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Hawaii - Von Walen, Tempeln und schlechtem Kaffee

Als wir heute Morgen unser Airbnb verlassen, scheint endlich die Sonne und der Himmel ist blau. Geht doch Hawaii. 

Wir nutzen das gute Wetter direkt und fahren in den Hoómaluhia Botanical Garden. Dieser botanische Garten liegt direkt am Fuß der schönen grünbewachsenen Gebirgskette. Die letzten Tage hingen dicke Wolken über den Bergen. Aber heute können wir die Berge mal in ihrer vollen Pracht bestaunen. 

Wenn man bei Instagram nach Oahu sucht, ist eins der meist fotografierten Motive, eine Straße im botanischen Garten. Die Straße zieht sich an der schönen Bergkette entlang. Ein super Fotomotiv, an dem natürlich auch Daniel interessiert ist. Der botanische Garten ist kostenlos und als wir an der Dame am Eingang vorbei fahren, hören wir direkt, wie sie einem Auto vor uns hinterher brüllt, dass sie da nicht stehen bleiben dürfen. Als wir die Straße weiter fahren, sehen wir am Straßenrand überall die Verbotsschilder, dass man hier nicht stehen bleiben und auch nicht fotografieren darf. Na ja, fahren wir erstmal weiter. 

Nach 10 Minuten sind wir einmal komplett mit dem Auto durch den botanischen Garten gefahren. Seltsam, irgendwie dachten wir, dass wir irgendwo parken können und etwas herum spazieren können, aber wir finden keine Wege abseits der Hauptstraße. So langsam kapieren wir, dass diese berühmte Straße von dem Fotomotiv die Straße ganz zu Anfang des botanischen Garten ist, an der Fotos verboten sind. Daniel, bisher noch nicht wirklich mit der Fotoauswahl aus Hawaii zufrieden, ist sauer. So ein Blödsinn, Fotos an dieser Stelle zu verbieten. Den Grund verstehen wir überhaupt nicht und wo die ganzen Bilder dann bitte bei Instagram herkommen, wissen wir beim bestem Willen nicht. 

Auf dem Rückweg versuchen wir mal kurz unser Glück und fahren an dieser Stelle langsamer. Allerdings hüpft die Dame vom Eingang schon aufgeregt hin und her, winkt mit den Armen und schreit uns irgendwas entgegen. Ziemlich ernüchtert verlassen wir diesen seltsamen botanischen Garten und machen uns auf dem Weg zur Ostküste. 

Geheimer Geheimplatz Lava Tube

Nachdem wir ja von der Nordküste etwas enttäuscht waren, sind wir auf die Ostküste sehr gespannt. Das Wetter ist ja schonmal vielversprechend. Deswegen steuern wir direkt einige Strände an. Am Lanikai Beach gefällt es uns so gut, dass wir uns hier einige Zeit nieder lassen. Der Strand ist wirklich paradiesisch. Feiner, weißer Sand und ein Meer in den unterschiedlichsten Blautönen. Wunderbar. 

Weiter gehts zu einem absoluten Geheimtipp. In einem Blog haben wir von den Lava Tubes gelesen. Diesen Ort kennen nur Wenige und es ist gar nicht so einfach, ihn zu finden. Wir parken unser Auto an einem Aussichtspunkt und folgen der Beschreibung des Blogs. 100m die Straße rauf und dann den Eingang zum Tunnel suchen. Nach ein wenig hin und her laufen, klettern wir einen kleinen Abhang hinunter und finden tatsächlich den Eingang. Wir können hinter dem 20m langen Tunnel aus Lavagestein schon das Meer sehen. Wir fühlen uns wie Robinson Cruso und sind völlig platt, als wir am anderen Ende des Tunnels raus kommen. Wir stehen quasi in einer Bucht aus Lavagestein. Das Meer hat die Felsen bizarr geformt. Wir setzen uns erstmal und genießen den Ausblick. Wir sind komplett alleine. Wahrscheinlich verirrt sich hier auch keiner zufällig hin. Den Spot muss man schon kennen. 

Plötzlich sehen wir, wie ein Buckelwal Luft auspustet. Die Wale kommen in dieser Zeit aus der Arktis, um in wärmeren Gewässern ihre Kinder zu bekommen und ein wenig groß zu ziehen. Schon in Südafrika waren wir total fasziniert davon, diese Riesen von Land aus beobachten zu können. Vor Hawaii scheinen die Herzchen aber etwas munterer zu sein. Wir können beobachten, wie sie springen und ihre Flossen aus dem Wasser strecken. Total cool. So bekommt Daniel heute doch noch ein schönes Hawaiifoto. 

Makapuú Lighthouse Trail

Nach einigen Tagen Wanderabstinenz entscheiden wir uns dazu, den kurzen Makapuù Lighthouse Trail zu machen. Eigentlich ist dieser Weg eher ein Spaziergang. Eine asphaltierter Straße verläuft etwas bergauf zu einem Aussichtspunkt. Für andere Wanderungen auf Oahu konnten wir uns irgendwie nicht so richtig motivieren. Vom Aussichtspunkt soll man ebenfalls gut Wale beobachten können. Oben angekommen haben wir eine wunderschöne Aussicht. Als wir das tolle Meer von oben sehen, zeigt es uns nochmal die unterschiedlichen Blautöne. Auch von hier können wir ein paar Wale entdecken. Allerdings sind sie nicht so nah am Ufer, als bei den Lava Tubes. 

Nach unserer kleinen Wanderung fahren wir die Ostküste wieder hoch nach Kailua. Hier findet Donnerstags ein kleiner Farmers Market statt. Der Markt gefällt uns sehr gut. Es gibt Live Musik, die Farmer verkaufen frisches Obst, Riesenavocados und von den verschiedenen Essensständen duftet es herrlich. Allerdings ist es gar nicht so einfach, etwas ohne Fleisch zu finden. Wir werden sowieso schauen müssen, wie es in Mexiko so mit der fleischlosen Ernährung klappt. Die mexikanische Küche ist ja unverschämt lecker, aber halt auch Fleischlastig. Allerdings sind wir uns einig, dass wir es lieben, neue Kulturen und Länder durch ihr Essen kennen zu lernen. Und wenn auf den Tacos Fleisch ist, werden wir sicherlich auch mal Fleisch essen. 

Auf Hawaii sehen wir grade allerdings dazu keinen Anlass. Burger, Spare Ribs, Pad Thai, Pho Suppe und Döner sind natürlich lecker, aber deswegen unseren guten Vorsatz schleifen zu lassen, sehen wir nicht so richtig ein. Wir finden einen Stand der eine Art Sushi anbietet. Das Sushi ist auch wirklich sehr lecker, nur nix zum satt werden. 

Deswegen fahren wir wieder zu unserem Airbnb und kochen uns noch selber was. Spart auch Geld. 

Japan meets Hawaii

Am letzten Tag müssen wir unser Airbnb um 11 Uhr räumen, haben aber noch den ganzen Tag zur Verfügung. Unser Flieger geht erst um 21 Uhr. Also Gepäck ins Auto geschmissen und los gehts. Wir fahren zum Valley of Temples, ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Hier steht der Byodo-In Tempel. Er ist den Japanern 1968, zum 100 Jahrestag der ersten japanischen Immigranten gewidmet worden. Der Architekt des Valley of Temples hat den Byodo-In Tempel in der Nähe von Kyoto als Vorbild für sein Bauwerk genommen. 

Der Tempel liegt wunderschön am Fuß der Bergketten, an einem kleinen See. Koikarpfen und zwei schwarze Schwäne ziehen ihre Kreise im Wasser. Obwohl der Tempel viele Kilometer von Japan entfernt ist, kommt bei uns direkt Japan Feeling auf. Japan war wirklich ein großes Highlight während unserer Reise. Wir schlendern entspannt durch die Anlage, setzten uns in einen hübschen Pavillon und schwelgen ein wenig in Japanerinnerungen. 

Nach unserer kleinen Reise zurück nach Japan, fuhren wir nochmal zum Waikiki Beach. Hier vertrödelten wir ein paar Stunden und bummelten durch das belebte Zentrum, tranken noch ein Käffchen und schauten ein paar Hulatänzerinnen bei einem Hula-Festival zu. Gegen Abend machen wir uns dann langsam auf dem Weg zum Flughafen. Unseren Mietwagen konnten wir völlig easy abgeben. 

Ein unentspannter Abschied von Hawaii

Der Flughafen in Honolulu war aber wirklich kein Highlight. Es gab total wenig Auswahl an Restaurants, Steckdosen fanden wir auch nur in der hinterletzten Ecke und es wurde lauthals gebohrt. Wir fanden dann doch noch was und aßen eine relativ gute Pizza. Bei unserem Flug ist kein Essen enthalten, was uns ganz schön ärgerte. Wir fliegen mit United Airlines 6 Stunden nach Denver und nochmal 3 Stunden nach Cancun. Die Aussicht auf die nicht vorhandene Bordunterhaltung und das Essen steigerten unsere Laune nicht grade. Bei der Buchung hatte ich das irgendwie nicht so auf dem Schirm. Wir hatten uns vorher ein paar Podcasts und Musik aufs Handy geladen und wollten die Handys eigentlich nochmal laden. Irgendwo fanden wir dann auch eine Steckdose, setzten uns auf den Boden, wurden aber schnell vertrieben, als Bauarbeiter direkt neben uns anfingen zu bohren. Mega nervig. 

Leider besserte sich unsere Laune auch nicht, als wir das Flugzeug betreten. Die Sitze waren echt unbequem und eng. Demnach stiegen wir in Denver total zerknautscht, hungrig und mit keiner Minute Schlaf aus. Die 4€ Plörre, die eigentlich Kaffee sein sollte, machte uns auch nicht wirklich wach. Wir setzten uns ans Terminal und warteten etwas frustriert auf unseren Weiterflug. Nochmal 3 Stunden mit so einer miesen Airline zu fliegen, waren nervige Aussichten.

Allerdings stand plötzlich der Kapitän am Schalter und begrüßte die Gäste freundlichst. Er erzählte ein wenig übers Wetter in Cancun und die Flugzeit. Danach lief er durch die Reihen, schüttelte einigen Gästen die Hände und hielt kurz Smalltalk. Auch mit uns quatschte er kurz. Ein sehr sympathischer Kerl. So war unser zweiter Eindruck von United etwas besser als der Erste. Trotzdem wäre United nicht mehr die Airline unserer Wahl. Vor allem, weil wir für die Flüge mit United genauso viel bezahlt haben, wie für die Flüge mit Qantas von Neuseeland. Diese Flüge waren echt super. Coole Filme im Bordprogramm, leckeres Essen und genügend Getränke. 

Na ja, jetzt haben wir in Mexiko ja erstmal Zeit uns von den unentspannten Flügen zu erholen. 

Gibt es Bier auf Hawaii?

Natürlich kann ich Hawaii nicht ohne ein kleines Fazit ans Aktar legen. Wir haben uns mit Bastian aus Hamburg in Sydney mal über Hawaii unterhalten. Er sagte uns, dass jeder diese Hawaiiblase im Kopf hat, die aber eigentlich nicht funktioniert, weil es nicht so ist, wie in der Vorstellung. Als wir an Hawaii gedacht haben, dachten wir an entspannte Atmosphäre, Blumenketten am Flughafen, ewigen Sonnenschein, unberührte Natur und Cocktails an Traumstränden. Wir wollen jetzt nicht rumheulen, wie furchtbar Hawaii war. Das war es ja definitiv nicht. Wir hatten eine tolle Zeit und haben ein paar sehr schöne Orte kennen gelernt. Die Ostküste war wunderschön und die Hawaiianer sind wirklich ganz liebe, freundliche und offene Menschen. Die Stimmung ist schon ziemlich entspannt und Aloha ist hier definitiv mehr als nur eine Begrüßung. 

Aber es war echt viel Verkehr und wir standen mindestens einmal am Tag im Stau. Die Strände an der Nordküste lagen meist direkt an einer vielbefahrenen Straße, da kommt bei mir kein Aloha Feeling auf. Das Wetter war in den ersten 2 Tagen echt blöd. Hawaii mit Regen und grauen Wolken gab es in meinem Kopf irgendwie nicht. Zudem war alles wirklich sauteuer. 

Wir sind super happy und dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten ein paar Tage auf Oahu zu verbringen. Wir werden aber wohl nicht nochmal wieder kommen. Viellicht ist die Hauptinsel Oahu nun auch nicht der beste Platz, um das vollkommene Hawaii Paradies zu finden. Die kleineren Inseln sind sicherlich nochmal anders. Trotzdem sagen wir "Mahalo Hawaii", für diesen kleinen Einblick. 

Ach ja, es gibt übrigens Bier auf Hawaii. Sogar sehr leckeres, welches auf Maui gebraut wird. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Dienstag, 05 März 2019 08:26)

    Hallo Ihr Lieben, das ist ja sehr schade. Aber wenn ihr Hawaii nicht auf eurer Reiseroute gehabt hättet, hättet ihr jetzt immer noch die Hawaiiblasenvorstellung im Kopf. So wissen wir wenigstens, dass wir uns diese Reise ersparen können ;-) Sind gespannt was Mexico so zu bieten hat. Viel Spaß.

  • #2

    Hannes u.Doris (Dienstag, 05 März 2019)

    Hallo ihr Lieben, dann wissen wir ja jetzt, dass wirHawaii streichen können. Ohne euch hätten wir den Einblick nicht bekommen. Liebe Grüße und viel Spaß in Mexiko.