· 

9/11 - Ein Tag, der die Welt veränderte

Der 11. September 2001 ist ein Datum, dass wahrscheinlich keiner mehr vergessen wird. Dieser Tag stellte die Welt auf den Kopf, zog viele Veränderungen nach sich und ging als 9/11 in die Geschichtsbücher ein. An diesem Dienstag wurden die USA Opfer eines lang geplanten und groß aufgezogenen Terroranschlags. Insgesamt führten 19 Terroristen der Terrorgruppe al-Qaida vier koordinierte Flugzeugentführungen durch. Das Ziel war es, die USA mitten ins Herz zu treffen, wichtige zivile und militärische Gebäude zu zerstören und möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen. 

American Airlines Flug 11 wurde um 8.46 Uhr in den Nordturm des World Trade Centers gelenkt

Das World Trade Center bestand aus insgesamt sieben Hochhäusern mit Bürokomplexen von 430 Unternehmen, einer Shopping Mall und einem Restaurant. Der Komplex hatte sogar eine eigene Postleitzahl. Herzstück waren das World Trade Center 1 und das World Trade Center 2. Diese Zwillingstürme waren die höchsten Gebäude New York's und prägten die Skyline. 

Zuerst glaubten die Menschen an einen fürchterlichen Unfall, als das Flugzeug in den Nordturm krachte. Die ersten Bilder vom brennenden Wolkenkratzer wurden im Fernsehen gezeigt. Viele Personen waren eingeschlossen. Für die Menschen oberhalb des 99. Stocks gab es keine Rettung. Die Rettungseinsätze waren im vollem Gange. New Yorks Straßen waren erfüllt mit Sirenengeheul und rasenden Rettungsfahrzeugen. 

United Airlines Flug 175 flog um 9.03 Uhr in den Südturm des World Trade Centers

Spätestens jetzt erkannten die Behörden, dass es sich um gezielte Anschläge handeln muss. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Der gesamte Komplex wurde evakuiert, allerdings kam für viele Menschen die Rettung zu spät. Der Südturm stürzte um 9.59 Uhr ein. Der Nordturm kollabierte wenig später um 10.21 Uhr. Eine Staubwolke legte sich über Downtown Manhattan. 

Das dritte gekaperte Flugzeug, American Airlines Flug 77, schlug um 9.37 Uhr in das Pentagon bei Washington ein. Das explodierte Benzin des Flugzeugs löste einen Großbrand aus. Das Pentagon ist der Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministerium. 

United Airlines Flug 93 war das letzte Verkehrsflugzeug, welches entführt wurde. Einige Passagiere erfuhren in der Luft durch Telefonanrufe von den vorherigen drei Anschlägen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die vier Terroristen das Flugzeug bereits in ihre Gewalt gebracht und leiteten eine Kursänderung ein. Ziel: das Kapitol in Washington. Das Kapitol ist der Sitz des US-Kongresses und der Gesetzgebung. Mit Hilfe der Passagiere gelang es der Crew in das Cockpit einzudringen und einige Entführer zu überwältigen. Daraufhin lenkte ein Terrorist die Maschine im Steilflug zu Boden. Um 10.03 Uhr zerschellte das Flugzeug auf einem Feld in Shanksville. 

Insgesamt forderten die vier terroristischen Anschläge fast 3000 Todesopfer

Leider gehört 9/11 zur traurigen Geschichte New Yorks, Amerikas und der ganzen Welt. Wir haben uns einen Tag Zeit genommen um die Gedenkstätte und die Museen zu besuchen. 2014 wurde das Mahnmal am Ground Zero eröffnet. 

Zwei Wasserbecken befinden sich an der Stelle, an dem die Zwillingstürme standen. Ringsherum, alle Namen der Getöteten, auf Tafeln geschrieben. Das Wasser fällt in der Mitte der Becken in eine tiefere Versenkung. Unter den beiden Wasserbecken befinden sich zwei unterirdische Gedenkräume, die "Reflecting Abscence" (Übersetzung: Nachdenken darüber, was fehlt). In diesen Gedenkräumen werden die Opfer, auf einer Leinwand, in kurzen Videos vorgestellt. Angehörige erzählen über das Leben und die Besonderheiten der getöteten Menschen. Teilweise es ist schwer den Stimmen, die voller Schmerz sind, zuzuhören. An den Wänden außerhalb des Gedenkraums blicken uns fast 3000 Bilder der Opfer an. Ein sehr bedrückendes Gefühl, durch diese Gänge zu laufen und zu sehen, wie viele unschuldige Menschen sterben mussten. 

Die Wasserbecken sind Abends stimmungsvoll beleuchtet. An manchen Namen befinden sich Blumen oder die Amerikanische Flagge. Für uns ist diese Gedenkstätte eine sehr würdevoller und ruhiger Ort. 

9/11 Memorial Museum

Die zwei unterirdischen Gedenkräume sind Teil des 9/11 Memorial Museums. Dieses wurde ebenfalls 2014 eröffnet. 

Als wir das Museum das erste Mal von außen sehen, bekommen wir zuerst den Eindruck, dass dieses Museum gar nicht so groß sein kann. Allerdings war uns nicht bewusst, dass sich das ganze Museum unter der Erde befindet. Genau an der Stelle, wo sich die Zwillingstürme befanden haben. Wir können noch die originalen Grundmauern und Teile des Fundaments erkennen. Außerdem sind in dem Museum unheimlich viele, ganz besondere Ausstellungsstücke zu finden. Ein Feuerwehrauto, dass durch herunterfallende Trümmerteile zerstört wurde. Ein Stahlträger aus dem Südturm, der durch das einschlagende Flugzeug getrennt wurde. Es ist unglaublich zu sehen, wie genau man erkennen kann, wie das Flugzeug den Stahl verbogen hat. An einigen Ausstellungsstücken erklären sehr nette Mitarbeiter den Gästen gerne etwas mehr über die Hintergründe. Die Atmosphäre im Museum ist sehr ruhig. Das Licht ist gedämmt. Die Museumsmitarbeiter bedanken sich für den Besuch in ihrem Museum. 

 

Als wir in den Teil des Museums laufen, der sich unter dem damaligen Nordturm befindet, werden wir vorgewarnt. In diesem Bereichen ist es aus Respekt nicht gewünscht, zu filmen oder zu fotografieren. In dieser Ausstellung wird mit einigen Videos, vielen Bildern und Audioaufnahmen der Tag rekonstruiert. Im ersten Moment erschlägt uns die Flut an Informationen fast. An den Wänden ist der Ablauf des Tages genau nachzuvollziehen. Auch hier finden sich ein zerstörter Krankenwagen, persönliche Gegenstände oder Uniformen als Ausstellungsstücke wieder. Auf verschiedensten Monitoren werden Videos gezeigt. Videos von dem Einschlag des zweiten Flugzeugs, Videos von den zusammenfallenden Türmen, Videos von Menschen die aus dem Fenster springen. 

An manchen Stationen ist es möglich, Audioaufnahmen zu hören. Anrufe vom Bordpersonal, welche die Entführung dem Tower schildern. Verzweifelte Anrufe von Angehörigen, die wissen wollen, ob es ihren Lieben gut geht. Gespräche zwischen der Notrufzentrale und Verletzten, die sich teilweise noch in den Türmen befinden. Ein Gespräch wird uns wahrscheinlich ewig in Erinnerung bleiben. 

Eine Frau beschreibt der Notrufzentrale ihre Umgebung. Sie ist in einem der Wolkenkratzer gefangen, überall Rauch, sie kann kaum atmen. Die Hitze wird immer größer. Mit ihr befinden sich noch fünf weitere Menschen in diesem Raum. Sie weint sie bitterlich, ihre Verzweiflung ist kaum zu ertragen. Ihr letzter Satz ist:

„Ich werde sterben, oder? Ich will nicht sterben.“

Die Dame in der Notrufzentrale antwortet ihr: „Beten Sie.“

 

Worte, die uns sehr nahe gehen. Es ist kaum vorstellbar, was diese Menschen an diesem Tag erleiden mussten. Angst, Panik, Hilflosigkeit, Schmerz, Leid - und das von der einen auf die andere Sekunde. Einfach furchtbar. 

Nicht umsonst gibt es während der Ausstellung immer wieder vorzeitige Ausgänge. Selbst wir, die nicht sonderlich schnell emotional werden und auch nicht stark mit den USA verbunden sind, haben Probleme uns diese ganzen Erinnerungen an diesen grausamen Tag anzusehen, anzuhören und zu lesen. Das Überlebende, Angehörige oder auch Amerikaner, die die Anschläge auf ihr Heimatland erlebt haben, mit viel mehr Schmerz, Trauer, Hass und allerlei anderer Emotionen diesen Ort besuchen, ist sehr gut vorstellbar und verständlich. 

Das Wie und Warum

In weiteren Räumen wird die genaue Planung von al-Qaida zu diesen groß aufgezogenen Terroranschlägen beschrieben. Die Behörden haben herausgefunden, welcher Terrorist, wann und wie in die USA eingereist ist. Einige der Attentäter reisten über München ein. Innerhalb von wenigen Wochen, Anfang 2001, reisten alle 19 Terroristen in die Vereinigten Staaten. Um ihren Plan in die Tat umzusetzen, belegten sie Flugstunden, machten teilweise einen Pilotenschein und sammelten Flugerfahrung. Sie studierten die Abläufe am Flughafen, beim Security-Check und im Flugzeug. 

Nach dem 11. September beschuldigte die US-Regierung Osama Bin Laden, für die Anschläge verantwortlich zu sein. Osama Bin Laden war der Führer der Terrororganisation al-Qaida. Allerdings bekannte Bin Laden sich lange nicht zu den Anschlägen, sondern begrüßte diese nur als Willen Allahs.

Drei Tage vor der Wiederwahl von Präsident Georg W. Bush, 2004, wandte Osama Bin Laden sich an die Öffentlichkeit und erklärte, dass weitere Anschläge dieser Art drohen würden, wenn sich die Politik der USA nicht ändern würde. Er warf den USA ihre Unterstützung zu Israel und ihre Politik gegenüber den Palästinensern vor. Am 2. Mai 2011 wurde Bin Laden in einer vom CIA geleiteten Operation erschossen. Grundsätzlich ranken sich unheimlich viele Verschwörungstheorien um 9/11 und die Tötung Bin Ladens. 

9/11 hat vor allem die USA, aber auch die ganze Welt verändert. Wir sind bereits dreimal in die USA eingereist und waren jedes Mal sehr angespannt. Die Interviews bei der Einreise sind nicht ohne. Man hört immer wieder von stundenlangen Verhören und auch Daniel machte 2013 Bekanntschaft mit einem sehr unentspannten Grenzbeamten, der ihn 10 Minuten lang ausquetschte. Wir hatten teilweise das Gefühl, dass jeder Mensch, der in die USA einreisen möchte, erstmal unter Generalverdacht gestellt wird. Es bleibt einfach dieses Gefühl, dass man sich komplett „nackig“ machen muss und die USA immer genau wissen, wo du grade gehst und stehst. Allerdings verstehen wir diese Kontrolle und Strenge nach unserem Besuch des 9/11 Museums und der Gedenkstätte ein kleines bisschen besser. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Mittwoch, 27 März 2019 08:36)

    Schwere Kost, die ihr uns aus dieser pulsierenden Stadt präsentiert. Aber leider gehören auch die erschreckenden Ereignisse des 11. September 2001 dazu. Während eurer Reise wurdet ihr ja mit den schrecklichen Ereignissen der früheren, wie auch der näheren Vergangenheit konfrontiert, sei es in Japan oder auch auf Hawaii. Die Frage die sich unweigerlich stellt: "Warum können nicht alle Menschen friedlich miteinander leben"?

  • #2

    Hildegard van Lier (Mittwoch, 27 März 2019 08:40)

    Hallo ihr Lieben, was für eine Erinnerung, auch wir erinnern uns noch genau daran. Daniel besuchte an diesem Tag seine Oma in Twisteden, wollte sie trösten, weil Opa vor drei Monaten gestorben war. Während dieser Zeit kam kam dann die schrecklichen Nachricht.. Daniel kam nach Hause und zusammen saßen wir dann vor dem Fernsehen und konnten nicht fassen was passiert war. Ja, der 9.11.2001, wird immer in Erinnerung bleiben.