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Hanoi - Eine Überraschung

Von Cat Ba fuhren wir nach Hanoi. Der Bus spuckte uns 5 Stunden später, im strömenden Regen und Verkehrschaos in Vietnams Hauptstadt aus. 

Herzlich Willkommen in Hanoi! 

Wir hatten so viel schlechtes über diese Stadt gehört. So viel Verkehr, Touristenabzocke, laut, dreckig, stinkig. Unsere Erwartungen waren also nicht sonderlich hoch. Nach Ho-Chi-Minh im Süden ist Hanoi zwar nur die zweitgrößte Stadt Vietnams, dafür aber die Hauptstadt.

Da wir nicht direkt von Cat Ba zum Flughafen fahren konnten, sahen wir Hanoi eher als lästigen Zwischenstop, auf den Weg ins nächste Land. Uns und die Wärme trennte nur noch der Aufenthalt in Hanoi. Wir waren es leid, nass zu sein und zu frieren. 12 Grad ist definitiv zu wenig für unsere Weltreisegemüter. 

1. Kommt es anders und 2. als man denkt

Der Blick aus dem Fenster am ersten Morgen, war nicht sehr vielversprechend. Die wohltuende, heiße Dusche musste auf später verschoben werden. Der Strom war ausgefallen und zu einer kalten Dusche konnten wir uns nicht durchringen. 

Bei dem Dauerregen und den Temperaturen hatten selbst die Straßenverkäufer keine Lust auf Geschäfte. "Sehr ungewöhnlich so ein Wetter zu dieser Jahreszeit", sagte man uns. 

Wir schlenderten Richtung Altstadt und kehrten immer mal wieder in gemütliche Cafés ein, wenn uns der Regen zu viel wurde. 

In der Altstadt waren, ähnlich wie in Hoi an, viele schöne, bunte, alte Häuser zu finden. Die maroden Gebäude gaben den Straßen wieder einen ganz besondere Flair. Hoi an wirkte teilweise sehr gekünstelt für uns, so als ob man die Altstadt nur für die Touristen hübsch hergerichtet hat. Vielleicht ist das auch so. 

Hanois Altstadt wirkt dagegen für uns total authentisch. Es gibt viele kleine Garküchen, an denen die Einheimischen auf Mini-Plastikstühlen ihre Pho Suppe schlürfen. Es dampft aus den Töpfen der improvisierten Küchen, die Obstverkäuferinnen trotten in Regenmontur, mit ihrem schweren Körben, durch die Straßen und die alten Vietnamesinnen schlängeln sich, mit ihrem traditionellem Reishut, auf dem Fahrrad durch den Verkehr. Überall sind Roller und Autos, es wird wild gehupt und noch wilder gefahren. 

Und wir mitten drin. Aber wir finden es super. Erstaunlicherweise. 

Das hätten wir nicht gedacht. Wir hatten erwartet, dass uns das Chaos und der viele Verkehr total an nervt, aber wir müssen es zugegeben: Hanoi hat seinen ganz eigenen, besonderes Charme. Wir sind ihm auf jeden Fall verfallen. 

Was uns total positiv auffällt, ist die Freundlichkeit der Menschen in dieser Stadt. Angefangen bei unserer Gastgeberin, über die Kellner im Restaurant, bis hin zum normalen Vietnamesen, dem wir auf der Straße entgegen kommen. Alle sind super freundlich, schenken uns ein Lächeln und halten einen kleinen Plausch mit uns. So extrem ist uns das Interesse der Vietnamesen, uns gegenüber, und die allgemeine Freundlichkeit, in keiner anderen Stadt bisher aufgefallen

Letzter Abend in Vietnam - Nicht ohne Hanoi Spezialitäten

So schlendern wir noch ein bisschen durch die vielen, engen Gassen und passen auf, das uns keiner umfährt. 

Als es Dunkel wird und die Lichter langsam angeschaltet werden, gefällt uns die Altstadt fast noch besser. Unseren letzten Abend verbringen wir in einem schönen Restaurant und essen Bun Cha, eine Hanoi Spezialität: Ein gut gewürztes Nudelgericht mit Schweinefleisch. Sehr lecker. Im Restaurant werden wir mit lauter Weihnachtsmusik beschallt. Generell ist Hanoi schon schön weihnachtlich dekoriert. 

Zum Abschluss darf ein Bia Hoi nicht fehlen. Übersetzt heißt Bia Hoi einfach nur „Frisches Bier“ und das ist es auch. Das Bier wird täglich frisch gebraut und wird nur an wenigen Plätzen in Hanoi ausgeschenkt. Es war gar nicht so einfach, so ein Plätzchen ausfindig zu machen, aber nach einen 10 minütigen Spaziergang aus der Altstadt raus, stehen wir vor „Bia Hoi Hanoi“. Ein offener Laden, ziemlich schmuddlig, aber gut besucht von vielen Vietnamesen. Wir setzen uns auf die niedrigen Kinderstühle und bekommen zügig unser frisches Bier. Ebenfalls sehr lecker und das für unglaubliche 40 Cent. Vietnam ist definitiv das günstigste Land, dass wir je bereist haben. 

Also stoßen wir an und trinken auf Vietnam, das Regenwetter, das schöne Hanoi und die letzten Wochen.

Unsere Highlights waren sicherlich Tam Coc und die Halong Bucht.

Wir haben vor allem in Hoi an und Hanoi unfassbar gut gegessen und hatten viele, schöne Begegnungen mit netten Menschen, sowohl andere Reisende, als auch Einheimische. 

Vietnam ist aber auch anders als die Länder, die wir bisher in Südostasien kennen gelernt haben. Irgendwie schmuddeliger. Obwohl wir eigentlich in jedem Land immer von Straßenständen essen, haben wir uns in Vietnam nicht so rechts an das Streetfood ran getraut. Wir können momentan noch nicht sagen, woran es genau lag, aber der letzte Funke ist nicht so recht über gesprungen. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht an uns, vielleicht waren unsere Köpfe noch mit Südafrika und Japan gefüllt.  

Trotzdem haben unsere drei Wochen in Vietnam mit Hanoi einen runden Abschluss gefunden. Aber wir freuen uns jetzt auch auf das nächste Land, welches nicht ganz unbekannt für uns ist. Vor allem sehnen wir uns nach Sonne und Wärme.

Bei dem Mistwetter kommen wir ja fast in Weihnachtsstimmung. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hildegard van Lier (Donnerstag, 13 Dezember 2018 19:45)

    Oh je, ja ehrlich gestanden ist ständiger Regen ziemlich niederschmetternd. Aber vielleicht wird es ja im nächsten Land besser. Wir gönnen es euch. Hier wird es jetzt auf jeden Fall weihnachtlich. Bis dann, Mama und Papa. Ach ja, supertolle Fotos.