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Safari im Addo - Elefanten haben Vorfahrt

Es ist 6.30 Uhr. 

Seit einer Stunde sind wir mit dem Auto im Addo Elephant Nature Park unterwegs. 

Der Wecker hat uns um 5 Uhr unsanft aus unseren Träumen gerissen. 

Nach der anfänglichen Unsicherheit, ob unser Safarizelt auch sicher ist und wir keine Krabbeltiere als Mitbewohner haben, haben wir die erste Nacht gut geschlafen. 

Wir schlafen im Addo Main Camp. Dieses Camp befindet sich unmittelbar vor dem Park. Die Übernachtungsgäste können schon um 5.30 Uhr in den Park fahren, während für die Tagesgäste, das Gate erst um 7 Uhr geöffnet wird. Grade morgens und spät nachmittags ist im Tierreich Action angesagt, denn auch die Tiere halten mittags gerne Siesta. Das ist auch der Grund, warum wir Beiden schon um 5.34 Uhr durch das Gate fahren. Bereit für Abenteuer. 

Das Besondere am Addo Elephant Nature Park ist die Möglichkeit, selber mit dem Auto auf Wildtiersuche zu gehen. Natürlich mit einigen Regeln: Speedlimit 40 km/h, nicht aussteigen und die Arme bleiben auch Bitteschön im Fahrzeug. Immerhin gibt es hier Löwen und Leoparden. 

Im Park fühlen sich auf über 166.000 Hektar, fast 600 Elefanten, Löwen, Leoparden und unzählige andere Tiere heimisch. 

Die erste Stunde des Tages, war bis auf einen wunderbaren Sonnenaufgang und dem damit verbundenen Licht, nicht sehr spektakulär. Der Rest der Tierwelt scheint noch zu schlafen oder ist in einer anderen Ecke des Parks. 

Safari die 1. - Pumba

Gestern nachmittag, nach unserer Ankunft, haben wir schon eine kleine Runde durch den Park gedreht. Dabei haben wir schon viele Zebras, Kudus und Warzenschweine entdeckt. Das war schon sehr aufregend. Trotzdem sind wir jetzt bereit für Elefanten. Heißt ja schließlich Elephant Park. 

Zwei Warzenschweine stehen auf einer Wiese und fressen Gras
Ein Zebrakopf im Portrait. Frisst Gras.

Safari die 2. - Die ersten Elefanten

Die Karte des Parks liegt auf meinem Schoss, das Fernglas liegt vor mir und wir haben uns für heute Morgen das Ziel gesetzt, bis circa zur Hälfte des Park zu fahren. 

Dieses Ziel mussten wir anpassen, als plötzlich zwei Elefantenbullen auf die Straße treten. 

Ok, was? Wir sind bereit für Elefanten? Blödsinn, kann man für so eine Begegnung bereit sein?!

Die Jungs schlendern entspannt in Richtung unseres Kleinwagens. Wir sind hin-und hergerissen. Panik oder absolute Freude. Wir fühlen uns so klein. Daniel legt den Rückwärtsgang ein und wir fahren langsam zurück. Anscheinend kreuzen wir grade den morgendlichen Spaziergang und als wir merken, dass die Beiden keine Anstalten machen, von der Straße zu gehen, nehmen wir doch lieber eine andere Route. 

Anscheinend sind wir hier im Elefantenviertel gelandet. Links und rechts, im Gebüsch stehen immer mal wieder Dickhäuter, sind am futtern und ignorieren uns, in unserem lächerlich kleinen Auto. Das Highlight des Morgens wartet dann allerdings am nächsten Wasserloch auf uns. 

Schnell durchgezählt, stehen da 27 Elefanten um dieses Wasserloch und trinken fröhlich vor sich hin. Von ganz klein bis ganz groß ist alles dabei. Wir bleiben eine Ewigkeit hier stehen und schauen diesen wunderbaren Tieren zu. 

Zwei Elefantenbullen versperren eine Sandige Strasse.
Eine Herde Elefanten steht um ein Wasserloch und trinkt. Im Hintergrund laufen Elefanten einen Hügel hoch und fressen.

Asiatische und Afrikanische Elefanten

Der afrikanische Elefant ist generell größer als sein asiatischer Kollege, grade der Kopf und die Ohren. Ansonsten unterscheiden sich die Beiden äußerlich weniger. Afrikanische Elefanten sind schon immer eher von Wilderern gejagt worden, während man die asiatischen Elefanten dressierte. Man brach ihren Willen, um sie das tun zu lassen, was der Mensch von ihnen will, z.B. Hilfe bei der Abrodung von Wäldern. 

In Thailand und Laos haben wir schon Bekanntschaft mit dem asiatischen Elefanten gemacht. In beiden Camps wurden die Elefanten gut behandelt, es wurde nicht auf ihnen geritten, sie trugen keine Ketten und mussten auch keine Kunststücke aufführen. Das war uns wichtig. Diese Elefanten waren ehemalige Arbeitselefanten. Als die Abrodung der Wälder gestoppt wurde, waren sie arbeitslos. Viele wurden einfach umgebracht oder verkauft. Einige Camps haben es sich zur Aufgabe gemacht, den arbeitslosen Elefanten ein schönes, zweites Leben zu ermöglichen. Des weiteren sorgen sie für den Artenerhalt. Wir sind in diese Camps gekommen und waren so fasziniert. Wir spazierten mit den Elefanten zum Fluss oder Wasserloch, fütterten sie und kamen ihnen ziemlich nah, grade in Thailand. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern, dass ich in dieser Horde Elefanten sitze und mit dem kleinen Babyelefanten spiele. Er futtert mein Shirt an, wirft mich um und will gekrault werden. 

Irgendwie kommt uns das grade hier in Südafrika, in dieser Umgebung, so unnatürlich vor. Nie würden wir jetzt auf die Idee kommen, unser Auto zu verlassen und zu den Tieren gehen. Das sind wilde Tiere und obwohl wir in Asien jede Menge Respekt vor ihnen hatten, kommen sie uns hier irgendwie bedrohlicher vor. 

Safari die 3. - Rotwein im Busch

Den Mittag verbrachten wir mit einem Käffchen auf unserem Balkon. In Decken eingekuschelt konnten wir Warzenschweine und Kudus beobachten. Für den Nachmittag hatten wir uns für einen Sundowner Game Drive angemeldet. Wir erhofften uns, dass wir noch mehr Tiere sehen und auch einige interessante Fakten zu hören bekommen. Die Ranger wissen einfach die Verstecke und gewohnten Plätze der Tiere. Da können wir uns bestimmt noch etwas für den morgigen Tag abgucken. 

Dick angezogen machten wir uns erneut auf Richtung Park. Die Safari Jeeps sind offen und der Wind pfeift ordentlich. Unser ganzer Jeep war besetzt mit deutschen Touristen. Da konnte der Guide seine Deutschkenntnisse zum Besten geben. Er sang Lieder für uns, hatte immer einen flotten Spruch auf Lager und fuhr über Wege, die wir als Selbstfahrer nicht fahren durften. 

Direkt zu Anfang sind wir in eine Herde Elefanten geraten. Vom hohen Jeep aus, hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf diese imposanten Tiere. 

Der Guide suchte eifrig nach Löwen, hatte aber kein Glück. Dafür fand er neben den Elefanten noch Zebras, Kudus, Warzenschweine und Schakale. 

Als er, nach einiger Zeit, eine sichere Stelle für uns gefunden hatte, sollten wir alle aus dem Jeep aussteigen. Hier gab es erstmal ein Gläschen Rotwein und ein paar Snacks. Der Wein schmeckte in dieser Umgebung noch besser und wir lauschten den Umgebungsgeräuschen der Tiere. 

Als wir zurück zu unserem Safarizelt gingen, stand direkt vor unserem Balkon ein Büffel. Nr. 2 der Big 5. Elefant und Büffel gesehen, fehlen noch Leopard, Löwe und Nashorn. Theoretisch und mit sehr viel Glück können wir hier noch Leoparden und Löwen sichten. 

Morgen ist ein neuer Tag, mal sehen, was wir da so alles erleben. 

Ein Elefantenauge in der Nahaufnahme
Ein Büffel steht auf einer Wiese und schaut uns direkt an

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Kommentare: 1
  • #1

    Hildegard van Lier (Samstag, 20 Oktober 2018 09:49)

    Oooooh mein Gott, ich muss gerade heftig schlucken. Was für ein Abenteuer. Ich hatte das Gefühl mit in eurem Auto zu sitzen. Das ist ja der Wahnsinn. Und dann die passenden Fotos dazu. Toll. Danke. Und bitte weiterhin gut auf euch aufpassen, man weiß ja nie wo der nächste Elefant um die Ecke kommt oder der nächste Löwe wartet. Liebe Grüße aus dem beschaulichen Kevelaer. Sooo krass das Ganze, unfassbar.