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Inselleben in Thailand

Wir haben das schöne Chiang Mai verlassen und sind nach Koh Samui, in den Süden von Thailand geflogen. Koh Samui liegt im Golf von Thailand. Der Flughafen von Koh Samui wird privat von Bangkok Airways betrieben, deswegen waren wir in der Auswahl der Airline eingeschränkt, da nur Bangkok Airways diesen Flughafen anfliegt. Das spiegelt sich natürlich im Preis wieder. 

Wir wollten nicht so gerne am Hauptort Chaweng wohnen, da wir gehört hatten, dass hier das Partyvolk Urlaub macht und sich Disko, an Club, an Bar reiht. Vorher hatten wir uns ein wenig informiert und hielten Mae Nam als ein geeignetes Plätzchen für uns.

 

Servus aus Koh Samui

Der Strand war schön, praktischerweise fuhren die Lomprayha Fähren zu den anderen Inseln von einem nahgelegnen Pier ab. Das Meer war ebenfalls herrlich und in der gemütlichen Black Rose Strandbar haben wir die Abende ausklingen lassen. Mittags kamen zwei Strandverkäuferinnen und verkauften ihre selbst gemachten Frühlingsrollen, Hähnchenspieße und Früchte. 

In unserer Unterkunft fühlten wir uns hingegen gar nicht wohl. Trotz der guten Bewertungen war, das Personal den ganzen Aufenthalt sehr unfreundlich. Das hatten wir vorher in dem Ausmaß noch nie erlebt. Später erfuhren wir, dass der Hotelmanager Urlaub zu dieser Zeit hatte und nicht im Hotel anwesend war. Ob das Personal sich dachte, dass sie deswegen jetzt auch Urlaub von ihrer Freundlichkeit haben, kann ich nur vermuten. 

Unser Hotel lag etwas außerhalb von Mae Nam und irgendwie waren wir in einem richtig deutschen Viertel gelandet. Als wir auf erste Erkundungstour gingen, wurden wir plötzlich mit „Servus, seit ihr grade neu angekommen?“ begrüßt. Es gab deutsche Restaurants mit Schnitzel und Bratwurst auf der Speisekarte. Deutsche Kneipen mit Weizenbier und überall wurden einem deutsche Touren angeboten. Hatten wir doch aus Chiang Mai die Märkte mit den verschiedenen Garküchen lieben gelernt, suchten wir in unserer Ecke verzweifelt solche Essensstände. Teilweise kamen wir uns vor wie auf Mallorca. Warum uns das zu diesem Zeitpunkt so extrem gestört hat, können wir gar nicht erklären. Vielleicht war es, weil wir uns im Hotel auch nicht wirklich willkommen fühlten oder weil wir was komplett anderes erwarte hatten. 

Wir liehen uns an einem Tag einen Roller aus, natürlichen bei einem deutschen Auswanderer, um den Rest von Koh Samui zu erkunden. Entspannt haben wir die Insel an einem Tag umrundet, haben einige Stopps eingelegt und haben endlich wieder gutes Thai Food gegessen. Wir hielten beim Big Buddha, einer großen Buddha Statue, von dem wir eine schöne Aussicht hatten. Außerdem fuhren wir auch durch den Hauptort Chaweng und waren sehr froh, nicht hier zu wohnen. 

Irgendwie wollte der Funke aber zwischen uns und Koh Samui einfach nicht so recht überspringen. Alles war so maximal auf den Tourismus ausgelegt und wir hatten das Gefühl dem nicht so richtig entfliehen zu können. Manchmal passt es einfach nicht und wir werden definitiv nicht nochmal nach Koh Samui zurückkehren. 

Goldener Big Buddha Koh Samui
Hinter Palmen ein thailändischer Tempel auf Koh Samui

Neue Insel, neues Glück

Nun verließen wir aber Koh Samui und hatten große Hoffnung in die nächste Insel. Morgens fuhren wir direkt mit der ersten Lomprayha Fähre nach Koh Phangan. Die Fahrt dauert nur 20 Minuten und am Deck konnte man die kurze Fahrt herrlich genießen. 

 

Koh Phangan ist bekannt für seine Fullmoon- und Halfmoonpartys. Irgendwas gab es anscheinend immer zu feiern. Der Hauptort für das partywillige Volk war der Hat Rin Beach, um den wir wieder einen Bogen machten. Obwohl die Fähre schon ziemlich voll war und auch auf Koh Phangan einiges los war, lag hier direkt eine entspanntere Stimmung in der Luft. 

Wir hatten von dem wunderschönen Thong Nai Pan Noi Beach im Norden der Insel gehört und uns hier auch eine Unterkunft gesucht. Angeblich ist dieser Strand der Schönste der Insel. Er war wirklich wunderschön und auch das Örtchen Thong Nai Pan Noi war ganz nach unserem Geschmack. Hier gab es einige schöne Restaurants und Cafés. Die Grundstimmung war sehr entspannt und die Menschen waren freundlich und interessiert. Einige Abende verbrachten wir in der Rasta Baby Reggae Bar und träumten, bei diversen Cocktails davon, wie es wohl wäre, mal länger als drei Wochen am Stück zu reisen. 

Typisches Holzboot in Thailand
Aufkleber auf der Rehling einer Fähre nach Koh Phangan

Unser Hotel bot abends einen Transfer zum Hauptort Thong Sala an. Hier gab es dann auch wieder einen Nachtmarkt und wir konnten uns von Garküche zu Garküche schlemmen. Hier ein Spießchen, da ein Spießchen. Alles war sehr lecker. 

Die paar Tage auf Koh Phangan vergingen wie im Flug und obwohl wir nicht so aktiv waren, haben wir uns nicht gelangweilt. Dieser Insel würden wir nochmal einen Besuch abstatten und dann weiter fahren nach Koh Tao, eine kleine Insel mit schöner Unterwasserwelt. 

 

Tipp Schlafen auf Koh Phangan 

Buri Rasa Koh Phangan

Sehr schönes Hotel, direkt am Thong Nai Pan Noi Beach. Jeden Morgen gab es ein richtig tolles Frühstück.

 

Tipp Essen auf Koh Phangan

Again & Again 

Gemütliches Restaurant mit sehr gutem Essen. 

Pad Thai und Shrimps am Strand in Thailand
Frau steht vor Gemüse auf einem thailändischen Markt

Unsere letzten Tage in Thailand brachen so langsam an und wir verließen Koh Phangan, um mit der Lomprayha Fähre wieder zurück nach Koh Samui zu fahren. Von Koh Samui flogen wir weiter nach Bangkok. Wir verbrachten einige Stunden am Flughafen von Koh Samui, weil wir ordentlich Zeitpuffer eingeplant hatten. Der Flughafen ist wirklich schön, alles ist recht offen gebaut und es gab eine Snackecke, an der man sich kostenlos mit Getränken und Snacks versorgen konnte. 

 

Few nights in Bangkok … 

Unsere Unterkunft in Bangkok befand sich am Chao Phraya Fluss. Direkt vor dem Hotel ist eine Haltestelle für die Expressboote. Mit den Expressbooten zu fahren ist schon abenteuerlich. Es kostet immer 35 Cent, egal wie weit man fährt. Der Kapitän steuert das Hinterteil vom Boot kurz an den Pier und die Leute hüpfen schnell rauf und runter. 

Als wir die Unterkunft für Bangkok ausgesucht hatten, fanden wir die Vorstellung schön, direkt am Fluss zu wohnen. Allerdings unterschätzen wir völlig, wie wir in Bangkok von A nach B kommen sollten. Das war mit unserem Standort unheimlich anstrengend und langwierig. Vom Flughafen sind wir mit dem Skytrain bequem nach Bangkok City gefahren und bei der letzten Haltestelle ausgestiegen. Bis zu unserer Unterkunft waren es allerdings noch gut 3km. Also wollten wir uns ein Taxi für diese Strecke nehmen. Was waren wir doch gut vorbereitet. Wir hatten gelesen, dass man den Taxifahrern auf jeden Fall sagen soll, dass sie das Taxameter anmachen sollen, da es sonst zu völlig überteuerten Preisen kommt. Gesagt, getan. Die ersten fünf Taxifahrer, die wir anhielten, weigerten sich einfach das Taxameter anzumachen und ließen uns stehen. Zwischendurch waren auch Taxifahrer dazwischen, die uns für diese kurze Strecke nicht fahren wollten. Die Tuk-Tuk Fahrer wollten für die paar Kilometer ebenfalls völlig utopische Preise haben. Mittlerweile waren wir ziemlich genervt und fuhren einfach irgendwann mit einem Taxi, ohne Taxameter zum Hotel. 

reges treiben auf dem Fluß in Bangkok.
Frau guckt vom Boot aus auf den Fluß in Bangkok

Nach dieser Erfahrung wollten wir die nächsten Tage in Bangkok gerne auf Taxen und Tuk-Tuks verzichten. Wir wollten einfach nicht jedes Mal handeln und diskutieren müssen. Einmal versuchten wir noch ein Tuk-Tuk zur Rush Hour zu bekommen. Das klappte aber auch nicht, weil die Fahrer sagten, dass sie uns zur Rush Hour nicht fahren würden. 

Daher versuchten wir auf andere Verkehrsmittel wie die Expressboote und die Metro zurückzugreifen. 

Die nächste Metrostation von unserer Unterkunft war wie gesagt 3km entfernt. So gestaltete sich die Fortbewegung in Bangkok etwas mühsam. Nächstes Mal werden wir uns definitiv eine Unterkunft in der Nähe einer Metrostation suchen. Anfängerfehler. 

Wir besuchten in Bangkok einige Malls. Shoppingfans können wahrscheinlich ihren ganzen Bangkok Aufenthalt in verschiedensten Malls verbringen, so viele gibt es hier. Meistens interessierten uns aber eher die Foodcourts in den Malls und nicht die Geschäfte. Die Malls waren bei den heißen Temperaturen eine willkommene Abkühlung. 

 

Im schönen Tempel Wat Pho befindet sich eine Massageschule. Nachdem wir uns den Tempel angesehen hatten, gönnten wir uns eine Thaimassage. 

Tipp Massage in Bangkok

Massageschule im Wat Pho Tempel. Das Ambiente war nicht so schön, wie in anderen Salons, aber Qualität war wirklich sehr gut. Die Schüler wissen was sie tun. 

Natürlich durfte auch ein Besuch auf der berühmten Khao San Road nicht fehlen. Da wir aber keine Insekten essen und keine 10 Shots trinken und nur 5 Shots bezahlen wollten, fiel unser Besuch auf der Backpacker Straße relativ kurz aus. 


Fiese Stinkfrucht

Ein Highlight wartete noch auf uns. Wir buchten eine Foodtour bei Nacht, um einige neue kulinarische Köstlichkeiten kennen zu lernen. Wir wurden mit dem Tuk-Tuk zu Orten und Restaurants gefahren, an denen wir alleine nie essen gegangen wären. Aber bekanntlich gibt es das beste Essen ja da, wo die meisten Einheimischen sind. Es gab viele verschiedene Gerichte zum ausprobieren, alle sehr lecker aber teilweise ziemlich scharf für unsere Gaumen. 

Zwischen der ganzen Futterei besuchten wir den Wat Pho Tempel und einen Blumenmarkt. Den Tempel kannten wir ja bereits, aber im Dunkeln und mit der schönen Beleuchtung war dieser Ort noch sehenswerter. Zum Schluss der Tour haben wir auch das erste und wohl auch letzte Mal die Durian Frucht probiert. Diese Frucht wird auch Stinkfrucht genannt und ist in den meisten Hotels oder im Flugzeug streng verboten. Die stinkt aber auch wirklich schlimm. Wir fanden, dass der Geschmack auch nicht wirklich besser war, bisschen wie eine Mischung aus alter Zwiebel und Stinkesocke.

Uns hat die Foodtour auf jeden Fall sehr gut gefallen. Der Guide hat viele Zusatzinfos gegeben und so hat man neben einem volle Magen auch noch eine Portion Insiderwissen bekommen. 

 

Tipp Foodtour in Bangkok

Bangkok Foodtours

Wir haben die Best East Midnight Foodtour by Tuk-Tuk gemacht. 

Wat Pho in der Nacht

Unsere drei Wochen in Thailand waren nun also vorbei und wir stiegen mit gemischten Gefühlen in den Flieger zurück nach Deutschland. Auf der einen Seite waren wir so begeistert von Chiang Mai im Norden gewesen, auf der anderen Seite hatte Koh Samui im Süden die Stimmung irgendwie runter gezogen. Auf dieser Insel fühlten wir uns gar nicht wohl und waren mehr als enttäuscht. Auch bei Bangkok gingen unsere Meinungen auseinander. Daniel war sofort total angetan und begeistert. Ich wusste nicht so recht, was ich von Bangkok halten sollte. Mir war es zeitweise zu laut, zu warm, zu umständlich und zu anstrengend. Aber ich bin gerne bereit, Bangkok eine zweite Chance zu geben und wer weiß, vielleicht kriegt die Stadt mich dann ja. 

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