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Hola Mexiko!

Hola Mexico! 

Waren wir in Neuseeland noch relativ unmotiviert in ein neues Land zu reisen, packte uns trotz Müdigkeit und gefühlter 20 Stunden Anreise bei der Ankunft in Mexiko sofort der Entdeckergeist. Alles war wieder neu, andere Sprache, fremde Kultur, aufregendes Essen. Ein Reiseziel nach unserem Geschmack. Fanden wir es in Australien, Neuseeland und Hawaii super entspannend alles zu verstehen und den westlichen Standard zu genießen, freuten wir uns in Mexiko wieder auf den totalen Kontrast. 

Mit dem Bus fuhren wir vom Flughafen Cancun ins Stadtzentrum. Direkt zu Beginn musste ich meine eingeschlafenen Spanischkenntnisse aus der letzten Ecke rauskramen. Den Mexikaner wird nachgesagt, dass sie wenig Englisch sprechen und das bestätigte sich in den ersten Stunden auch mehrmals. 

Unser Hostel befand sich direkt in der Nähe vom Busbahnhof. Da wir nur eine Nacht in Cancun blieben und es direkt am nächsten Morgen weiter ging, war das ziemlich praktisch. 

Mittlerweile war es 18 Uhr und der Hunger meldete sich schon eine ganze Weile. Die letzte richtige Mahlzeit hatten wir auf Hawaii. Auf den Flügen und beim Zwischenstop hatten wir uns von Müsliriegeln und einem japanischen Melonenbrötchen ernährt, welches wir zuvor im Supermarkt gekauft hatten. Wir steuerten also direkt das vom Hostel empfohlene Taco Restaurant an. Schon beim ersten Blick auf die spanische Karte war klar, dass wird nix mit fleischlosen Tacos. Es gab zwar vier verschiedene Tacos zur Auwahl, aber alle mit Fleisch. Gut, das war uns ja aber klar und so legten wir unseren guten Vorsatz mal zur Seite und bestellten von jeder Tacosorte zwei Stück. Worauf wir Beide gar keine Lust haben, ist mit schlechter Laune in Mexiko nach vegetarischem Essen zu suchen. Wir wollen zumindest mal die Nationalgerichte im Original probieren. 

Es dauerte nicht lange und wir bekamen Limetten, eine pikante Sauce, eine Art Sour Creme und unsere Tacos an den Tisch gebracht. Und was soll ich euch sagen? Es war super lecker und schmeckte sehr frisch. Ein Taco kostete grade mal 80 Cent. Da schlug mein Finanzministerherz natürlich sofort höher. Endlich wieder Preise, bei denen man sich auch mal richtig was gönnen kann. 

Lagune mit 7 Farben

Von Cancun ging es mit dem ADO Bus in 5,5 Stunden zur Laguna de Bacalar. Die Lagune ist nach einem Erdbeben durch den Zusammenschluss von sieben Cenoten entstanden.

Was ist eine Cenote überhaupt? Eine Cenote ist ein mit Süßwasser gefülltes Kalksteinloch, dass durch den Einsturz der Höhlendecke entstanden ist. Ganz Yucatan ist durchzogen von unterirdischen Wasserläufen und besteht daher aus über 3000 Cenoten. Für die Mayas gelten die Cenoten als Tor zur Unterwelt. 

Der Beiname "Laguna de los 7 Colores" ergibt sich aus den sieben verschiedenen Blautönen, die durch die verschiedenen Wassertiefen entstehen. Die tiefste Stelle der Lagune befindet sich in der Cenote Negro. Insgesamt ist die Lagune 42km lang und 2km breit. An die Lagune grenzen Mangroven und man munkelt, dass hier immer noch kleine Süßwasserkrokodile leben. Da das Wasser in der Lagune stark Calciumhaltig ist, gibt es wenige Fische. Aus diesem Grund kommen die Krokodile nicht in die Lagune und futtern lieber die Vögel. Manche Einheimische sagen aber, dass es keine Krokodile mehr gibt. Gesehen hat man sie wohl auch schon länger nicht mehr. Trotzdem schaue ich mich bei meinem kurzen Bad lieber einmal mehr um. Gut, dass das Wasser so klar ist. Auf die Begegnung mit einem Krokodil kann ich gut verzichten, auch wenn es klein ist. Diese Krokodil-Information lesen wir tatsächlich auch nur zufällig nach unserem ersten ausgiebigen Bad in der Lagune.

Da wir oft im Internet gelesen hatten, dass für viele Reisende die Laguna de Bacalar der schönste Ort auf der Yucatan Halbinsel ist, waren wir ganz schön gespannt. 

Wir hatten uns ein sehr einfaches, aber gemütliches Airbnb direkt an der Lagune ausgesucht. Vom Steg konnten wir direkt ins kühle Wasser hüpfen oder einfach den Ausblick genießen. Da im Airbnb auch Kayaks mit drin waren, machten wir direkt am ersten Tag eine kleine Kayaktour. 

Die verschiedenen Blautöne waren wirklich der Wahnsinn, richtig karibisch. Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein paddelten wir ca. 1,5 Stunden über die Lagune. 

Unser Airbnb war 2km vom kleinen Stadtzentrum entfernt und so nutzen wir auch die inkludierten Fahrräder ausgiebig. In Bacalar selber steppt jetzt nicht der Bär, aber es gibt einige gemütliche Restaurants, schöne mexikanische Häuschen und viel Streetart. Ein schönes, kleines Städtchen. 

Verloren auf der Lagune

Für den zweiten Tag hatten wir eine Bootstour auf einem Segelboot gebucht. Da ich ja sehr gerne Bewertungen lese, hatten wir uns nach ausgiebiger Recherche für die Tour mit der "Colibri" und Kapitän Alex entschieden. Laut Bewertungen soll Alex ein super Typ und die Tour ein echtes Highlight sein. 

Allerdings empfing uns kein Kapitän Alex, sondern ein nettes, junges Pärchen. Als wir irgendwann mit Verspätung ablegten und sehr, sehr langsam los segelten, dachte ich noch, es sei ein Witz, dass unser Kapitän dieses Segelboot das erste Mal steuerte. Wie sich später herausstellte waren wir tatsächlich die erste Tour dieses Pärchens, die ganz neu bei dem Touranbieter arbeiteten. Beide waren wirklich sehr nett und so konnten wir den ein oder anderen Fauxpas weglächeln. Man merkte allerdings, dass die Beiden etwas unsicher waren. Als Pflichtbewusster Deutscher könnte man sich jetzt fragen, warum der Touranbieter, sieben Touris mit zwei Neulingen und einem Segelboot losschickt. Aber gut, andere Länder, andere Sitten. Immerhin hat unser Kapitän auch einen Segelschein. Er wusste also theoretisch was er tat. Trotzdem tauschten wir mit dem anderen deutschen Pärchen und den drei Holländern etwas ungläubige Blicke aus. 

Unser erster Halt war die Cenote Negro, der tiefste Punkt der Lagune. Wir konnten die Grenze, an der die Kalksteinhöhle auf 100m abfällt, ganz klar erkennen, ein schwarzes, tiefes Loch. Ganz schön gruselig. Die nächsten Stunden segelten wir eine große Runde, stoppten am einigen Stellen, sprangen ins kühle Nass und tranken einige Bier. Pünktlich zum schönen Sonnenuntergang bekamen wir fantastische selbstgemachte Guacamole und Nachos. 

Es wurde dann auch relativ schnell dunkel und als wir 10 Minuten an einer Stelle rumdümpelten, rückte unser Kapitän irgendwann mit der Sprache raus. Er hatte keine Ahnung, wo unsere Anlegestelle war. Na klasse. Glücklicherweise hatte einer der Holländer aufgepasst und gab unserer Zwei-Mann-Besatzung den entscheidenen Tipp. 

Etwas seltsam fanden wir die Tour schon. Unter anderem haben wir die Tour ja auch wegen dem tollen Kapitän Alex gebucht. Wir fühlten uns mit den zwei Neulingen dann doch manchmal etwas verloren. 

Irgendwie haben wir bei Tourbuchungen nicht so ein glückliches Händchen. Unsere private DMZ Tour in Vietnam buchten wir auch hauptsächlich wegen dem Kriegsveteran als Guide. Aber auch von dem keine Spur. 

Trotzdem hatten wir einen wirklich schönen Tag. Die Fahrt mit dem Segelboot war sehr entspannt und die Lagune ist ein tolles Fleckchen Erde.

Hola Mexico, das ist ein toller Start! Wir freuen uns auf Dich!

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Samstag, 09 März 2019 08:23)

    Hola Mexiko, wie schön. Wir haben schon gedacht nach Neuseeland kann euch nichts mehr von den Socken hauen. Aber das scheint ja anders zu sein. Gott sei Dank.
    Viel Spaß, genießt die letzten Wochen. Hier regnet es ;-)

  • #2

    Hannes u.Doris (Samstag, 09 März 2019 09:24)

    Hola ihr Lieben, schön ,dass Mexiko euch so gut gefällt. Eine traumhafte Landschaft. Genießt die leckeren Tacos,die Wärme und die Sonne, die uns leider fehlt.Liebe Grüße vom stürmischen Niederrhein.Habt eine tolle Zeit.