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Kuba - Roadtrip durch Havanna, Vinales & Soroa

Kuba 2012, das war der Beginn. Unsere erste gemeinsame Reise. Der Beginn von einer nicht enden wollenden Reiselust, von Fernweh, das einem Herzschmerz zufügt und von einem neuen Hobby namens Reisen, dass unser Leben bereichert und uns so wunderbare Momente schenkt. Keiner von uns hätte wohl vor so vielen Jahren gedacht, dass das Reisen irgendwann so präsent in unserem Leben sein wird. Keiner hätte gedacht, dass wir erst acht Wochen durch Asien reisen und kurze Zeit später eine Weltreise von sechs Monaten planen. 

Als wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub planten, wussten wir, dass wir weit weg wollten. Wir gingen in das Reisebüro Rieckmeyer in Münster und wollten uns inspirieren lassen. Das Reisebüro war auf individuelle Kubareisen spezialisiert und Herr Rieckmeyer war selber schon unzählige Male auf Kuba. Nachdem wir seinen Kubageschichten eine gefühlte Ewigkeit gelauscht hatten war klar, es geht für uns nach Kuba. Wir buchten das Flexi Drive Programm. In dem Programm war ein Mietwagen und die Übernachtungen in über 150 Hotels auf ganz Kuba verteilt, enthalten. Die Hotels waren alle sehr gut und es war toll, so flexibel durch Kuba reisen zu können. 

Ankunft in Havanna

Unser erster Langstreckenflug führte uns von Berlin über Madrid, weiter nach Havanna. Die ersten paar Tage wohnten wir in einer Privatpension bei Evora und ihren Mann Manuel, direkt am Malecon. Als wir spätabends an der Unterkunft ankamen, öffnete uns leider keiner die Tür. Eine ältere Dame, die als Pförtnerin in dem Haus arbeitete, versuchte uns auf Spanisch eifrig etwas zu erklären. Nach einem spanischen Sprachkurs am Wochenende konnte ich zwar ein bisschen spanisch sprechen, aber nach einem langen Flug und zu so später Stunde, konnte ich die Dame beim besten Willen nicht verstehen. Problem erkannt, Problem gebannt. Die Dame telefonierte und einige Minuten später stand ein junger Kubaner vor uns, der sogar deutsch sprach. Er erklärte uns, dass Evora im Krankenhaus lag und Manuel wohl die Termine nicht richtig parat hatte. Zum Glück hatte die Nachbarin hatte einen Schlüssel und ließ uns mit Zustimmung von Manuel in die Wohnung.

Wir setzten uns mitten in der Nacht auf den großen Balkon der Wohnung, eine warme Brise wehte und trotz unserer Müdigkeit waren wir beeindruckt vom Malecon und Havanna bei Nacht. Irgendwann kam Manuel nach Hause. Er war ganz durcheinander und entschuldigte sich tausendmal. Wir bekamen noch eine kurze Führung durch die Wohnung und konnten dann in unser Zimmer. Die erste Nacht war jedoch nicht so erholsam wie erhofft, dank Jetlag, Hitze und Verkehrslärm. 

Am nächsten Morgen standen wir recht zerknirscht auf. Da Evora ja nicht da war, gab es leider kein Frühstück. Also begaben wir uns auf Nahrungssuche und gingen die ersten Schritte in Havanna. Nach 50 Metern quatsche uns ein nettes kubanisches Paar an. Die ganze Geschichte möchte ich gar nicht erzählen. 2 Stunden später waren wir um ein Paket Zigaretten reicher, welches wir nicht haben wollten und um 100€ ärmer. Ernüchtert von unserer eigenen Blödheit verkrochen wir uns erstmal ein paar Stunden auf unser Zimmer. Als wir uns wieder auf die Straße trauten, waren wir natürlich erstmal skeptisch gegenüber allem und jedem. Das legte sich glücklicherweise nach einigen Tagen wieder. 

Wir waren beeindruckt vom pulsierenden Havanna, von den alten Autos und den Gebäuden. Für uns eine völlig andere Welt. Nach einigen Tagen in Havanna nahmen wir unseren Mietwagen entgegen und begannen unseren Roadtrip. 

Nach der lauten Großstadt sollte es für uns in eine ruhigere Gegend gehen und darauf freuten wir uns sehr. Die Tage in Havanna waren zwar sehr interessant, aber auch anstrengend.

Havanna in Kuba. Oldtimer im Regen vor Palmen.

Der Roadtrip beginnt

Die Straßenverhältnisse auf der Autobahn waren gut, 3 spurige, ab und an kam uns ein Ochsenkarren oder ein Fahrrad entgegen. Vinales war das absolute Kontrastprogramm zu Havanna. Wunderschöne Natur, weiter Blick und so viel Ruhe. Unser Hotel lag etwas außerhalb von Vinales, dafür mitten in der Natur. 

 

Tipp Schlafen in Vinales

Hotel Rancho San Vincente

Schöne Bungalows, mitten in der Natur. 

Straße führt in Vinales Tal, umgeben von Bergen.
Frau reitet auf einem weißem Pferd durch bergiges Tal in Vinales, Kuba.

Vinlaes ist bekannt für seinen Anbau von Tabak. Die Natur zeichnet sich außerdem durch die Karstfelsen und die weiten Felder aus. Wir unternahmen einen Reitausflug und ritten durch die fantastische Natur. Wir besuchten einen Tabakbauern, der uns erklärt wie aufwendig der Prozess bis zur fertigen Zigarre ist. Später unternahmen wir noch eine kleine Wanderung in eine Höhle. 

Abends speisten wir in einem Paladar. Ein Paladar ist ein Restaurant von Privatpersonen, meist von der ganzen Familie, geführt. Man isst bei den Familien zu Hause, im Wohnzimmer oder auf dem Balkon. Hier verständigten wir uns mit Händen und Füßen und meinem gebrochenen Spanisch. An zwei Tagen aßen wir Languste, so viel haben wir verstanden. 

 

Tipp Essen in Vinales

Paladar Villa Rosa

Gegenüber vom Hotel Rancho San Vicente. Das Essen war grandios.

 

Unser Ausflug zur Trauminsel Cayo Levisa war eher ernüchternd, da grade jeden Menge Algen an den schönen Strand angespült wurden. Trotzdem war es herrlich, sich ein bisschen im Meer abzukühlen. 

Unser Roadtrip ging weiter ins 120km entfernte Soroa. Hier übernachteten wir hauptsächlich um am nächsten Morgen, ganz früh, zu einem wunderbaren Wasserfall zu wandern. 

Unfall am Wasserfall

Wir machten uns schon früh auf den Weg, um den Wasserfall mit möglichst wenig Menschen genießen zu können. Der Weg dahin führte uns durch einen wunderbaren Wald. Am Wasserfall angekommen, waren wir neben einem kubanischen Aufpasser über 1 Stunde die einzigen Menschen. Wir schwammen in dem herrlich kaltem Wasser, kletterten direkt unter den Wasserfall und machten viele Fotos. Die nassen Steine waren natürlich sehr rutschig und so kam es, wie es kommen musste. Ich rutschte trotz Wasserschuhen aus und bremste mich mit meinem kleinen Zeih an einem Stein. Mir wurde schwarz vor Augen, der arme Zeh wurde sofort dick und im Laufe des Tages auch schön blau.

 

Der Rückweg ins Dorf und die nächsten Tage waren kein Spaß. Auf halber Strecke trafen wir einen Kubaner, der Früchte verkaufte. Er sah mich humpeln und kam aufgeregt auf mich zugelaufen. Ich verstand ihn nicht wirklich und nickte einfach. Zack, warf er seine Machete an die Seite und ehe ich mich versah, saß ich schon fast auf dem Rücken von dem armen Mann. Er wollte mich wohl Huckepack nehmen und ins Dorf zurück tragen. Gerührt von diesem selbstlosen Angebot, lehnte ich dankend ab. Das fehlt mir noch, dass mich ein Kubaner durch den Wald schleppen muss. 

Im Hotel angekommen wurde der, wahrscheinlich gebrochene Zeh, fachmännisch mit Klebeband getapt.

Wasserfall in Soroa, Kuba. Im Vordergrund Steine.

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