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Ein Städtetrip

Im September hatten wir eine Woche Urlaub und waren auf der Suche nach einem schönen Städtetrip für einige Tage. Irgendwann kam uns Budapest in den Sinn. Gesagt, getan, Eurowings brachte uns in kurzer Zeit von Düsseldorf nach Budapest. 

Durch Budapest fließt die Donau und teilt die Stadt in Buda und Pest. Wir haben uns für eine Unterkunft auf der Pest Seite entschieden. Auf dieser Seite befindet sich das Zentrum und das jüdische Viertel. Daher fanden wir es sinnvoll uns zentrumsnah eine Unterkunft zu suchen.

 

Tipp Transport in Budapest

Von Terminal 2 fährt der Bus 200E in 22 Minuten zur Metrostation Kobanya-Kispest. Von hier aus kann man mit der Metro M3 ins Zentrum fahren. 

 

 

Fotogenes Budapest

In Budapest hatten wir keinen speziellen Plan, wir haben uns einfach treiben lassen und die Stadt zu Fuß und per Rad erkundet.

Das ungarische Parlament ist das größte Gebäude in Ungarn und wirklich sehr schön. Es werden auch Führungen durch bestimmte Teile des Gebäudes angeboten. Das Parlament liegt direkt an der Donau und den besten Blick darauf hat man von der gegenüberliegenden Donauseite. 

In der Nähe des ungarischen Parlaments findet man entlang der Donau ein Mahnmal aus Schuhen, welches an die Jugendverfolgung im 2. Weltkrieg erinnern soll. Die Juden wurden damals am Donauufer zusammen getrieben und erschossen. 

Abends sind wir am Donauufer entlang spaziert und die beeindruckenden Gebäude, wie das ungarische Parlament oder die Fischerbastei, sind bei Nacht angeleuchtet noch viel schöner. 

Budapest hat so viele fotogene Ecken und spätestens, wenn die gelbe, historische Straßenbahn vor dem Parlament vorbei fährt, sollte die Kamera schnell rausgeholt werden. Die Linie 2 lässt sich übrigens gut zur Stadterkundung nutzen, da sie bei allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und an der Donau entlang fährt. 

Der alte Bahnhof Nyugati ist ebenfalls ein wunderbares Fotomotiv. Jeden Menge historischen Charme wird hier versprüht. Nebenan gibt es den wohl schönsten Mc Donalds, in dem ich jemals war. Man speist 1€ Burger in einer mondänen Bahnhofshalle.

Die große Markthalle in der Nähe der Freiheitsbrücke sind ziemlich touristisch. Hier gibt es viel Klimm Bimm zu kaufen, aber auch die Einheimischen kaufen hier ihre Lebensmittel ein. Es gibt einige Lokale, in denen man typisch ungarisch Essen kann. Als wir in der Markthalle waren, waren diese aber sehr überfüllt. Ein kleiner Spaziergang lohnt sich trotzdem, auch wenn man nichts isst, denn das Gebäude ist sehr schön. 

 

Über die wunderschöne Kettenbrücke verlassen wir Pest und schlendern zu anderen Seite, nach Buda. Nachdem wir den Gellertberg erklommen haben, schauen wir uns die Zitadelle und die Freiheitsstatue auf dem Berg an. Die Zitadelle wurde zum Weltkulturerbe ernannt. Von hier aus hat man den besten Panoramablick über die Stadt. Zum Sonnenuntergang ist es besonders schön. 

Frau schaut auf das Parlament in Budapest. Schöner Ausblick.

Weiter geht es zum Burghügel. Wir laufen die Strecke ganz sportlich hoch, man kann sich aber auch mit der Seilbahn fahren lassen. Wir schlenderten einige Zeit an der Burg entlang und liefen dann weiter zu der Fischerbastei und der Matthiaskirche, wirklich beeindruckende Gebäude. Auch von hier hatten wir wieder einen schönen Blick über Budapest. 

Budapest ist für seine Thermalbäder bekannt und daher fällt die Auswahl wirklich schwer, da es einige Bäder gibt. Wir entschieden uns an einem verregneten Abend in ein kleines Thermalbad zu gehen und im warmen Wasser die plattgelaufenen Füße zu entspannen. Das bekannteste Thermalbad ist sicherlich das Széchenyi Bad. Allerdings soll es hier ziemlich überfüllt sein. 

 

Tipp Thermalbad in Budapest 

Veli Bej Bath 

Kleines Thermalbad mit 4 Becken in Buda. Wenig Touristen, fast nur Einheimische. Alles war sehr sauber und der Eintrittspreis war günstig.

 

Leckeres Essen. Und das Bier erst...

 

Budapest ist ebenfalls bekannt für seine Ruinenbars. Das Szimpla Kert befindet sich im jüdischen Viertel in Pest und ist die erste und bekannteste Ruinenbar. Wir waren einige Male hier, weil wir es so gemütlich und urig fanden. Das heruntergekommene Haus hat viele verschiedene Sitzmöglichkeiten, wir haben meist im Innenhof gesessen. Viele grüne Pflanzen und das leckere Bier sorgten für eine tolle Atmosphäre. In jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. 

Neben dem Szimpla Kert befindet sich der Karavan Streetfood Market. Wir sind zwar drüber geschlendert und fanden die Location auch echt schön, die Preise empfanden wir aber als zu hoch. 

Generell ist das jüdische Viertel sehr alternativ und schön. An jeder Ecke gibt es gemütliche Cafés und Shops.

Vor dem Nyugati Bahnhof gibt es einen kleinen Stand mit Kürtöskalacs, ungarischem Baumkuchen. Verflucht lecker, süß, günstig und mit Suchtpotenzial.

 

Tipp Kaffee in Budapest

My Little Melbourne Coffee

Sehr guter Kaffe im jüdischen Viertel. Wenig Sitzplätze, man kann hier auch frühstücken. 

 

Tipp Markt in Budapest 

Szimpla Sunday Farmers' Market

Interessant für alle die an einem Sonntag in Budapest sind. In der Ruinenbar findet dann von 9-14 Uhr ein Lebensmittelmarkt statt. 

Szimpla Kert in Budapest. Mit Pflanzen bewachachsener  Innenhof.
Blonde Frau lacht und trinkt ein Bier in Budapest.
All you need is coffee.

Da sich nur ein paar Schritte von unserer Airbnb Unterkunft das Local Korner Mini Restaurant befand, speisten wir hier gleich zweimal. Das junge Team bereitet in einem coolen Laden unheimlich leckere Pizzen zu. Während man wartet, kann man sich an der Wand verewigen. Die Sitzplätze sind begrenzt und man sitzt auch eher wie in einem Imbiss, aber die Pizza kann ja auch wunderbar zu Hause verspeist werden. Es gibt an einem anderen Standort einen größeren Laden, wo man die leckere Pizza auch vor Ort gemütlich essen kann. 

 

Genervte Menschen überall

Da wir viel Zeit in Budapest hatten, sind wir einen Tag mit dem Fahrrad zur Margareteninsel gefahren, diese liegt zwischen Buda und Pest. Auf der Insel findet man eine schöne Gartenanlage und einige Denkmäler. Ein schöner Ort, um der Lautstärke der Stadt zu entfliehen. In einem Biergarten an der Donau stärkten wir uns für unseren Rückweg. Die Margareteninsel ist kein Muss, aber bei einem längeren Budapest Trip ganz nett anzusehen. 

Mit dem Fahrrad ging es dann wieder zurück Richtung Pest, mit einem Abstecher über den Heldenplatz. Auf dem Heldenplatz befindet sich das Helden- und das Milleniumsdenkmal. Hinter dem Platz ist ein großer Park, der vor allem von Einheimischen gerne genutzt wird. 

Die paar Tage in Budapest waren entspannt. Wir haben einiges gesehen und haben gut gegessen und getrunken. Mit dem Wetter hatten wir im Oktober auch noch Glück, es waren sonnige Tage dabei und es regnete nur an einem Abend. Was uns etwas erstaunt hat, war die Unfreundlichkeit der Ungarn. Mit sehr wenigen Ausnahmen trafen wir überwiegend auf unfreundliche Menschen, sei es an der Kasse im Supermarkt, beim Kürtöskalacs Stand oder im Straßenverkehr, wenn ein Autofahrer in einer engen Gasse völlig ausrastet, weil er uns mit dem Fahrrad nicht sofort überholen konnte. Das hat uns sehr verwundert und auch gestört. Ich denke nicht, dass wir neuen Menschen unfreundlich gegenüber treten. Aber so viel Augen rollen, demonstrativ, genervtes Stöhnen und spitze Antworten haben wir so geballt noch nie erlebt. 

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