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Singapur - Kurz aber heftig

Singapur - eigentlich nicht geplant. 

Wir haben lange hin und her überlegt, wo wir nach Thailand hinreisen sollen. 

Eigentlich wollten wir ursprünglich nach Myanmar. Aber irgendwie fühlten wir uns diesmal nach sechs Wochen Südostasien gesättigt. Wir befürchteten Myanmar nicht gerecht zu werden, wenn wir jetzt weiter durch Südostasien reisten. 

Also planten wir kurzer Hand spontan um und schoben zuerst mal einen Zwischenstopp in Singapur ein. Singapur ist der kleinste Staat Südostasiens und ist mit 11 Millionen Besuchern jährlich eine der meist besuchtesten Städte der Welt. Wir hatten schon so viele Bilder gesehen und so viel gehört. Wir waren echt richtig gespannt auf diese futuristische, moderne Metropole. 

Singapur wird von Europäern oftmals auch als „die Schweiz Asiens“ bezeichnet. Das liegt daran, dass der Staat gewisse Eigenheiten pflegt und das Preisniveau extrem hoch ist. So zählt Singapur zu einer der Städte und Staaten mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten. Als Strafe werden hier zum Beispiel Stockhiebe genutzt, es ist verboten Kaugummis mit ins Land zu bringen und auf Drogenbesitz steht die Todesstrafe.

Da will man sich ja besser nichts zu Schulden kommen lassen. 

Bei der Hotelauswahl merkten wir direkt, dass Singapur kein günstiges Pflaster ist. Es war also mal wieder Zeit für ein Mehrbettzimmer im Hostel. Wir landeten allerdings einen echten Glücksgriff. Das Hostel war sehr sauber, im Mehrbettzimmer herrschte eine ruhige Stimmung, nur die Disko nebenan nervte. Trotz Oropax wummerte der Bass die ganze Nacht.

Kulturmix

Schon von Malaysia kannten und mochten wir den dort herrschenden Kulturmix. Auch in Singapur ist es möglich an einem Tag in verschiedene Kulturen hinein zu schnuppern.  Dies ist möglich in Chinatown, Little India oder Little Arab. Es befinden sich chinesische Tempel, indische Tempel und Moscheen auf engsten Raum. Wir schlenderten ein wenig durch die verschiedenen Viertel und waren ganz neidisch auf das Essen, welches in den Restaurants über die Tische ging. Am besten gefiel uns Little Arab. Die schöne Moschee, die vielen gemütlichen Cafés und Lampen Shops erinnerten uns an Istanbul. In der bunten Lane Street konnten wir Streetart an den Wänden bestaunen. 

Zum Essen ging es für uns dann aber nicht in ein teueres Restaurant, sondern in ein Hawker Center. Diese überdachten Hallen mit vielen Essensständen sind in Singapur sehr bekannt und sprießen wie Pilze aus dem Boden. Wir wurden im Maxwell Food Center in Chinatown fündig. Die Preise waren human und das Essen lecker. 

Singapur by night

Mittlerweile war es schon dunkel und wir waren schon ganz heiß darauf, endlich die Marina Bay zu sehen. Wenn wir an Singapur denken, dann denken wir an das riesige Marina Bay Sands Hotel und an die Gardens by the Bay. 

Das Marina Bay Sands Hotel besteht aus drei Türme, die an einen Stapel Karten erinnern sollen. Jeder Turm ist 191 Meter hoch und trägt eine 340 Meter lange Dachterrasse mit einem Infinity Pool. Zu dem Hotel gehören ein Theater, verschiedene Restaurants, Bars, ein Einkaufszentrum und ein Kasino. Die günstigsten Zimmer fangen bei 300€ die Nacht an. Da das nicht so ganz unserer Preiskategorie ist, verschieben wir die Übernachtung hier auf ein anderes Mal. 

In der Level 33 Skybar hatten wir einen super tollen Blick auf das funkelnde Singapur bei Nacht. Bei der Aussicht schmeckte das Bier noch besser. 

Die Gardens by the Bay sind eine 101 Hektar große Parkanlage und befinden sich hinter dem Marina Bay Sands. In dem schön angelegten Park finden sich zwei Gewächshäuser. 

Der Cloud Forest stellt die Vegetationszone in 1.000-3.000 Meter über Meereshöhe dar. Hier sind seltene Orchideen, viele Pflanzen und ein Wasserfall zu bestaunen. Der Flower Dome ist das größte Glasgewächshaus der Welt. Wir waren an den Gewächshäusern allerdings aufgrund von Zeitmangel und Kostengründen nur wenig interessiert. Die Lichtershow an den Supertrees verpassten wir knapp. 

Nach 14 gelaufenen Kilometern am ersten Tag machten wir uns auf den Weg zurück ins Hostel. Der wummernde Bass von Techno Musik wiegte uns in den Schlaf, oder auch nicht. 

Singapur by day

Nachdem Singapur uns am ersten Tag schon so super gefallen hatte, wollten wir die Umgebung rund um die Marina Bay noch weiter erkunden. Schon gestern fiel uns auf, wie riesig die Gebäude und wie weit die Distanzen in Singapur sind. Um die U-Bahn Station zu verlassen, braucht das mitunter schonmal zehn Minuten. Die Decken sind hoch, die Flure breit und die Straßen mehrspurig. Einfach Platz, übertrieben viel Platz. 

Nachdem wir irgendwann den Ausgang der U-Bahn Station erreicht hatten, besuchten wir das Wahrzeichen von Singapur, den Merlion-Brunnen. Er gilt als Schutzpatron für die Stadt und ist ein Fabelwesen aus Meerjungfrau und Löwe. Mermaid + Lion = Merlion

Natürlich durfte ein typisches Touristenfoto vor dem Merlion-Brunnen nicht fehlen. Manchmal muss man auch Tourist sein. 

Wir schlenderten ein bisschen umher, setzten uns zwischendurch auf eine Bank, beobachteten die Leute und vertrödelten einfach entspannt die Zeit. 

Nachmittags zog es uns wieder Richtung Marina Bay Sands Hotel, diesmal ins Kasino. Nein, wir wollten nicht unsere Reisekasse aufbessern, sondern ein paar kostenlose Getränke abstauben. Die Sicherheitsvorkehrungen waren relativ streng. Der Einlass ist für Touristen zwar kostenlos, aber nur unter Vorlage des Reisepasses. Die Rucksäcke müssen abgegeben werden, die Pässe werden dreimal kontrolliert und man wird genauestens begutachtet, bevor man das Kasino betreten darf. 

Wir waren beide noch nie im Kasino. Die Ausmaße waren auch hier schon wieder unvorstellbar. Über mehrere Etagen konnten Zocker ihrer Leidenschaft frönen. Die Etagen waren offen, so dass man von oben einen tollen Blick auf die untere Etage hatte. Wie viel Geld hier wohl tagtäglich fließt? 

Einen Kaffee und ein paar kühle Getränke später waren wir mit unserer Besichtigungstour fertig und wurden wieder ausgeschleust. Auf jeden Fall ein echter Geheimtipp für alle Sparfüchse. 

Da wir an unserem letzten Tag auf keinen Fall die Lichter- und Tonshow bei den Super Trees verpassen wollten, machten wir uns schon vor Sonnenuntergang auf den Weg zu den Gardens by the Bay. Die Super Trees sind Pflanzenbewachsene Stahlgerüste, die aussehen, als würden sie aus einer völlig anderen Welt stammen. Aber die Teile sehen nicht nur super aus, sie sind auch noch richtig praktisch. 

Sie dienen der Aufzucht von seltenen Pflanzen, mittels Photovoltaik wird Elektrizität gewonnen, Regenwasser wird zur Bewässerung der Pflanzen gesammelt und einige der Bäume dienen als Kühltürme für die Kühlsysteme der Gewächshäuser. 

Wir machten es uns auf den Bänken unter den Bäumen gemütlich und warteten mit vielen anderen Menschen auf den Beginn der Show. Das lange Warten lohnte sich auf jeden Fall. Die Show war wirklich toll. Wir saßen 15 Minuten, wie kleine Kinder, mit offenem Mund da und bestaunten die bunten Lichter. Es wurde Opernmusik gespielt und die Super Trees wechselten passend dazu ihre Farben. Ein tolles Schauspiel. 

Singapur hat uns wirklich begeistert, bei Tag und noch mehr bei Nacht. Der Mix aus den verschiedenen Kulturen, der Flair von Südostasien, eine super moderne Metropole, glatt polierte Böden in den Luxusmalls, riesige Gebäude und authenthische Hawker Center - all das vereint Singapur. Unsere Nummer eins Metropole in Südostasien waren bisher immer Kuala Lumpur, aber Singapur hat sich doch auf Platz 1 gemogelt.

Singapur - kurz aber heftig! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Mittwoch, 09 Januar 2019 15:11)

    Einfach nur WOW!!!

  • #2

    Doris und Hannes (Mittwoch, 09 Januar 2019 20:18)

    Kompliment, alles richtig gemacht. Zunächst die Reiseplanung in Thailand hinsichtlich "Pabuk", dann die Entscheidung, "kurz in Singapur reinzuschauen". Es ist schon Wahnsinn, was ihr während eurer Reise erlebt, selbst wir "Daheimgebliebene" können kaum noch folgen.
    Wir wünschen euch weiterhin eine gute Reise, habt weiterhin tolle Begegnungen, genießt die Zweisamkeit und passt gut aufeinander auf.