· 

Anreise Thailand - Wir leben!

Noch während ich diesen Text schreibe, sitze ich relativ verkrampft und unentspannt im Flugzeug. 

Daniel wurde letztens auf Instagram gefragt, was Reisen für ihn bedeutet. Unter anderem antworte er: „Grenzen überwinden“ 

Ich verstehe diese Antwort grade so gut. 

Angsthase

Wie einige vielleicht wissen, bin ich nicht wirklich ein großer Fan vom Fliegen. Manchmal bin ich mega angespannt, ängstlich und unruhig. Manchmal bin die Ruhe in Person und kann das Fliegen sogar zeitweise genießen. Wovon meine innere Ruhe bzw. Unruhe abhängt, kann ich nicht wirklich sagen. 

Ich habe mich schon relativ viel belesen und weiß, dass ein Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist. Ich weiß auch, was die meisten Geräusche zu bedeuten haben und ebenfalls weiß ich, dass es gar nicht so einfach ist, mit einem Flugzeug abzustürzen. 

Trotzdem ist mir jedes Ruckeln zu viel und der Vergleich mit der Busfahrt, will einfach nicht in meinen Kopf. 

Aber gut, ich komme klar damit. Ich will die Welt sehen und das geht nunmal nicht ganz ohne Flugzeug. 

Daniel steht mir immer sehr verständnisvoll zur Seite, beruhigt mich und hält mir das Händchen. Ihm macht das Fliegen nix aus. Es macht ihm sogar Spaß. Er liebt die Flughafenatmosphäre, das Flugzeugessen und das Bord-Entertainment. 

Mein persönlicher Horrorfilm

In meinem Kopf hat sich irgendwie eingebrannt: Großes Flugzeug = gut, kleines Flugzeug = schlecht. Deswegen fliege ich gerne mit dem großen A380. Das beruhigt mich irgendwie. Eigentlich dämlich. 

Mein Horror war es schon immer, mal zwangsweise in eine Propellermaschine einsteigen zu müssen. Von selber würde ich so einen Flugzeugtyp nie buchen. Aber manchmal steckt man ja nicht drin. Der Flug ist nicht ausgelastet, da wird kurzer Hand eine kleine Maschine genutzt, oder, oder, oder. 

Ich freute mich sehr über das bezahlbare Flugangebot von Bangkok Airways von Hanoi nach Chiang Mai. Bangkok Airways - super Airline mit Essen an Bord. Zwei Stunden Direktflug - wunderbar. Und dann auch noch bezahlbar - gebucht! 

Die Freude war so groß, dass ich nachlässig wurde und wohl den Flugzeugtyp überlese habe: ATR 72 - 500.

Die Überraschung, im absolut negativen Sinne, war also umso größer, als wir mit dem Bus vor der Propellermaschine stoppten. Ach du scheiße! Willkommen in meinem persönlichen Horrorfilm. 

Augen zu und durch

Mit einem Mix aus totaler Verzweiflung und Lethargie stieg ich also in die Propellermaschine. Es nützt ja nix. Ich will ja nach Thailand.

Ich malte mir die schlimmsten Turbulenzen aus und ärgerte mich über meine Unachtsamkeit beim Buchen. Ich befürchtete, dass die Maschine so laut sein müsste und bestimmt klappern und ruckeln würde, ohne Ende. 

Aber dem war nicht so. Die Propeller waren nicht viel lauter, als Turbinen und der Flug war wirklich sehr ruhig. 

Man merkt einfach die Kräfte, die beim Fliegen herrschen, viel mehr in so einer kleinen Maschine. Wobei klein ja auch noch relativ ist. Immerhin hatte das Gefährt 70 Sitzplätze. 

Zwei Stunden später landeten wir sicher in Chiang Mai. Obwohl der Flug nicht schlimm war, war ich heilfroh aus der Blechbüchse auszusteigen und thailändischen Boden unter mir zu haben. 

Lange Rede, gar kein Sinn: Alles halb so wild. Manchmal ist die Vorstellung, von etwas, was wir noch nie getan haben, viel, viel schlimmer, als es nachher eigentlich ist. 

Und mit dieser Weisheit: Sawadee aus Thailand! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Hannes u.Doris (Samstag, 15 Dezember 2018 13:47)

    Hallo ihr Lieben, wir können das so gut verstehen ,dieses komische Gefühl, in eine kleine Propellermaschine zu steigen. Bald ist Halbzeit, ihr habt bisher soviel erlebt und gesehen, ihr wißt,dass ihr euch 100 % aufeinander verlassen könnt .Eine tolle Erfahrung. Aber es gibt auch ein Leben DANACH. Wir freuen uns auf euch.

  • #2

    Hildegard van Lier (Sonntag, 16 Dezember 2018 11:16)

    Na dann: Sawadee nach Thailand und einen schönen dritten Advent aus Kevelaer!!