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"Ich war noch niemals in New York" - oder doch?

Nun lässt es sich wohl nicht mehr leugnen oder ignorieren. Wir sind am letzten Ziel unserer Reise angekommen. Von hier aus geht es wieder in die Heimat. Ein seltsames Gefühl. Auf der einen Seite haben wir uns sehr auf dieses Ziel gefreut. Wir haben uns aber auch ein richtiges Sahnestück als krönenden Abschluss ausgesucht. Aber auf der anderen Seite wollten wir diesen Aufenthalt nicht herbei sehnen. Eben weil unsere Wahnsinns Reise dann bald ein Ende hat. Aber darüber will ich gar nicht zu viel schreiben. Es bleiben uns noch fünf volle Tage. Fünf Tage auf Weltreise und fünf Tage in einer absolut spannenden Metropole. 

Udo Jürgens Zeilen „Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii...“ treffen auf uns nun nicht mehr zu. 

Und hiermit: Willkommen in New York. Willkommen in der Stadt, die niemals schläft. 

Kurz den Frühling angetäuscht

Nach einem kurzen Flug von Cancun landeten wir auf amerikanischem Boden. New York wollte sich wohl bei uns einschleimen und empfängt uns mit angenehmen 18 Grad. Das sollte sich jedoch schnell ändern. 

Erstmal machten wir uns auf dem Weg zu unserem Airbnb. In bester Lage bezogen wir ein kleines, aber gemütliches Apartment. 3 Minuten vom Madison Square Garden und der Penn Station, 10 Minuten zum Empire State Building und 20 Minuten zum Times Square. 

Als wir aus der U-Bahn stiegen und die Treppen hochliefen, bekamen wir das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Wir standen mitten in Manhattan. Wie abgefahren. Um uns herum Hochhäuser, Wolkenkratzer, Getummel und Sirenen. 

Obwohl wir bereits um 4 Uhr aufgestanden waren, war unsere Müdigkeit wie verflogen. Wir schmissen das Gepäck in die Wohnung und liefen direkt zum Empire State Building und zum Times Square. 

Das 442m hohe Empire State Building war 42 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt. 

Völlig unwirklich auf einmal an diesen ganzen Plätzen zu stehen, die wir schon so oft auf Bildern gesehen haben. Auch am Times Square wirkte alles irgendwie vertraut. So oft haben wir schon gesehen, wie die Menschenmassen hier Silvester feiern. 

Bei den angenehmen Temperaturen schlenderten wir entspannt durch die Straßen, schnupperten New Yorker Luft und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Stadt pulsiert, ist wunderschön, häßlich, laut, lebendig, aufregend, großartig und bunt zugleich. Alles in der selben Minute. Unbeschreiblich hier zu sein. 

St. Patricks Day

Am 17. März wird zum Gedenken an den irischen Bischof Patrick der St. Patricks Day gefeiert. Er gilt als Schutzpatron Irlands. Auch in den USA ist der St. Patricks Day sehr beliebt. Immerhin leben 19 Millionen Iren in den Vereinigten Staaten. In Chicago wird sogar zu dieser Zeit der Chicago River grün eingefärbt. In New York findet jedes Jahr eine große Parade statt. Als wir in Mexiko bemerkten, dass wir das Glück haben, zufälligerweise über den St. Patricks Day in New York zu sein, freuten wir uns riesig. Daher ließen wir uns es natürlich nicht nehmen, mit den Iren zu feiern und stiefelten am 16. März zur 5th Avenue Avenue. Die Parade wurde einen Tag vor dem eigentlichen St. Patricks Day veranstaltet. In den Straßen war ganz schön was los. Fröhliche Menschen, viele von ihnen grün gekleidet, bahnten sich ihren Weg zur Parade. Es war allerdings gar nicht so einfach an den Ort des Geschehens zu kommen. Die Polizeipräsenz war riesig, es waren viele Straßen abgesperrt und die Wegführung war streng geregelt. Generell ist uns aufgefallen, dass die Polizeipräsenz in New York wirklich enorm ist. Aber gut, warum das so ist, brauche ich euch wohl nicht erklären. 

Die Parade verläuft viele Kilometer über die 5th Avenue. Zufällig fanden wir den Zugang zur Parade direkt an der St. Patricks Kathedrale. Diese Kathedrale ist die älteste katholische Kirsche in Armerika. Mit strahlend blauen Himmel, irischer Musik und mitten im Getümmel beobachteten wir das bunte Treiben in sensationeller Kulisse. Unendlich viele Gruppen zogen an uns vorbei. Highschools, Cheerleader, Dudelsack-Spieler, Musikvereine, Trommler und Tänzer. Mit vollster Begeisterung feierten sie Irland, den Bischof Patrick und wahrscheinlich auch sich selber. Für einige Gruppen war dieser Tag natürlich eine willkommene Gelegenheit ordentlich die Sau raus zu lassen. Auch wenn man in Amerika auf offener Straße kein Alkohol konsumieren darf, war in den meisten Trinkbechern sicherlich kein Wasser. Man muss sich halt nur zu helfen wissen. Wir fühlten uns in dem ganzen Spektakel ein bisschen wie in einer Karnevals-Schützenfest-Blase. Es war aber richtig toll einen so besonderen Tag in New York erleben zu dürfen. 

New York von oben

Irgendwann hatten wir dann aber genug von dem Trubel und begaben uns ein paar Stockwerke höher. Auf 251m Höhe konnten wir vom Rockefeller Center den fantastischen Blick über New York genießen. Auf der einen Seite der Central Park und auf der anderen Seite der Wahnsinns Blick auf Downtown Manhattan. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Wolkenkratzer auf einem Fleck gesehen. Das Rockefeller Center besteht aus insgesamt 14 verschiedenen Hochhäusern. In dem Gebäude befinden sich ebenfalls der Fernsehsender NBC, das Auktionshaus Christies und das General Electric Building, welches den höchstes Anteil des Wolkenkratzers darstellt. 

Die Aussichtsplattform „Top of the Rocks“ befindet sich im 70. Stock und bieten im obersten Bereich sogar einen völlig freien Blick auf New York, ganz ohne Scheiben. Das freute Daniel als passionierten Fotografen natürlich sehr. Wir genossen den wunderbaren Ausblick und ließen uns ordentlich den Wind um die Nase pusten. Nach einiger Zeit ging es für uns dann zurück in den Trubel und zurück in die feiernde, grüne Meute. Unsere ersten zwei Versuche in einen irischen Pub reinzukommen, scheiterten daran, dass sich noch Wasser in unseren Trinkflaschen befand. Wir sollten das Wasser vor dem Betreten des Pubs wegkippen. Allerdings sahen wir es wirklich nicht ein, fast zwei Liter Wasser wegzukippen. Daher gab es erstmal kein Bier für uns. Ein wenig später versuchten wir nochmal in einer ruhigeren Ecke unser Glück und siehe da, hier konnten wir den irischen Pub ohne Probleme mit unserem Wasser betreten. Hier tranken wir dann tatsächlich das teuerste Bier auf unserer Weltreise. Ein Glas Guiness für 8,40€. Na dann mal Prost. 

New York bei Nacht

Da wir uns einen New York Sightseeing Pass gekauft hatten, in dem sechs Sehenswürdigkeiten inbegriffen waren, stiegen wir Abends noch in einen Hop on-Hop off Bus, um uns New York bei Nacht anzusehen. Im Bus konnten wir uns zwischen dem Unterdeck mit beklebten Scheiben oder dem freien oberen Deck entscheiden. Wir entschieden uns natürlich für die freie Sicht und froren uns deswegen so richtig den Hintern ab. Die kühlen Temperaturen in Kombination mit dem Fahrtwind sorgten für klappernde Zähne und schlotternde Knie. Wer hätte das gedacht. 

Trotzdem war es super, einen Teil der Stadt im Dunkeln bestaunen zu können. Im Dunkeln gefallen uns Städte meist noch besser. Alles glitzert und funkelt. Wir verließen Manhattan über die Manhattan Bridge, fuhren einen kleinen Schlenker durch Brooklyn und fuhren auf die leuchtende Skyline Manhattans zu. Unfassbar schön. Der kostenlose Audioguide war allerdings mehr als seltsam. Eine lallende und scheinbar verwirrte Dame erzählte uns auf Deutsch wirre Informationen zu der Umgebung. Das sorgte wirklich für den ein oder anderen Lacher bei uns. Komischerweise wiederholten sie die gleichen Informationen auch alle paar Minuten. 

Nach einem Erlebnisreichen Tag kamen wir ziemlich durchgefroren in unser gemütliches Airbnb zurück. In der Altbauwohnung war es ziemlich warm, obwohl keine Heizung eingeschaltet war. Die Heizungsrohre verliefen durch die Wohnung und wenn der Nachbar heizt, wird es halt auch bei uns warm. Ein altbekanntes „Problem“, welches wir aus unserer damaligen Wohnung im Kreuzviertel nur allzu gut kennen. 

Wir freuen uns auf jeden Fall auf die kommenden Tage in New York, denn eins ist sicher: in dieser Stadt wird es einem niemals langweilig. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Freitag, 22 März 2019 22:40)

    Ach ja, Udo Jürgens, Gott hab ihn selig. Das habt ihr ihm voraus.....ihr seid in New York, wie auch auf Hawaii gewesen.....und darüber hinaus noch in vielen tollen Erdteilen dieser Welt. Udo Jürgens hat aber auch festgestellt, dass mit 66 Jahren das Leben anfängt. Wenn das zutrifft, habt ihr noch viele neue Entdeckungen vor euch. In diesem Sinne "Gute Reise".

  • #2

    Hildegard van Lier (Samstag, 23 März 2019 08:03)

    New York, New York, was für ein Wahnsinn. Unvorstellbar. Ich glaube das muss man wirklich live miterlebt haben, um da mitzureden. Super Fotos, super Bericht, wie alle Reiseberichte und Fotos. Danke dafür!!!