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Lazy Days in Luang Prabang

Luang Prabang ist das kulturelle Zentrum von Laos und viele Reisende halten die Stadt für die schönste in Südostasien. Da lagen unsere Erwartungen natürlich recht hoch. 

Bis zum 20. Jahrhundert ist Luang Prabang deutlich von den Einflüssen der Kolonialmacht Frankreichs geprägt worden. Daher findet man unheimlich viele Kolonialbauten, viele französische Restaurants und Geschäfte.

 

Kochen auf laotisch

Um die laotische Küche ein bisschen kennen zu lernen, haben wir einen Kochkurs bei der Tamarind Cooking School besucht. Das war eine gute Gelegenheit, Speisen zu probieren, die wir sonst vielleicht nicht gegessen hätten. Und fürs Essen sind Daniel und ich ja immer zu haben.

Die Kochschule lag in einer wunderschönen, grünen Natur, an einem Seerosenteich, mit vielen quakenden Fröschen und einem kleinen Bach, 10 Minuten außerhalb von Luang Prabang. Leider fanden nicht nur wir diesen Platz schön, sondern auch viele, viele Moskitos. Trotz Moskitospray stachen die Viecher durch die lange Kleidung und ich kam ziemlich zerstochen zurück ins Hotel. Aber der Kochkurs war interessant und wir haben lecker gegessen. 

Chilli in Glut

Die nächsten Tage haben wir uns ein bisschen treiben lassen, waren in gemütlichen Cafés, auf dem Nachtmarkt und haben den Mount Phousi erklommen. Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht über Luang Prabang. 

Mit geliehenen Fahrräder erkundeten wir ein bisschen die Umgebung. 

Luang Prabang ist wie ein Dorf. Wir haben in den entlegensten Ecken andere Reisende wieder getroffen, die wir schon aus Thailand oder von der Bootsfahrt kannten. Unter anderen Patrick und Nathalie, aus Krefeld. 

 

Wilde Fahrt zu den Wasserfällen

Mit den Beiden sind wir auch zu den Kuang Si Wasserfällen gefahren. Die Fahrt mit dem Songthaew war rasant und 45 Minuten später kamen wir, etwas blasser und mit flauem Magen an den Wasserfällen an. Der Wasserfall besteht aus mehreren Kaskaden und das Wasser ist so schön türkis-blau. Man kann eine Wanderung zum obersten Becken des Wasserfalls machen, welcher über 60 Meter hoch ist. Wobei Wanderung etwas untertrieben ist. Gerade der Rückweg über die steilen, sandigen Steine und Wurzeln war echt anstrengend. Teilweise sind wir nur gerutscht und haben versucht uns irgendwo festzuhalten. Auch hier zeichnete es sich aus, dass wir früh gefahren sind. Ab Mittags wurde es viel voller und somit auch lauter. 

Tipp Transport Kuang Si Wasserfall 

An der Kreuzung der Kingkitsalat Road, am Ende des Nachtmarkts warten viele Songthaews.

Entweder ihr handelt direkt einen Preis mit dem Fahrer aus oder ihr wartet bis noch mehr Reisende mitfahren wollen. Je mehr Leute, desto günstiger. 

Kuang Si Wasserfälle in Luang Prabang Laos
Kuang Si Wasserfälle in Luang Prabang Laos

1000 Elefanten

Laos wird auch das Land der 1 Millionen Elefanten genannt. Die Zeiten sind schon lange vorbei und im Moment leben in Laos nur noch 1000 von diesen wundervollen Tieren. 

In vielen Ländern Südostasiens wurden Elefanten als Arbeitstiere eingesetzt, um Bäume zu fällen und die Baumstämme aus dem Dschungel zu tragen. Als die Abrodung von Wäldern verboten wurde, waren viele Elefanten plötzlich arbeitslos.

Viele wurden wahrscheinlich einfach umgebracht, andere kamen in Elefantencamps. In den meisten Camps dürfen Touristen auf den Elefanten reiten und müssen Kunststücke aufführen.

Da wir auf den ersten Blick ausschließlich solche Elefantencamps sahen, entschieden wir uns erst gegen den Besuch eines Elefantencamps. 

Durch Zufall sahen wir ein Office vom Mandalao Elefantencamp. Diese Organisation gibt es erst seit Ende 2016. Mandalao ist tatsächlich das einzige Camp in Laos, in dem die Touris nicht auf den Elefanten reiten dürfen, sie keine Ketten tragen und wirklich gut und artgerecht versorgt werden. 

Das Mandalao Camp hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Arbeitselefanten eine zweite Chance auf ein schönes Leben zu geben. Sie wollen den vorhandenen Bestand der Elefant in Laos schützen und erweitern.

In schöner Umgebung können sie sich so viel bewegen, wie sie möchten. Sie können baden, sich zurück ziehen und einfach artgerecht leben. Nachts werden sie in den Dschungel geführt, um sie vor Wilderern zu schützen.

Tipp Elefantencamp

Das Mandalao Camp bietet verschiedenste Touren an. Diese sind zwar etwas teurer, dafür werden die Elefanten artgerecht behandelt und das Camp arbeitet nachhaltig. 

Bitte, bitte verzichtet auf Elefantenreiten oder Elefantenshows in schlecht geführten Camps. Damit die Tiere sowas mitmachen, muss ihr Wille gebrochen werden und das geht nur mit Quälerei. 

Elefantenauge

Zu Beginn unseres Besuchs erklärte uns ein netter, älterer Herr die Geschichte und die Passion die hinter dem Mandalao Camp steht. Er erzählte mit so vielen Emotionen und voller Leidenschaft. Es war so schön zu sehen, wie viel ihm die Elefanten bedeuten.

Vielleicht hätten wir uns denken können, dass uns eine anstrengende Wanderung bevor steht. Immerhin hieß die Tour "Into the wild". Unser Ziel war es, die Elefanten im Dschungel von ihrem Schlafplatz abzuholen. So wanderten wir einen steilen Berg hinauf, ziemlich anstrengend und schweißtreibend. Oben angekommen, machten wir an einer Lichtung eine Pause.

Plötzlich raschelte und knackte es ordentlich im Unterholz und langsam bewegten sich zwei Elefantendamen auf uns zu. Die beiden Damen waren 35 und 38 Jahre alt. Elefanten können bis zu 90 Jahre alt werden.

Eine elefantendame läuft durch den Dschungel

Zuerst schleimten wir uns ein, indem wir den Beiden Bananen zu futtern gaben. Nachdem das erste Hüngerchen gestillt war, wanderten wir mit den Elefanten langsam Richtung Fluss. Unterwegs hielten die Damen immer wieder an und mampften mal hier ein bisschen Bambus, da ein bisschen Mais und zwischendurch mal was vom Baum. 

Und weil Elefanten täglich 400kg essen, gab es den nächsten Snack, als wir am Fluss ankamen: Zuckerrohr und Bananen. Nach der ganzen Futterei hatten sich die Damen eine Abkühlung im Fluss verdient. 

Wir spritzen die Elefanten eimerweise nass. Bei der Hitze genossen sie es sichtlich. Ist ja auch viel angenehmer, wenn jemand anders einen nass spritzt und man das nicht selber machen muss. 

Die Planscherei artete in eine Wasserschlacht aus, als die Mahouts es mehr auf uns, als auf die Elefanten abgesehen hatten. Aber bei der Hitze und dem schönen, kalten Wasser, herrlich. 

Nachdem wir dann komplett nass waren, mussten wir Lebewohl sagen. 

Wir schauten den beiden Elefanten nochmal tief in ihre gutmütigen Augen und mussten an die Erzählung von unserem Guide denken. Zu Beginn sagte er, dass Elefanten in die Seele eines Menschen blicken können. Sie erkennen, ob jemand gutmütig oder böse ist. So kommunizieren sie mit uns. 

Es ist wirklich ein imposantes und atemberaubendes Erlebnis, einem Elefanten so nah zu sein. Tief zufrieden verließen wir diesen wunderbaren Ort. 

Elefant am Fluss
Eine Frau streichelt einen Elefanten über den Rüssel

Unser Bauchgefühl

Luang Prabang hat uns sehr gut gefallen. Es herrscht eine ganz besondere, entspannte Stimmung. Es gibt viele urgemütliche, hippe Cafés, aber genauso findet man eine Straße weiter die Streetfoodstände und den wahnsinnig schönen Nachtmarkt.

Generell haben wir das Gefühl, dass die Laoten angenehm zurückhaltend, aber freundlich sind. Sie strahlen eine unglaubliche Gelassenheit aus. 

Das Land ist wunderschön und ursprünglich. Die Natur ist unberührt und vielseitig. Die zwei Tage auf dem Mekong und die Tage in Luang Prabang waren wunderbar. Wir haben viel gesehen und viele Wow-Momente gehabt, die uns sprachlos gemacht haben.

Doch irgendein Funke hat gefehlt, um zu sagen, wir reisen weiter durch Laos. Irgendwie hatten wir die ganze Zeit das Gefühl, verhältnismäßig viel zahlen zu müssen, um wenig zu bekommen. Im Vergleich zu Deutschland kann man natürlich trotzdem nicht sagen, dass Laos teuer ist. Aber in Thailand haben wir schöner gewohnt, besser gegessen und haben dafür deutlich weniger gezahlt. 

Wir haben uns Zeit gelassen in Luang Prabang. Haben die Stadt ganz entspannt erkundet und unserer Weiterreise geplant. Wir übernachteten im Blue Dolphin Guesthouse und in der Villa Mahasok. Beide Unterkünfte waren ok, mit der Sauberkeit nahm man es nicht so eng. In Thailand zahlten wir 5€ p.P. und Nacht weniger und waren bestens zufrieden. Vielleicht sollte man die beiden Länder auch nicht miteinander vergleichen, aber wir haben uns jetzt einfach auf unser Bauchgefühl verlassen und beschlossen, nicht weiter durch Laos zu reisen. 

Somit ist Platz für ein Land, was ursprünglich nicht auf unserer Liste stand, von dem wir aber von anderen Reisenden so viel Gutes gehört haben. 

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