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Kuba - Roadtrip durch Varadero, Trinidad & Cayo Coco

Mit lädiertem Zeh verließen wir Soroa und fuhren nach Varadero. Wir taten es den anderen Touristen gleich und hatten uns für einige Tage in ein All-Inclusive Hotel eingebucht. Wieder einmal merkten wir, dass das nicht unsere Art von Urlaub ist. Es gab standesgemäß ein Plastikbändchen um den Arm, das Essen war mittelmäßig, die Cocktails wässrig und die anderen Touristen teilweise zum fremd schämen. Der Strand und das Meer waren aber sehr schön und so verbrachten wir einige Tage entspannt am Strand und ließen uns Abends vom Animationsprogramm berieseln. Der Strand war wirklich karibisch, weißer Sand und türkis-blaues Meer. So wie man sich das halt vorstellt.

Frau schwimmt im Meer.

Riesenspinnen in Guama

Um zu unseren nächsten Halt zu gelangen, verließen wir die gut beschilderte Autobahn, fuhren durch viele Dörfer und verfuhren uns natürlich prompt. In dieser Situation war ich sehr froh ein paar Spanisch Basics drauf zu haben, so konnte ich nach dem Weg fragen. Irgendwann und mit viel Hilfe der netten Kubaner kamen wir in Guama an.

Guama ist ein nachgebautes Indianerdorf, mit Hütten auf Stelzen auf einem See. Die Natur war wunderschön. Um in das Dorf zu gelangen fuhren wir eine kurze Strecke mit dem Boot. 

Unsere Hütte war ein wenig dunkel und als ich das meterhohe Strohdach sah, wurde mir etwas mulmig. Wohl weißlich spannten wir das Moskitonetz übers Bett und planschten ein wenig in dem schön angelegten Pool. Abends genossen wir bei einem Bier einen wunderbaren Sonnenuntergang. Als Schlafenszeit war, begaben wir uns Richtung Hütte und erlebten beim Betreten eine fiese Überraschung. Eine ziemlich große Spinne krabbelte gemütlich durch unsere Hütte. Ich tat das einzig vernünftige, fing an zu schreien und versteckte mich schnell unter dem Moskitonetz. Daniel, der es mir wahrscheinlich am liebsten gleich getan hätte, ging auf Spinnenjagd. Irgendwann konnte er das Mistvieh erledigen. An eine erholsame Nachtruhe war natürlich trotzdem nicht mehr zu denken und so wachten wir am nächsten Morgen beide ziemlich zerknautscht auf. 

Nach unserem kleinen Ausflug in die Natur verließen wir den See und machten uns auf den Weg ins 210km entfernte Weltkulturerbe Trinidad. 

Guama. Ein Dorf auf einem See gebaut.

Weltkulturerbe Trinidad

Trinidad ist eine wunderschöne, alte Stadt. Wir schlenderten in Ruhe durch die Straßen und sahen uns alles an. Im Palladar wurden wir wieder sehr reichlich und gut bekocht. Schnell stellten wir jedoch fest, dass vier geplante Nächte in Trinidad ganz schön viel waren. Hier hätten wir durchaus eine oder sogar zwei Nächte verkürzen können. 

Marktplatz in Trinidad Kuba. Alte Kolonialbauten umgeben von Palmen.
Eine gepflasterte Straße von einen Hügel hinab. Am Rand Menschen und Autos. Mitten in Trinidad Kuba.

Zu unserem letzten Ziel während unseres Roadtrip trennten uns 235km und ein 33km langer, aufgeschütteter Staudamm. Es ging auf die Insel Cayo Coco. Auch hier hatten wir ein All Inclusive Hotel gebucht. Durch unsere Varadero Erfahrung befürchteten wir Schlimmes, aber wir sollten eines besseren belehrt werden. Die ganze Anlage war wunderbar grün und großzügig. Das Essen war fantastisch und wir hatten wirklich einige Tage herrliche Ruhe. Nichts vom betrunkenem Massentourismus zu sehen. 

An einem Tag nahmen wir an einem Schnorchelausflug teil und beguckten uns die bunte Unterwasserwelt vor der Insel.

Unseren Mietwagen gaben wir in einer Filiale vor Ort ab, da wir diesen nicht mehr benötigten.

 

Tipp Schlafen auf Cayo Coco

Melia Cayo Coco

Für alle, die sich ein paar Tage etwas gönnen wollen. Hochwertige und gute Getränke, sowie Speisen, alles sehr sauber und großzügig. Sehr freundliches Personal und ein wunderschöner Strand vor der Haustür. 

 

Nachdem wir auf dieser wunderbaren Insel ein paar Tage entspannt hatten, flogen wir vom kleinen Flughafen auf Cayo Coco zurück nach Havanna. 

Große Meeresmuschel am Strand. Im Hintergrund das Meer mit Welen.
Frau läuft auf einem Holzsteg umringt von Palmen aufs Meer zu.

Letzter Abend in Havanna

Im Reisbüro sagte man uns, dass wir zum Schluss nochmal richtig einen raushauen sollten und im Hotel Nacional in Havanna übernachten sollten. Dies ist wohl das bekannteste Hotel auf ganz Kuba, ist 1930 gebaut worden und mittlerweile zum Kulturdenkmal ernannt worden. Es ist wie ein Schloss gebaut und wurde schon von sehr vielen Stars und Sternchen besucht. Der Bau ist beeindruckend und schon die Rezeption ist gewaltig und geschichtsträchtig. Allerdings fanden wir ein ziemlich marodes Zimmer und sehr unfreundliches Personal vor. Wir würden hier nicht nochmal übernachten. 

Hotel Nacional Havanna, Kuba.

Abends flogen wir wieder zurück nach Deutschland und so endete unsere dreiwöchige Reise durch ein charmantes, verschlafenes Land, in dem man sich um einige Jahrzehnte zurück versetzt fühlt. Kuba war unsere erste Fernreise und wir waren sehr glücklich mit der Wahl des Landes und auch mit der Art, wie wir gereist sind. Das Auto fahren war völlig unkompliziert und mit unseren gebrochenen Spanischkenntnissen kamen wir gut zurecht. Wenn wir heute an Kuba zurück denken, wird uns bewusst, dass es eine richtige Zeitreise war. Sonst sind wir verwöhnt, haben überall Handyempfang und WLAN. In Kuba freuten wir uns über Empfang, um schnell eine SMS nach Hause schicken zu können. In einem Hotel kauften wir uns für 30 Minuten einen Internetpass, um eine E-Mail zu verschicken. Eigentlich in der heutigen Zeit undenkbar. Aber auch das hatte Charme. 

Wir hätten noch viel mehr auf Kuba entdecken können. Den ganzen Osten haben wir uns bewusst nicht angesehen, weil wir lieber langsamer reisen wollten. Uns wurde damals schon gesagt, wenn ihr nach Kuba wollt, dann jetzt. Als wir auf Kuba waren, bestand das Embargo zwischen Kuba und den USA noch. Das heißt, es waren kaum Amerikaner im Land, kein Mc Donalds, kein Burger King oder eine andere amerikanische Fast Food Kette. Das war für uns unglaublich authentisch. Mittlerweile ist das Embargo aufgehoben und es sind 6 Jahre vergangen. Wahrscheinlich hat sich einiges geändert in diesem Land. Trotzdem  kann man wahrscheinlich nach wie vor sagen, wenn nach Kuba, dann jetzt. Im April 2019 endete die Castro Ära, nachdem Raul Castro als Präsident zurück trat. Nun ist seit vielen, vielen Jahren erstmals wieder ein Mann Präsident, der kein Castro im Namen trägt. Ob und wie sich Kubas Zukunft wandeln wird, bleibt abzuwarten. 

 

Wir wünschen diesem wunderschönen Land und seinen freundlichen Menschen auf jeden Fall nur das Beste. 

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