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Safari im Addo - Vollgefressene Löwen

Der Tag startet für uns wieder früh. 

Es ist 6 Uhr, als wir wieder im großen Safari Truck sitzen und ich meinen Atem sehen kann. Wir machen einen Sunrise Game Drive. 

Es ist ziemlich kalt. Ich habe fast alles an, was ich im Rucksack habe. Der Nieselregen und der Fahrtwind, machen die Angelegenheit nicht besser. 

Der Guide fährt mit uns tief in den Park hinein und zeigt uns so, dass in der anderen Hälfte des Park eine ganz andere Vegetation herrscht. Alles ist hier irgendwie grüner und hügeliger.

Wir sehen einige Elefanten, Zebras, Kudus und Büffel. Es ist interessant auch diese Art von Safarierlebnis mitzumachen, aber wir freuen uns trotzdem schon heute Mittag wieder selber durch den Park zu fahren. So haben wir unser eigenes Tempo, können solange bleiben und uns die Tiere anschauen, wie wir wollen. 

Wenn du denkst, Du hast einen scheiß Job

Unser Guide erklärte uns sehr viel über die Tierwelt. Besonders erstaunlich fanden wir allerdings einen der kleinsten Bewohner im Park. 

Und zwar den Dung Beetle, in der schönen deutschen Sprache auch Mistkäfer genannt. Ich bin ja nicht so der Freund von Krabbeltieren, aber dieser Käfer ist wirklich bemerkenswert. Er hat einen richtigen Kack-Job, im wahrsten Sinne des Wortes. Sobald ein Elefant, Büffel oder Nashorn sein großes Geschäft verrichtet, dauert es nicht lange, bis einige Käfer darüber herfallen. Es werden akkurate Kugeln gerollt, die dreimal größer sein können, als der eigentliche Käfer. Mit den Hinterbeinen wird die Kugel dann an einen geeigneten Ort transportiert. Der Mistkäfer legt seine Eier in diese Kackekugel und wenn die kleinen Mistkäferbabys schlüpfen, können sie sich direkt an dem Energiereichen Mist, bedienen. Schon ziemlich ekelig, aber auch sehr nützlich. Denn durch die Verlagerung des Mists werden Flora und Fauna wunderbar gedüngt. 

Es gibt viele verschiedene Arten von Mistkäfern, aber eine Spezies ist tatsächlich nur noch im Addo Park zu finden. Als Selbstfahrer gilt es daher, penibel darauf zu achten, nicht über die Kackehaufen oder direkt über die Mistkäfer zu brettern. Also: Save the Mistkäfer!

Mistkäfer rollte auf sandigem Boden eine runde Kugel aus Elefanten Kot

Safari die 5. - Der arme Büffel

Nach unserer morgendlichen Fahrt waren wir ordentlich durchgefroren. Im Zelt angekommen, schmissen wir erstmal die Heizung an, tranken einen Kaffee und machten ein kleines Nickerchen.

Am vormittag brachen wir wieder aufgewärmt und voller Tatendrang Richtung Park auf. Die hintere Hälfte des Parks hatte uns gut gefallen und war somit unser Ziel. Am Gate gab der Ranger uns den Tipp, dass zwei Löwen gesichtet wurde. Sie hatten einen Büffel erledigt und hielten sich noch in der Nähe auf. Zuerst war ich unsicher, ob ich diese Aussage jetzt gut oder schlecht finde. Der arme Büffel, aber da sind Löwen. Die sind sonst echt schwer zu finden. Also nix wie hin. 

Da der Park einfach riesig ist und die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 40km/h liegt, brauchten wir trotzdem einige Zeit um an dem Wasserloch anzukommen. 

Wir ließen Elefanten am Wegesrand stehen und fuhren vorbei. Die anderen Leute haben wahrscheinlich gedacht, wir spinnen. Aber die Löwen wollten wir ungern verpassen. 

Zuerst sah ich den Büffel...

... oder das was von ihm übrig war. 

Sein Hinterteil war angebissen und ich konnte durch seinen Bauchraum komplett auf die andere Seite gucken. Na gut, das ist dann wohl die Natur und der Lauf der Dinge. 

Als zweites sah ich eine Tatze. Eine ziemlich große Tatze und ein ganz friedlich drein blickendes Löwengesicht. Mein Gott, was für schöne Tiere. 

Ein Löwe lag etwas versteckt im Gebüsch und ein anderer lag direkt am Straßenrand. Der Wahnsinn. So beeindruckend und imposant. Beide hatten sich den Bauch vollgeschlagen und verdauten jetzt in der Sonne. 

Es waren natürlich ziemlich viele Autos vor Ort. Die Nachricht verbreitete sich schnell und jeder wollte einen Blick auf die Löwen erhaschen. Die Beiden ließen sich allerdings null stören. Selbst dann nicht, als einem Mann sein Handy aus dem Auto fiel und er schnell aussteigen musste, um es zu holen.

Nach einiger Zeit fuhren wir erstmal weiter. Die Auto drängelten sich diesen kleinen Weg entlang und uns war zu viel los. 

Als wir das zweite Mal an dem Wasserloch ankamen, waren die Löwen glücklicherweise immer noch da und war auch etwas leerer geworden. Wir konnten ein bisschen vor Ort bleiben und uns die Prachttiere ganz in Ruhe anschauen. Anscheinend hatten sie jetzt etwas verdaut und waren so munterer. Der eine Löwe stand auf, lief los und blieb direkt neben unserem Auto stehen.

Mein Herz bleibt kurz stehen. Zwischen uns und dem Löwen befindet sich die Blechtür vom Auto. Wenn ich wollte und mich ein bisschen strecken würde, könnte ich den Löwen kraulen. Er ist völlig unbeeindruckt, guckt in unsere Richtung, um sich dann am nächsten Busch wieder hinzulegen. Was ein Erlebnis. Wir können es gar nicht fassen. Wir hatten gehofft Löwen zu sehen, aber da gehört eine ganze Portion Glück und gutes Timing zu. 

Löwenjagd

Normalerweise ist das Jagen bei den Löwen Frauensache. Wenn allerdings ein großes Tier, z.B. ein Büffel, erlegt werden soll, jagt das Löwenmännchen selber. Meist wird im Rudel gejagt. Löwen können zwar bis zu 60km/h schnell rennen, halten dieses Tempo aber nicht lange durch. Raubkatzen können nicht kauen. Ein Löwe kann bis zu 20kg Fleisch auf einmal schlucken. Es wird sehr schnell gefressen. In der Regel dauert es nicht lange, bis auch die Hyänen mitbekommen haben, das es etwas zu holen gibt. Hyänen sind die größten Nahrungskonkurrenten der Löwen. Sie treten immer im Rudel auf, sind sehr aufdringlich, furchtlos und habe sehr scharfe Zähne. 

Im Museum des Addo Parks haben wir eine Audiospur von Hyänen bei der Jagd gehört. Sehr gruselig. Es hört sich an, als würden die Viecher lachen. Bei König der Löwen wird das schon hervorragend rübergebracht. 

Entspannter Löwe zeigt seine Zähne im halbschlaf
Ein Löwe entspannt im Gras und schaut uns an

Diesen erfolgreichen Tag lassen wir mit selbstgekochten Nudeln auf unserem Balkon ausklingen und stoßen zum Sonnenuntergang mit einem Bier an. 

Was für ein Abenteuer im Addo Elephant Nature Park. 3 Tiere der Big 5 gesehen. 

Unsere erste Safari, ein voller Erfolg.

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Kommentare: 1
  • #1

    Hannes u.Doris (Samstag, 20 Oktober 2018 22:04)

    Nach den ersten Zeilen eures Berichtes haben wir erstmal die Heizung angemacht. ..
    Die Begegnung mit den Löwen war sicher ein tolles Erlebnis. Die Nähe zu spüren, der helle Wahnsinn! Selbst den Mistkäfer finden wir sympathisch. Habt weiterhin eine gute Zeit. Wir begleiten euch �❤