer. In direkter Nähe wohnte wohnte Bunyip, vor dem sie Angst hatten. Eines Tages erschrak eine der Schwestern, als sie einen Tausendfüssler erblickte und warf nach einen Stein nach dem Tier. Der Stein rollte aber über die Klippen und traf den schlafenden Bunyip. Dieser wachte auf und war sehr verärgert. Er ging wütend auf die Schwester los. Tyawan nahm seinen Zauberstab und verwandelte die drei Schwestern in drei Felstürme, um sie zu schützen.

Bunyip wandte sich nun gegen Tyawan. Tyawan verwandelte sich in einen Vogel und flog davon. Dabei verlor er seinen Zauberstab, den er auch heute noch sucht, um die Schwestern zurück zu verwandeln. 

Ziemlich durchgebraten stiegen abends wieder in den Zug und fuhren zurück nach Sydney. Am Bahnhof konnten wir noch zwei Kakadus beobachten, die sich bei anderen Reisenden Chips schnorrten. Wirklich sehr hübsche Vögel, mit ihrer gelben Irokesen-Frisur auf dem Kopf. 

Day 3

An unserem letzten Tag in Sydney und somit auch in Australien, hatten wir noch ein paar Dinge zu erledigen. Das Wichtigste: neue Wanderschuhe. Gestern haben wir in den Blue Mountains mal wieder festgestellt, dass unsere jetzigen Schuhe nicht so richtig optimal sind. Daniel knickt häufig um und ich nörgele schon nach einigen Kilometern, dass mir die Füße weh tun. Bisher war das alles gut machbar mit diesen Schuhen. Wobei Daniel in Südafrika ziemlich fies umgeknickt ist und daraufhin wochenlang Probleme hatte.  Morgen geht es weiter nach Neuseeland und da werden wir ziemlich viel wandern. Als uns ein Mädel im Hostel dann noch einen 10% Gutschein von der Outdoormarke "Kathmandu" gegeben hatte, stand der erste Tagesordnungspunkt für heute fest. Auf zum nächsten Kathmandu Shop und Schuhe shoppen. Tatsächlich fanden wir beide echt gute, knöchelhohe Wanderschuhe. Na dann kann Neuseeland ja kommen. Die folgende Sightseeing Tour durch Sydney nutzen wir direkt um die Schuhe ein wenig einzulaufen. Sexy sah das zwar nicht aus, aber wir sind ja nicht auf Weltreise um sexy zu sein. 

Das Wetter war etwas umgeschlagen und bei 24 Grad fröstelten wir fast. Der Himmel war stark bewölkt. Das passte Daniel als passioniertem Fotografen natürlich nicht so gut. Aber gut, das Wetter kann man sich halt nicht aussuchen. 

Wir spazierten entspannt durch das Viertel "The Rocks" und besuchten einen kleinen Wochenendmarkt. Das gemütlich Viertel befindet sich direkt an der Harbour Bridge. Die Harbour Bridge ist mit 1149 Meter Länge und 135 Meter Höhe ein ziemlich beeindruckendes Bauwerk.

Von dieser Seite hat man außerdem einen wunderbaren Blick auf das Opera House. Das Opernhaus wurde nach 14 Jahren Bauzeit 1973 fertig gestellt. Mit sechs Veranstaltungssälen und insgesamt 5738 Sitzen ist die alte Dame um einiges größer als unsere schöne Elbphilharmonie. Vom Nahen betrachtet erkennt man, dass das gute Stück ein weißer Kachelbau ist. Aber trotzdem gehört die Oper einfach zu Sydney und zum ganzen Land. Toll, dass wir auf einmal vor einem Gebäude stehen, welches wir schon so häufig in den verschiedenen Medien gesehen haben.

Ein weiterer Punkt auf unserer Must-See Liste fehlte uns noch. Wir wollten die Skyline von Sydney, inklusive Opera House und Harbour Bridge wenigstens einmal im Dunkeln anschauen. Wir finden ja beide, dass Städte im Dunkeln meist noch schöner sind. Und auch in Sydney bestaunten wir wieder die schönen angeleuchteten Gebäude. Als um 21 Uhr Nieselregen einsetze, verzogen wir uns schnell wieder ins Hostel. 

Danke Australien für die geile Zeit. Wir sind super froh, uns doch so spontan für dieses Wahnsinns Land entschieden zu haben. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hildegard van Lier (Montag, 21 Januar 2019 08:03)

    Was für ein Traum. Gut, dass ihr euch noch für Australien entschieden habt. Bastian und Claudia waren ja schon fasziniert von diesem Land und schwärmen immer noch. Die Wanderschuhe zu kaufen ist ebenfalls eine super Idee. Die werdet ihr öfter anziehen als ihr glaubt. Besonders in Neuseeland. Papa träumt schon wieder.....