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Die letzten 24 Stunden in New York

Ein Tag, der sich nicht aufschieben lässt. Auch nicht, wenn man sich so sehr wünscht, dass er noch nicht da ist. Irgendwann wurde es uns bewusst. Die letzten 24 Stunden in New York und somit auch auf der Weltreise waren angebrochen. Morgen um diese Zeit sitzen wir im Flieger, der uns in Frankfurt ausspuckt. Ein Gefühl, dass nicht in Worte zu fassen ist. Vor allem weil es nicht nur ein Gefühl ist. Es sind 100 Gefühle, die auf uns einprasseln. 

Vorfreude auf die lieben Menschen daheim, auf Münster und die eigenen vier Wände. 

Angst vor dem Alltag, den alten Gewohnheiten und Marotten. 

Dankbarkeit für die Möglichkeiten, Chancen und den Blick hinter die Kulissen, den wir erfahren durften. 

Ungewissheit, ob uns das Alltags-Korsett zu sehr einengt und wir jemals ankommen werden. 

Zufriedenheit und Stolz, weil wir so viel über uns selbst lernen durften und wachsen konnten. 

Traurigkeit über das Ende eines Kapitels, in dem wir so frei und unbeschwert waren.

Neugierde auf das nächste Kapitel, von dem wir den Inhalt noch nicht kennen. 

Aufregung, neue Dinge in Angriff zu nehmen, für die wir brennen. 

Und mit all diesen Gefühlen und Gedanken verbringen wir die letzten 24 Stunden in New York und auf der Reise. 

One World Trade Center

Einmal New York im Dunkeln von oben sehen. Diesen Wunsch erfüllten wir uns am letzten Abend. Und welcher Ort eignet sich dafür besser als das höchste Gebäude New Yorks?

Das One World Trade Center wurde neben der Stelle an dem sich einst die Zwillingstürme befanden neu gebaut und 2014 eröffnet. Mit seinen 541m ist der Wolkenkratzer das sechs höchste Gebäude der Welt. Schon die Fahrt mit dem Aufzug ist ziemlich spektakulär. In 47 Sekunden werden wir bis in den 102. Stock gefahren. Während dieser kurzen Fahrt verwandelt sich der Aufzug zur Leinwand und wir können uns die Geschichte New Yorks anschauen. Nachdem wir uns erfolgreich an der übermotivierten Dame, die den Leuten Tablets andrehen will, welche einem Informationen über die Umgebung geben, vorbei schlängeln konnten, sind wir bereit für die Aussicht. Allerdings bekommen wir anstatt Aussicht erst noch eine kleine Einführung gezeigt. Auf einer großen Leinwand werden einige bekannte Spots aus New York gezeigt: Brooklyn Bridge, Central Park, Empire State Building. Alles nett anzusehen, aber so langsam wollen wir mal die Aussicht sehen. Deswegen sind wir ja hier oben. Wir haben unseren Besuch nämlich extra so getimt, dass wir zum Sonnenuntergang auf der Aussichtsplattform sind. Konnte ja keiner ahnen, dass hier so ein Event aus dem Besuch gemacht wird. Etwas ungeduldig schauen wir uns die Präsentation zu Ende an und verstehen erst gar nicht, was da vor unseren Augen passiert. Zum Schluss wird eine atemberaubende Skyline gezeigt. Alles glänzt und funkelt. Ein unglaublicher Blick.

Irgendwann kapieren wir, dass die Leinwand hochgefahren wurde und das dieser Blick wirklich die reale Aussicht ist. Das ist mal ein ziemlich cooler Effekt. Chapeau an den kreativen Kopf. 

Wir laufen zur Aussichtsplattform und erwischen noch die letzten wunderschönen Momente des Sonnenuntergangs. Was ein Blick, der rot gefärbte Himmel, die Freiheitsstatue, Staten Island,  der Hudson River und die Bucht vor Manhattan. Wir laufen einmal im Kreis und haben einen grandiosen 360 Grad Blick auf das funkelnde New York. Wahnsinn. Auch wenn die Scheiben das Fotografieren ziemlich erschweren, bleibt die Aussicht trotzdem einmalig. Grade der Blick nach Uptown Manhattan ist spektakulär. Empire State Building, Rockefeller Centre, Brooklyn Bridge - ein Meer aus Lichtern. 

SoHo

Den letzten Tag in New York starten wir ganz entspannt. Wir frühstücken gemütlich unser Standard-Weltreise-Frühstück: Haferflocken, Kokosflocken, Sonnenblumenkerne, Apfel, zwei Oreo Kekse und Milch. Hat sich irgendwie so etabliert und eigentlich bekommt man all diese Zutaten in jedem Land relativ kostengünstig. Gegen Mittag packen wir das letzte Mal unsere Rucksäcke und geben diese in einer Gepäckaufbewahrung ab.

Mit der U-Bahn machen wir uns auf den Weg in das Viertel SoHo (South of Houston Street). Dieses Viertel ist das Zuhause von Künstlern, Musikern, vielen Galerien, individuellen Geschäften und einer gemütlichen Gastroszene. Allerdings ist das Preisniveau ziemlich hoch und so lassen wir Gucci, Chanel und Prada links liegen. Wir sind ja schließlich nicht zum Shoppen hier, sondern um uns durch die Straßen treiben zu lassen und die Architektur zu bestaunen. SoHo zeichnet sich nämlich vor allem wegen seiner vielen Cast-Iron Gebäude aus. Einige Straßen wurden aufgrund der besonderen Gusseisenbauweise der Lager- und Fabrikgebäude unter Denkmalschutz gestellt. Der Spaziergang ist ein bisschen wie eine kleine Zeitreise und wir fühlen uns einige Jahrhunderte zurück versetzt. Nur der H&M im wunderschönen alten Gebäude erinnert uns daran, dass wir uns nicht im 18. Jahrhundert befinden. 

Noch einmal über die Brooklyn Bridge

Da wir noch einige Stunden Zeit haben und uns Brooklyn mit der Brooklyn Bridge ja so gut gefallen hat, setzen wir uns in die nächste U-Bahn und steigen in Brooklyn wieder aus. Bei dem Spaziergang zurück nach Manhattan können wir die Skyline von New York dieses Mal im Hellen bestaunen. Diese Brücke ist definitiv einer unserer New York Highlights. Der Blick und die Atmosphäre sind wirklich richtig cool. 

Die Brooklyn Bridge wurde übrigens nach 13 Jahren Bauzeit 1883 eröffnet. Die New Yorker waren allerdings sehr skeptisch, ob diese 1,8km lange Brücke wohl so stabil ist. Um die Bevölkerung von der Stabilität des Bauwerks zu überzeugen, ließ man 21 Elefanten des Zirkus "Barnum" über die Brücke laufen. Komische Belastungsprobe. 

Als wir wieder in Manhattan ankommen, machen wir uns so langsam auf den Weg zur Penn Station. Hier holen wir unser Gepäck wieder ab und fahren mit der U-Bahn zum Flughafen. Bei der Hinreise haben wir den Zug genommen. Jetzt wollen wir aber unsere Wochenkarte für die U-Bahn noch ausnutzen. Schnelles Fazit: Nehmt den Zug! 45 Minuten mit 16kg auf dem Rücken in einer vollen U-Bahn zu stehen macht nur bedingt Spaß. 

Um 21 Uhr wird uns der A380 von Singapore Airlines über den großen Teich nach Hause bringen. 

Goodbye New York, Goodbye Amerika, Goodbye Weltreise! Es war schön mit Dir! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hildegard van Lier (Freitag, 29 März 2019 07:56)

    Willkommen Zuhause, ihr Lieben und DANKE! dass wir mitreisen und das große Abenteuer miterleben durften. DANKE! dass wir mit-staunen, -lachen, -weinen durften. Dank eurer Reise durften auch wir die Welt kennenlernen. Wir freuen uns euch wieder heil in unsere Arme schließen zu können und sind ebenso gespannt wie ihr, was das Leben für euch parat hält.

  • #2

    Doris und Hannes (Freitag, 29 März 2019 19:27)

    Wir schließen uns Hildegards Worten an. Wichtig ist zunächst, dass ihr gesund zurückgekehrt seid und eure Weltreise ohne Komplikationen verlaufen ist. Stolz könnt ihr auf eure Partnerschaft sein......, "1/2 Jahr 24 Stunden zusammen.....ihr seid gemeinsam heimgekehrt".
    Nun heißt es, die Erfahrungen und guten Begegnungen in den Alltag zu integrieren, wozu wir euch viel Erfolg wünschen.