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Auf Umwegen nach Stellenbosch

Vom Addo Elephant Park machten wir uns langsam auf den Weg Richtung Stellenbosch, nicht ohne einige Zwischenstopps einzulegen. Immerhin liegen die beiden Orte fast 800km auseinander. 

Den ersten Stopp legten wir am Keurboomstrand, in der Nähe von Plettenberg Bay, ein. 

Als wir dieses wunderbare Fleckchen Erde vor einer Woche das erste Mal besucht haben, war uns klar, dass wir hier mal länger bleiben sollten, als nur 2 Stunden. So suchten wir uns eine Airbnb Unterkunft und landeten bei Christine und David. Hier wurden wir mit so viel Herzenswärme empfangen. Christine hatte Kuchen gebacken und ein Sherry durfte auch nicht fehlen. Unglaublich, wie viel Mühe die Beiden sich gegeben haben, obwohl wir nur eine Nacht bei Ihnen waren. 

 

Unser heißester Tipp für Südafrika: Bei älteren Ehepaaren übernachten. Da wird man wie ein Enkelchen verwöhnt. 

 

Der Keurboomstrand ist einer der schönsten Orte, an dem wir je waren. Hier passt alles. Das aufgewühlte Meer, die hohen Wellen, die dramatisch vor die Felsen klatschen und der wunderschöne Strand. Und so genossen wir einfach unsere Zeit an diesem magischen Platz und spazierten am Strand entlang. Wir sahen einen wundervollen Sonnenuntergang und beobachteten früh morgens Delfine vom Strand aus, mit einem Kaffee in der Hand. Denn unsere Unterkunft war nicht nur voll mit Gastfreundschaft und Liebe, sondern auch noch direkt am Meer. Wenn nicht schon die nächsten Gäste in der Warteschleife gestanden hätten, hätten wir hier bestimmt versacken können

Tipp Essen am Keurboomstrand

Ristorante Enricos

Eine Institution. Italienisches Restaurant mit wundervollem Blick und leckeren Pizzen. 

Zwei Kaffeetassen, halb gefüllt mit Kaffee am Strand

Ab zu den Straußen

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Christine, David und diesem besonderen Ort. Unser Weg führte uns weiter nach Oudtshoorn, ins Karoo Gebiet. 

Hier herrscht eine völlig andere Vegetation, da die Karoo eine Halbwüstenlandschaft ist. 

Oudtshoorn ist vor allem für seine vielen Straußenfarmen bekannt. Wir nutzten den Ort aber nur als Stopp, damit wir nicht so lange im Auto sitzen möchten.

Als wir an unserer Unterkunft ankommen, begrüßt uns der Schäferhund Max ganz aufgeregt. Daniel geht aufgrund der Größe des Hundes lieber 2 Schritte zurück, aber ich verstehe mich direkt prächtig mit dem Tier. 

Unsere Gastgeberin Corne bietet für ihre Gäste die Möglichkeit, an einem traditionelles Braai teilzunehmen. Eigentlich ist Braai nichts anderes wie Grillen, aber die Menschen zelebrieren dies hier. Es geht viel mehr um die gemeinsame Zeit, die man mit seinen Lieben verbringt, als um das eigentliche Essen. Da wir sonst viel selber kochen um Geld zu sparen, wollten wir es uns aber nicht entgehen lassen, mindestens einmal so ein Braai Event mitzumachen. Corne steht den halben Tag in der Küche. Es riecht unverschämt lecker und wir bekommen fast ein schlechtes Gewissen, dass sie sich für uns solche Mühe macht.

Mit uns ist eine Familie aus den Niederlanden in der Unterkunft. Eigentlich kommen sie gebürtig aus Südafrika, sind aber vor 40 Jahren in die Niederlande gegangen, weil sie als Farbige wenig Perspektive in Südafrika gesehen haben. Die Drei sind interessante Menschen, mit bewegenden Geschichten und so sprachen wir über spannende Themen, wie Mandela oder die Apartheid. So leerte sich die erste Flasche Wein schon vor dem Essen, weil wir uns irgendwie verquatschten. 

Da es relativ frisch war, nutzte Corne ihre Indoor-Braai Feuerstelle in der Küche. 

Auf dem Grill landete Strauß, Rind und Lamm. Es gab Salate, Kartoffeln, Brote und Dips als Beilagen und wir sind platt, was Corne alles aufgefahren hat. Normalerweise kümmert sich ihr Mann um das Grillen. Da der aber grade beruflich in Kapstadt zu tun hat, grillt sie das erste Mal für ihre Gäste. Ihre Feuertaufe hat sie aber hervorragend gemeistert. Zum Dessert durften wir den köstlichen Malva Pudding probieren. Ein Mischung aus Kuchen und Pudding, übergossen mit etwas Amarula Likör.

Ehrlicherweise kennen wir Amarula nur aus irgendeiner Bachelorstaffel, die in Südafrika gedreht wurde. Künstlicher weise tranken alle Amarula und überall stand eine Flasche von dem Gesöff rum.

Aber Amarula ist wohl wirklich ein bekannter Likör in Südafrika und wird viel und gerne getrunken. Unsere Flasche wird natürlich nicht alt, denn in Südafrika sollte ein Glas nie leer sein. Das gilt auch für den Wein. Und so fallen wir vollgefuttert und leicht angesäuselt in unser Bett. 

Strauß auf einem Feld

Über die Route 62 nach Montagu

Von Oudtshoorn fahren wir über die "Route 62" nach Montagu. Diese Route ist das Pendant zur Garden Route und gilt als absolute Traumstraße durch die Karoo. Die Route 62 erinnert an die Route 66 und ist geprägt von Gebirgspässen, grünen Tälern mit Obstplantagen und Weinbergen. Außerdem ist diese Strecke die längste Weinstraße der Welt. Hier könnte man sich Ewigkeiten von Weingut zu Weingut trinken. Da wir aber noch in Stellenbosch übernachten werden, verlegen wir die Weinguteskalation lieber auf dieses Örtchen. 

Entlang der Route 62 gibt es immer wieder Aussichtspunkte und Haltebuchten. Wir halten oft an und bestaunen die völlig andere Landschaft. Wie vielseitig Südafrika doch ist. 

Montagu ist ein kleines, hübsches Örtchen, umgeben vom Langeberg Gebirge. 

Hier genießen wir die Sonne. Die letzten Tage war es oft bewölkt und frisch, deswegen freuen wir uns über 25 Grad und strahlend blauen Himmel.

Tipp Kaffee in Montagu 

The Barn on 62

Richtig guter Kaffee und andere Leckereien zum Frühstück und Mittagessen.

The Alpaca Loom & Coffee Shop

Unser letzter kleiner Zwischenstopp vor Stellenbosch ist eine Alpaka Farm. Zum einen gibt es hier super guten Kaffee und himmlischen Kuchen und zum anderen fast 350 Alpakas. Mein Gott, was für bezaubernde Tiere. Der Besitzer der Farm zeigt uns die Ställe und erklärt uns viel zu den Tieren. Er ist in Namibia geboren, spricht aber perfekt Deutsch, da er einige Zeit in München gelebt hat. Wir sind entzückt von diesen seltsamen, sehr süßen Tieren mit ihren unterschiedlichen Frisuren. 

Alpaca auf einer Wiese

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Sonntag, 21 Oktober 2018 22:20)

    Eure Reiselust bringt uns ferne Länder nahe. Ihr zeigt uns Südafrika von einer Seite, die wir nicht für möglich gehalten hätten, weil ihr nahe an den Menschen seid. Wir wünschen euch weiterhin gute Begegnungen mit Menschen, die beweisen, dass ein friedliches Miteinander, "über Grenzen hinaus", möglich ist. Good Luck!

  • #2

    Hildegard van Lier (Montag, 22 Oktober 2018 08:00)

    Ihr Lieben, gerade noch mit euch in Südafrika telefoniert ;-), jetzt schon schwarz auf weiß zu lesen. Schön zu wissen, dass es euch so gut geht. Und ob ihr es glaubt oder nicht, Amarula haben wir auch schon mal getrunken, lecker, lecker...., Euch weiterhin viel Spaß, besonders bei den Weinproben. HEL, Hildegard und Horst.