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Port Macquarie - Krankenhaus für die Kleinen

Vom lässigen Byron Bay fuhren wir mit dem Bus in das verschlafene Örtchen Port Macquarie. Die Greyhoundbusse sind gut in Schuss, es gibt WLAN und die netten Busfahrer entpuppen sich teilweise als echte Tourguides. Trotzdem ist der Bus nicht so richtig unser Wunschtransportmittel. Mit dem Bus fühlen wir uns manchmal etwas unflexibel. Aber das ist Nörgeln auf ganz hohem Niveau. Für die spontane Australien-Entscheidung und die begrenze Zeit ist der Bus für uns eigentlich die beste Option.

Unser Airbnb Gastgeber Damian holte uns von der Bushaltestelle ab und machte direkt eine kleine Rundfahrt durch Port Macquarie mit uns. Als er uns erzählte, dass er der örtliche Police Officer ist, fühlten wir uns in seiner Obhut natürlich noch sicherer. Damian entpuppte sich als einer der besten Gastgeber, bei denen wir bisher wohnen durften. Unser Zimmer war super. Wir hatten ein eigenes Bad, eine Kochplatte, Geschirr, Mikrowelle, Wasserkocher und sogar Netflix. Im Kühlschrank lag bereits ein Bier für uns kalt und es gab Schokolade, Kekse, Müsli, Kaffee und Milch. Richtig fürsorglich und gastfreundlich. Über den Netflix Zugang freuten wir uns besonders. So konnten wir die Abende gemütlich bei einem Filmchen mit Bier und Schoki ausklingen lassen. 

Der Grund für unseren Besuch im verschlafenen Port Macquarie passt ziemlich gut in diese Stadt. Dieser Grund schläft nämlich durchschnittlich 18 Stunden täglich. 

Krankenhaus mit süßen Patienten

Koalas sind wahrscheinlich, neben den Kängurus, die bekanntesten australischen Tiere. Sie leben nur an der Ost- und Südküste des Landes. Es gibt einige Zoos oder Sanctuarys in dieser Gegend. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns aber gegen einen Besuch in so einer Einrichtung entschieden.

In Port Macquarie gibt es ein Koala Krankenhaus und das stand ganz oben auf unserer "Must See" Liste. Hier werden verletzte oder kranke Koalas behandelt, aufgepäppelt und nach Möglichkeit wieder ausgewildert. 

Durch Abrodung von Wäldern oder Buschbränden verlieren die Koalas ihren natürlichen Lebensraum. Dadurch müssen sie näher zusammen rücken. Eigentlich ist das nicht so ihr Ding. Sie leben zwar in Gruppen, aber trotzdem hat jeder Koala seinen eigenen Bereich und sie rücken sich nicht so auf die Pelle. Durch die unnatürliche Nähe verbreiten sich schneller Krankheiten. Häufig befallen Clamydien die Geschlechtsorgane und Augen. Unbehandelt kann so eine Infektion schnell zum Tod führen. Auch im Koala Krankenhaus sind einige Tiere aufgrund einer Clamydien Infektion erblindet. 

Durch den eingeschränkten Lebensraum, müssen sich die Koalas ebenfalls mehr auf dem Boden aufhalten. Dadurch werden sie schnell Opfer von Unfällen mit Autos, Zügen oder Hunden. 

Die Mitarbeiter des Koala Krankenhaus kümmern sich mit Hingabe um die niedlichen Tierchen und versuchen ihr bestes, sie schnell wieder fit zu bekommen. 

Eukalyptus Fans

Koalas werden fälschlicherweise oft als Koala-Bären bezeichnet. Auch wenn die Ähnlichkeit mit einem Teddybär sehr verblüffend ist, sind Koalas aber keine Bären, sondern Beuteltiere. 

Die Babys werden sechs Monate im Beutel der Mama rumgetragen. Danach wechseln die Kinderchen für weitere sechs Monate vom Beutel der Mama auf ihren Rücken. Nur noch zum Essen und Schlafen gehts dann wieder in den Beutel zurück. 

Koala Weibchen werden circa 15 bis 18 Jahre alt. Die älteste Koaladame wurde 25 Jahre alt und hält damit den Weltrekord. Sie lebte im Koala Hospital in Port Macquarie. Nicht immer gelingt es den Mitarbeitern die Tiere wieder in die Wildnis zu entlassen. Manche waren so schwer verletzt, dass sie in der Wildnis nicht lange  allein überleben würden. 

Koala Männchen werden circa 10 bis 15 Jahre alt. Die knuffligen Fellknäuel können mit 14kg ganz schöne Brecher werden. Sie haben scharfe Krallen um sich an ihren Lieblingsbäumen, den Eukalyptusbäumen, festhalten zu können. Mit Begeisterung futtern sie die Eukalyptusblätter oder die Rinde der Bäume. Daher schwingt immer ein herrlich erfrischender Duft mit ihnen. Den Großteil ihres Flüssigkeitshaushalts gleichen sie mit den Eukalyptusblättern aus. Daher trinken sie nur wenig Wasser. 

Auch wenn die gemütlichen Gefährten nicht danach aussehen, können sie bis zu zwei Meter weit von Ast zu Ast springen. 

Niedlichkeitsfaktor 10.000

Da unsere Unterkunft nur wenige Gehminuten vom Krankenhaus entfernt war, stiefelten wir noch vorm Frühstück um 8 Uhr Richtung Koala Krankenhaus. Wenn wir schon nicht gegessen hatten, wollten wir wenigstens die Fütterung der Koalas miterleben.

Das frühe Aufstehen hat sich auf jeden gelohnt, denn es waren noch nicht viele andere Touristen vor Ort und wir konnten so den Mitarbeitern bei ihren morgendlichen Arbeit über die Schulter schauen. 

Die Eukalyptussträuche wurden ausgetauscht und einige Koalas bekamen ihre Medizin. So hatten wir das Glück, die niedlichen Tiere, auch mal im wachen Zustand beobachten zu können. Auch wenn dieser nicht sehr lange anhielt. Einfach zu putzig, wie sie immer wieder wegpennen. Sie sitzen da völlig entspannt auf ihren Bäumen und schlummern friedlich vor sich hin. Ab und an schaut mal einer müde auf, nickt dann aber auch genau so schnell wieder weg. 

Zu jedem Koala konnte man seine Geschichte lesen. Es tat uns in der Seele weh zu lesen, dass einige schlimme Verbrennungen durch Waldbrände erlitten haben oder vom Auto angefahren wurden. 

Wir haben einige Zeit im Krankenhaus verbracht und so oft über die süßen Koalas geschmunzelt. Bezaubernde Tiere. 

Coastal Walk

Nach der Koala Fütterung gab es auch bei uns erstmal Frühstück. Nachmittags sind wir dann ganz entspannt über den Coastal Walk entlang der Küste in das Städtchen Port Macquarie gelaufen. Die Strände und Buchten waren sehr schön. Im Moment gab es allerdings ein Problem mit Seegras, weswegen das Wasser nicht so schön klar aussah wie sonst. 

In der Stadt selber war nicht viel aufregendes zu sehen. Wir hatten Mühe ein Café zu finden, da irgendwie viele Lokale geschlossen waren. 

Abends schauten wir noch den Sonnenuntergang an unserem Hausstrand, den Flynns Beach. 

Nach zwei Nächten in Port Macquarie zogen wir weiter nach Sydney. Um 5 Uhr morgens fuhr unser Bus und Damian brachte uns sogar wieder zur Haltestelle. Ein bisschen plagte uns das schlechtes Gewissen, dass er wegen uns in seinem Urlaub so früh aufstehen muss. Aber er ließ sich nicht davon abbringen uns zum Bus zu fahren. Ein super Typ! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Sonntag, 20 Januar 2019 12:15)

    Ach ihr Süßen, die Koalas sind aber auch wirklich zu putzig, möchte man am liebsten sofort mitnehmen. Australien hat euch ja wohl auch total fasziniert. Ich bin gespannt wie es euch in Neuseeland gefällt. Das topt bestimmt alles. Hier friert es im Moment ganz anständig. Das aber bei tollem Sonnenschein. HEL und passt gut auf euch auf.

  • #2

    Doris und Hannes (Sonntag, 20 Januar 2019 19:18)

    Ja, ja, die süßen kleinen Koalas....., im Vergleich zu den Menschenkindern?
    Erst klein und putzig, werden sie "aufgemöbelt" damit sie groß und stark werden und allen Gefahren trotzen..... und dann?
    Sind sie groß und stark und bereisen Erdteile, die ihre Eltern bisher nur, wenn überhaupt, vom Hörensagen kannten!
    Aber der Vorteil ist, sie reisen mit euch und erweitern ihr geografisches Wissen, dank eurer Infos.
    Danke, habt weiterhin eine gute, gemeinsame Zeit und passt gut auf euch auf.
    Fahrt vorsichtig..... und vor allem.....schön LINKS!