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Pearl Harbor - Mehr als nur ein Film

Der 07.12.1941. 

Der Tag an dem die USA in den 2. Weltkrieg eintritt. 

Zu diesem Zeitpunkt stehen die USA und Japan schon länger an der Schwelle zum Krieg. Japan hat weite Teile Asiens erobert und ist weiter auf dem Vormarsch. Amerika will den Machtgewinn Japans nicht weiter tolerieren und hat nach vielen Gesprächen und Drohungen, die Ölexporte eingestellt. 

Die Lage zwischen den beiden Ländern ist angespannt. Die USA verlegen ihren offiziellen Truppenstützpunkt nach Hawaii, um geografisch näher an Japan zu liegen. 

Durch spezielle Codeentschlüsselung ist den USA durchaus bewusst, dass sie einen Angriff von Japan zu erwarten haben, sie wissen aber nicht wann und wo. 

Allerdings wiegen sich die USA in Sicherheit, denn sie gehen davon aus, dass Japan auf dem Seeweg angreift.   

Für die damaligen Zeit, verfügen die USA über einige hoch technisierte Kampfschiffe. Die USS Arizona ist eines der Prachtstücke der amerikanischen Flotte und liegt in Pearl Harbor vor Anker. 

Am Morgen des 07.12.1941 starten 183 japanische Kampfflugzeuge von einem Flugzeugträger, der unentdeckt einige Kilometer vor Hawaii ankert. Lange Zeit bleiben auch die Kampfflugzeuge unentdeckt. Man erwartet Flugzeuge aus Kalifornien und war daher nicht verwundert, über die Flugobjekte, die das Radar meldet. 

So gelang den Japanern ein Überraschungsangriff.

Japan sah durch den Angriff auf den wichtigen Truppenstützpunkt Pearl Harbor die Chance, für eine Weile ohne Störung der USA den Krieg im asiatischen Raum weiter führen zu können. Nach dem Angriff waren die USA ja erstmal mit dem Aufbau ihrer Flotte beschäftigt. 

Da die USA niemals mit einem Angriff aus der Luft gerechnet hatten, waren sie machtlos. 

Viele Bomben trafen in der ersten Angriffswelle die wichtigsten Militärstützpunkte auf Oahu. Was beim ersten Angriff nicht zerstört wurde, wurde in der zweiten Angriffswelle, mit 167 Kampfflugzeugen bombardiert. 

Die Kampfschiffe sanken in Minuten. Eine Bombe traf das Munitionslager der USS Arizona. Es folgten mehrere Explosionen und die Überreste des Kampfschiffs brannten 3 Tage lang. 

Alle 1177 Soldaten, die sich an diesem Morgen auf der USS Arizona befanden, starben. 

Insgesamt verloren an diesem Tag 2390 Menschen ihr Leben. 

Die USA wurden mitten ins Herz getroffen. Ein hinterhältiger Angriff, der sie völlig unvorbereitet traf. 

Nach dem Angriff hatten die USA alle Hände voll zu tun. Das Militär begann schnell mit der Bergung der Schiffe und Leichen. In 3 Jahren wurden bis auf 2 Kampfschiffe alle 19 Schiffe geborgen. Die meisten konnten wieder in den Dienst gestellt werden. Neben der USS Arizona konnte die USS Oklahoma ebenfalls nicht geborgen werden. 

Pearl Harbor Visitor Centre

Vielen wird Pearl Harbor wahrscheinlich aufgrund des gleichnamigen Films mit Ben Affleck und Josh Hartnett ein Begriff sein. Auch ich habe den Film mehrmals gesehen und war als Teenie natürlich schwer verliebt in den schönen Josh. Das ich aber mal nach Pearl Harbor komme, an dem Ort stehe, an dem furchtbare Dinge passiert sind und so viele Menschen gestorben sind, habe ich zu dieser Zeit definitiv nie gedacht. 

Das Pearl Harbor Visitor Center befindet sich im Süden von Oahu und wird jedes Jahr von über 2 Millionen Menschen besucht. Auf dem Gelände befindet sich ein Museum, in dem die Vorgeschichte, der Angriff und das „Danach“ informativ dargestellt werden. 

Wir entscheiden uns für einen Audioguide auf Deutsch und erhalten viele interessante Zusatzinformationen zu den Geschehnissen. Der Eintritt ist generell kostenlos, der Audioguide kostet 6,50€. 

Nach dem Museumsbesuch wird ein 25-minütiger Film gezeigt. Auf der Leinwand sehen wir japanischen Kampfflieger, fallende Bomben, brennende Schiffe, fassungslose und verzweifelte Soldaten. 

Nach dem Film steigen wir auf ein Shuttleboot, welches von der Marine betrieben wird. 

Die USS Arizona liegt bis heute noch auf dem Grund des Hafens von Pearl Harbor. Sie konnte nicht geborgen werden. 

900 Menschen konnten ebenfalls nicht geborgen werden. Das gesunkene Kampfschiff ist nun ihr Grab, die Gedenkstätte über dem Wrack ihr Andenken. 

Ein seltsames Gefühl durch dieses Gewässer zu fahren und zu wissen, dass sich immer noch so viele Soldaten in dem Wrack befinden. 

Normalerweise ist es möglich, die Gedenkstätte zu betreten. Da aber der Anlegesteg defekt ist, ist die Plattform zur Zeit geschlossen. 

Andächtiger Ort

Unser Nachmittag im Pearl Harbor Visitor Center war wirklich sehr interessant und informativ. Überall wird viel erklärt und der Audioguide hat uns so manche offene Fragen beantwortet. Wir hatten vorher gelesen, dass der Schauplatz nur so vor Patriotismus strotzt. Einzig im Shop des Centers wundern wir uns über die vielen Pearl Harbor Souvenirs. Ansonsten finden wir, dass das Gelände sehr würdevoll und interessant gestaltet wurde. 

Im Museum befindet sich einer der Kraniche, die Sadako Sasaki gefaltet hat.

Kennt ihr sie noch? Wir haben euch in unserem Hiroshima-Blog ein wenig über sie erzählt. Sadako hat damals den Atombombenabwurf über Hiroshima überlebt und ist Jahre später an Leukämie erkrankt. Sie faltete über 1000 Kraniche, in der Hoffnung wieder gesund zu werden. Eine Legende besagt, dass ein Mensch der 1000 Papierkraniche faltet, einen Wunsch frei hat. Leider wurde Sadako nicht wieder gesund und starb mit 12 Jahren. Ihre Geschichte berührte und schon in Hiroshima. Ihr Vater schenkte den USA einen ihrer gefalteten Kraniche. Eine schöne Geste. 

Wir merken wieder einmal, im Krieg gibt es kein Gut oder Böse, keine Sieger oder Verlierer. Krieg ist immer scheiße! 

07.12.1941 - die USA werde heimtückisch von den Japanern angegriffen. 

06.08.1945 - die USA werfen die erste Atombombe über Japan ab. 

Zwei Tage, die keiner hat kommen sehen. 

Zwei Tage, in denen Menschen so viel Leid widerfahren ist und so viele Leben ausgelöscht wurden. 

Zwei Tage, die eigentlich ein Mahnmal sein sollten. 

Leider aber auch zwei Tage, von vielen Tagen im Krieg weltweit. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Samstag, 02 März 2019 18:30)

    Puuuh, Kriege begegnen einen immer und überall. Und da hast du vollkommen recht: Kriege sind immer scheiße!!

  • #2

    Doris und Hannes (Samstag, 02 März 2019 20:27)

    Ein wahres Wort zu den Kriegen, leider wieder aktueller denn je, bedingt durch Egomanen, die sich für die Größten halten.