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Nara - Sake und eine gefährliche Süßspeise

Von Kyoto aus machten wir uns auf den Weg in das 50km entfernte Städtchen Nara. 

Mit dem Zug waren wir flott bei unserem nächsten Ziel angelangt und schon der erste Eindruck war vielversprechend. Die Stadt mit 400.000 Einwohnern wirkte sofort gemütlich und entspannt. Es gab viele schöne Restaurants, enge Gassen mit alten Holzhäusern und alles konnte gut zu Fuß erkundet werden. Wir waren heilfroh, als wir in den ersten Stunden schon richtig begeistert von Nara waren. Wir waren schon besorgt, dass unsere Japaneuphorie eventuell abflachte, gefiel es uns doch in Kyoto nicht so richtig. Aber in Nara wussten wir wieder, warum wir von Japan so begeistert waren und es immer noch sind. 

Viele Touristen besuchen Nara nur als Tagesausflug. Das finden wir allerdings viel zu schade, denn es gibt hier einiges zu entdecken. 

In Nara konnten wir wieder ein paar „Erste-Mal-Momente“ sammeln und einiges Neues ausprobieren.

lampe in Japan
Traditionelles Haus in Nara, Japan

Wir teilen uns das Zimmer mit 14 anderen Menschen

Da der Preis im Vergleich zum Doppelzimmer einfach unschlagbar günstig war, übernachteten wir in Nara in einem Mehrbettzimmer. Das Hostel war wirklich klasse und die Etagenbetten verfügten über Vorhänge und Holzwände, so dass man trotzdem totale Privatsphäre hatte. Japan ist bekannt für seine Kapselhostels. In dem einem Hostel schläft man wirklich in abgetrennten Kapseln und in dem anderen wird die Privatsphäre eben durch Vorhänge geschaffen. 

Man sagt ja auch, dass das Leben erst am Ende der Komfortzone beginnt und so war die Übernachtung im Mehrbettzimmer eine echte Japan Erfahrung. Wobei wir ehrlich gesagt unsere Komfortzone auch nicht so sehr verlassen mussten. Die japanischen Hostels haben es einfach raus, den Aufenthalt mit kleinen Dingen noch angenehmer zu machen.

Tipp Schlafen in Nara

Oak Hostel Zen

Super sauberes und komfortables Hostel. Es gibt kostenlos Kaffee und Tee den ganzen Tag und die 100 Yen Teilchen zum Frühstück sind unverschämt lecker. 

Die gefährlichste Süßspeise der Welt

Die traditionell japanische Süßspeise, Mochi war ebenfalls eine echte Bereicherung für uns. Mochi ist ein süßer Reiskuchen mit Bohnenfüllung und wird vor allem in Nara hergestellt. Traditionell wird dieses Küchlein zu Neujahr gegessen und kostet ernsthaft jedes Jahr einige Menschen das Leben. Zu Neujahr ist es üblich, möglichst viele Mochis zu verzehren und da diese aus einer zähen und klebrigen Masse bestehen, ersticken einfach manche Menschen daran. 2015 starben sogar neun Menschen durch den Mochi Verzehr.  Wir haben den Verzehr von so einigen Mochis glücklicherweise unbeschadet überstanden. Die Teile schmecken echt fantastisch und haben Suchtpotenzial. 

Blonde Frau in roter Jacke hält 4 Mochis in einer Plastikschale in die Kamera

1 Sake, 2 Sake, 3 Sake…

Wir sind der Meinung das man eine Kultur und ein Land am besten über das Essen kennenlernt und so futtern wir uns seit zwei Wochen fröhlich durch Japan. Natürlich darf das einheimische Bier nicht fehlen. Was wir allerdings bisher noch nicht getrunken haben ist Sake. 

Wahrscheinlich sollte man Japan nicht verlassen, ohne Sake getrunken zu haben. 

Wie passend, dass es in Nara außergewöhnlich viele Brauereien gibt, die den japanischen Reiswein herstellen. Wir besuchten die Harushika Brauerei und nahmen an einem Sake Tasting teil. 

Insgesamt konnten wir sechs verschiedene Sakearten probieren. Die Dame jagte uns ziemlich durch die Verkostung, weil die nächsten Besucher auch Durst hatten. Jeder Sake schmeckte anders, aber unser Lieblingsgetränk wird das wohl nicht. Zum Abschluss gab es ein paar Knabbereien. Was wir vorgesetzt bekamen, wussten wir nicht genau. Eine „Leckerei“ war wohl Tsukemon, eine in Sake fermentierte Gurke. Schmeckt ehrlich gesagt genauso scheiße wie es sich anhört. Nach dem Tasting spazierten wir beschwingt durch Nara, auf der Suche nach etwas leckeres zu Essen. 

Sake fließt aus der Flasche in ein Sake Glas

Okonomiyaki - in Germany we say Pfannkuchen

Wir hatten ja schon ziemlich viel von der japanischen Küche probiert. Was uns zu unserem Glück noch fehlte, war Okonomiyaki. Dieses Gericht erinnert an einen ziemlich dicken Pfannkuchen und schmeckt, wie eigentlich alles hier, unverschämt lecker. Traditionell wird das Okonomiyaki auf einer heißen Eisenplatte direkt am Tisch zubereitet. Wir entschieden uns für die Variante mit Speck und Ei. Kurze Zeit später brachte die Dame uns unseren fertigen japanischen Pfannkuchen und schmiss ihn auf die heiße Eisenplatte. So konnten wir das Gericht bis zum letzten Biss heiß genießen. Nebenher futterten wir Edamame-Bohnen und selbst diese einfachen Bohnen, schmecken hier einfach fantastisch. 

Okonomiyaki auf heisser Eisenplatte in einem Tisch

Wohl gesättigt verkrümmelten wir uns nach diesem schönen Tag in unsere Betten und schliefen die erste Nacht im Mehrbettzimmer sehr gut. Vielleicht lag das aber auch am Sake. Lest im nächsten Blog, was wir in Nara noch so erlebt haben, außer den ganzen Tag zu essen.

Achtung: Es wird niedlich! 

Kommentare: 2
  • #2

    Hildegard van Lier (Freitag, 16 November 2018 17:01)

    Wohl wahr, wir können uns dem Kommentar von Doris und Hannes nur anschließen. Wir bekommen mit jeden Bericht und Video mehr Appetit. Eine Ramen Suppe durften wir ja schon probieren. Super lecker!!!. Sind gespannt wie niedlich es weitergeht. Viel Spaß weiterhin,

  • #1

    Doris und Hannes (Freitag, 16 November 2018)

    Ihr "Leckerschmecker" habt eine gute Strategie entwickelt, über die Ernährung erforscht ihr Japan, nicht schlecht. Die Blogs, Bilder und Videos sind toll und sehr informativ, insbesondere für uns "Daheimgebliebene". Wir wünschen euch weiterhin ein gutes Gelingen und möglichst viele positive Begegnungen und Erfahrungen. Passt auf euch auf!