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Mayaruinen und ein mexikanisches Freibad in Tulum

Bevor wir nach Tulum reisten, waren wir sehr skeptisch. Zu oft hatten wir schon gehört, dass der Ort total überfüllt ist und auch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Touristen überrannt werden. Eigentlich ja so gar nicht unser Ding. 

Da Tulum aber eine der schönsten Mayaruinen und einige tolle Cenoten zu bieten hat, wollten wir dieses Städtchen natürlich nicht auslassen. Also buchten wir uns für drei Nächte ein schnuckeliges Airbnb mitten im Zentrum, ignorierten dabei die negativen Bewertungen, dass es ganz schön laut ist und fuhren mit dem Bus von Bacalar nach Tulum. 

Als wir aus dem Bus ausstiegen, mussten wir tatsächlich nur wenige Schritte bis zu unserer Unterkunft laufen. Das Airbnb lag zwar nicht direkt an der Hauptstraße, aber seltsamerweise fuhren die LKW´s und Busse alle durch diese enge Straße, direkt vor unserem Haus. Na das kann ja was geben.

Um es mal vorweg zu nehmen: Ja es war ziemlich laut, sowohl am Tag, wie auch in der Nacht. Aber, jetzt kommt das große aber: Wir hatten keine Klimaanlage, dafür einen Ventilator so groß und so laut wie eine Turbine. Deswegen haben wir in der Nacht sowieso nur den Ventilator gehört und nichts anderes. Ziemlich praktisch.

Trotz der Geräuschkulisse fühlten wir uns sehr wohl in unserem hübschen Airbnb. Wir hatten eine kleine Küche, ein gemütliches Bett, eine super Hängematte und einen grünen Hinterhof, inklusive zuckersüßem Kätzchen. Die Lage im Zentrum fanden wir auch super, mitten im Geschehen. Unsere anfängliche Skepsis war auch unbegründet. Tulum gefiel uns richtig gut. Es gab Haufenweise gute Restaurants und Cafes, mit dem Fahrrad konnten man wunderbar die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung erkunden und trotz viel Tourismus, fanden wir genügend Ecken, in denen sich das Local Life abspielt. 

Kleiner Exkurs: Mayakultur

Die Maya waren ein indigenes Volk, welches von 400-1200 nach Christus in Mittelamerika gelebt hat. Bis heute konnten Forscher zu den Maya mehr Theorien, als wirkliches Wissen sammeln. Klar ist, dass Volk war eine hochentwickelte Kultur. Sie hatten ausgeklügelte Bewässerungssysteme für den Getreideanbau, bauten riesige Mayastätten  und entwarfen ein eigenes astronomisches Kalendersystem. 

Nach 900 verschwanden plötzlich viele der Maya. Die großen Stätten wurden verlassen, deswegen sprechen manche Forscher davon, dass zu diesem Zeitpunkt die Hochkultur der Maya verschwunden ist. Andere Forscher sehen diesen Schritt als Demokratisierung. Die Maya hatten keine Lust mehr für ihre Herrscher riesige Bauten zu errichten und wollten sich nun um ihren eigenen Wohlstand kümmern. Was nun davon stimmt, nix genaues weiß man. 

Was aber geblieben ist, sind großflächige Mayastätten, rätselhafte Schriftzeichen und Malereien. Lange Zeit wurden die Maya als sehr friedliebendes Volk eingeschätzt, das ein bisschen in die Sterne guckt und für seine Kunst lebt. Mit Entschlüsselung der Mayaschrift war aber schnell klar, dieses Völkchen hatte es Faustdick hinter den Ohren. Kriege und Menschenopfer standen an der Tagesordnung. Feinden wurde der Kopf abgeschlagen und Gefangene wurden gefoltert. Nicht umsonst stoßen Forscher auch heute noch auf Massengräber in Mittelamerika. In Peru wurde vor kurzem zum Beispiel ein Massengrab entdeckt, aus dem 269 Kinder und 260 Lamas geborgen wurden. Laut Forschern wollten die Mayas mit diesen Opfergaben das Wetterphänomen "El Nino" beruhigen, welches die Ernte zerstörte. 

Allerdings ist es ein weit verbreitetes Irrtum, dass die Maya ausgestorben sind. Insgesamt gibt es immer noch Sechs Millionen Maya, die vor allem in Guatemala leben. 

Mayaruine mit Meerblick

Die Mayaruinen in Tulum sind sicherlich eine der Hauptsehenswürdigkeiten. Durch die Lage direkt am Meer und auf den 12 Meter hohen Klippen, ist diese Stätte einzigartig auf der Yucatan Halbinsel. Durch die besondere Lage war die Stätte einer der wichtigsten Handels-Knotenpunkte für die Maya, die hier ebenfalls den berühmte Mayakalender gründeten. So munkelt man. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und fahren nachmittags gemütlich mit den Fahrrädern Richtung Strand. Wir wollten dem Massenansturm an Touristen aus dem Weg gehen und schlugen deswegen erst gegen 15 Uhr bei den Ruinen auf, die 5km außerhalb von Tulum liegen. Es war wirklich nicht mehr viel los und so konnten wir ganz entspannt über das Gelände schlendern. Die Lage ist wirklich toll und damals wie heute, hat man einen wunderbaren Ausblick auf das herrlich blaue Meer. In der archäologischen Zone gibt es auch einen kleinen Strand. Allerdings war grade wieder jede Menge Seegras am Strand und im Wasser. Daher entschieden wir uns gegen eine Abkühlung im Meer.

Die Ruinen haben uns gut gefallen und viel mehr Hintergrundinformationen kann ich euch leider auch grade gar nicht geben. In den nächsten Tagen werden wir in Valladolid und Chichen Itza noch ein wenig mehr über die Mayakultur erfahren und euch daran natürlich teilhaben lassen. 

Mexikanisches Freibad

Auf der Yucatan Halbinsel sind mehr als 700 Cenoten zu finden. Vor 66 Millionen Jahren schlug wohl ein Meteorit nördlich von Yucatan ein. Aus diesem Grund brachen etliche Höhlen ein und legten somit Grundwasser frei. So entstanden die Cenoten, mit Süßwasser gefüllte Kalksteinlöcher. Auch in der Umgebung von Tulum gibt es ziemlich viele Cenoten. Da es hier ab 10 Uhr ziemlich voll werden soll, klingelte der Wecker heute mal früher. Irgendwie war die Cenote dann aber doch etwas weiter außerhalb, als gedacht. Deswegen waren wir erst 9 Uhr vor Ort. Es waren aber trotzdem noch nicht so viele Menschen da. Die asiatische Reisegruppe war auch schon fertig mit planschen, wunderbar.

Wir liehen uns Schnorchel aus und hüpften ins kühle Wasser. Das Wasser war wirklich unfassbar klar und die Cenote ziemlich groß. Wir schnorchelten ganz entspannt herum und schauten uns jede Ecke an. Zwischendurch trafen wir kleinere Süßwasserschildkröten, die hier ihre eigene Ruhezone haben. Trotzdem kreuzte ab und an mal eine Schildkröte unseren Weg. Die Felsformationen der Stalaktiten waren völlig bizarr und mit den Lichtverhältnissen fühlten wir uns wie in einer anderen Welt. Ein schönes Lichtspiel, wenn die Sonne auf das klare Wasser scheint. Von der Decke hingen ziemlich viele Fledermäuse, die teilweise ganz schön nah über unseren Köpfen her sausten. Nach einer Stunde waren wir ganz schön durchgefroren und so wärmten wir uns erstmal etwas in der Sonne auf. Auf dem Gelände gab es eine Liegewiese, Hängematten und Toiletten. So sieht dann wohl ein mexikanisches Freibad aus.

Nach ein bisschen Sonnenbaden wurde es uns zu warm und wir kühlten uns nochmal in der Cenote ab. Mittlerweile war es auch schon 11 Uhr und vom Massenansturm war immer noch nichts zu sehen. Wahrscheinlich hatten wir einen guten Tag erwischt. Wir schnorchelten erneut eine Stunde durch die Gegend und tauchten auch mal ein paar Meter runter. Ganz schön gruselig, wenn es in manchen Ecken so dunkel ist und man den Boden nicht mehr sehen kann. 

Wir fanden die Grand Cenote richtig cool und werden uns in Valladolid sicherlich noch einige Cenoten mehr anschauen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hannes u.Doris (Mittwoch, 13 März 2019 17:25)

    Hallo ihr Lieben, was für eine interessante Kultur! Die ihr uns wieder näher gebracht habt.Wie warm ist das Wasser in der Cenote eigentlich? Ich stelle mir eine Cenote wie eine Tropfsteinhöhle vor.Die sind aber immer kühl .Und über Informationen über den Mayakalender freuen wir uns jetzt schon.Habt eine schöne Zeit. Liebe Grüße vom stürmischen Niederrhein.