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Geburtstag feiern wie Bilbo Beutlin - Zu Besuch in Hobbiton

„Ich glaube nicht, dass irgendjemand westlich von Bree Lust auf ein Abenteuer hat. Das bedeutet nur Ärger und Scherereien und man kommt zu spät zum Essen.“ - Bilbo Beutlin

Dieses Zitat beschreibt ziemlich gut, worum es in Hobbiton geht und jeder „Der Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ Fan bekommt bei solchen Worten wohl glänzende Augen.

Und hiermit sollte wohl auch klar sein, wer hier heute das Wort ergreift. Daniel natürlich. 

Achtung: Dieser Blogbeitrag enthält Spoiler!

Zum Geburtstag, welcher wirklich schon lange her ist, habe ich von Steffi, meinen Eltern und meinen Schwiegereltern einen Besuch in Hobbiton geschenkt bekommen.

Aber nicht irgendeinen Besuch. Nein, das Abend Banquet. Abendessen im Green Dragon. Mehr geht in Hobbiton einfach nicht.

Dieser Termin musste natürlich fix gemacht werden. Also wussten wir: Am 21.2.2019 stehen wir in Hobbiton vor der Tür. Einer der einzigen fixen Termine auf unserer Reise.

Wie ihr unserem vorherigen Beitrag entnehmen könnt, hatten wir also einen Tag vorher nichts besserer zu tun, als das Tongariro Alpine Crossing, manche nennen es auch „Schicksalsberg Crossing“, ein zweites Mal zu laufen.

Von Mordor ins Auenland, passt doch wie geschmiert, dachten wir uns. 

Als wir allerdings dann am 21. beim Check In standen und die nette junge Dame uns sagte, dass unser Ticket doch für gestern gewesen sei, traf uns beide der Schlag. Was war den da passiert? Wir wissen es nicht. Das Ticket hatten wir beide nicht mehr gecheckt und uns auf den Kalendereintrag verlassen.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was uns für ein Stein vom Herzen fiel, als nach ein paar Telefonaten klar war, dass wir die Tour doch mitmachen konnten. 

Danach mussten wir uns erstmal setzen. 

Hobbiton sollte abgerissen werden

Kurze Zeit später ging es dann auch los. Unsere Gruppe bestand aus ca. 40 Leuten, inkl. Gandalf, Legolas, Frodo und Arwen. Diese illustre Truppe machte das Erlebnis natürlich noch authentischer.  Alle wurden in den Bus verfrachtet und wir fuhren 10 Minuten nach Hobbiton. Ein kleiner Einspieler wurde gezeigt. Alle waren Mucks Mäuschen Still. Die Stimmung war angespannt. Ich glaube, alle waren ein bisschen nervös.

Die ganze fahrt über versuchte jeder, schonmal einen Blick erhaschen zu können. Hobbiton liegt jedoch so zwischen Hügeln versteckt, dass es von aussen kaum einsehbar ist.

Als Peter Jackson 1998 die Farmersfamilie „Alexander“ bat, die Hobbithöhlen auf ihrem Land errichten zu dürfen, fackelten diese nicht lange. 1999 rückte die Armee an, baute eine 1,5km lange Strasse zum Areal und verrückte ein paar Hügel. 

Hobbiton wurde zum Leben erweckt, jedoch mit dem Hintergedanken, es nach den Dreharbeiten wieder ab zu reißen. Somit waren die Materialien größtenteils aus Plastik. 

Die Rechnung wurde jedoch ohne die Fans gemacht. Immer mehr kamen ins Auenland, um sich den Drehort anzuschauen.

2009 beschloß Peter Jackson, „Der Hobbit“ zu drehen und das Dorf neu aufleben zu lassen. Also wurde es runderneuert, diesmal aus Holz und Stein. Und so steht es dort heute noch immer. Es wurden Gärtner eingestellt, um die Anlage in Schuss zu halten und die Touristenmaschinerie läuft auf Hochtouren. 

Die Tour geht los. Ein Schild macht einem deutlich klar: Du bist in Hobbiton. Für mich ein Gänsehaut Moment. 

Und dann stehst Du tatsächlich vor dem ersten Hobbit Haus. Wie cool ist das bitte?

Hier, an dieser Stelle wurde „Der Herr der Ringe“ & „Der Hobbit“ gedreht. Hier hat Peter Jackson Regieanweisungen gegeben. 

Insgesamt wurden 44 solcher Häuser errichtet. Manche größer, mache kleiner. Je nachdem, aus welcher Perspektive gefilmt wurde.

Das wohl bekannteste Haus thront oben auf dem Berg. Das Zuhause von Bilbo Beutlin. Hier hat der Ring der Macht über Jahre im Verborgenen geschlummert, um letztendlich von Frodo nach Mordor gebracht zu werden und ins Feuer geworfen zu werden, in welchem er geschmiedet wurde. 

Über dem Haus steht eine riesige Eiche. Jedoch ist diese künstlich. Die Blätter wurden aus Taiwan importiert und einzeln angebracht. Zu Drehbeginn waren diese deutlich heller. Das war Peter Jackson ein Dorn im Auge, somit wurden alle 200.000 Blätter mühevoll dunkler gemalt.

Irgendwann kommen wir auf dem Festplatz an. Hier hat Bilbo seinen 111. Geburtstag gefeiert, bevor er sich den Ring aufsteckt. Die Festgemeinde reagiert geschockt. Wir erfahren, das die geschockten Gesichter der Gäste nicht geplant waren. In Wirklichkeit ging grade die riesige Geburtstagstorte in Flammen auf und die Szene war so perfekt, dass man sie kurzerhand in den Film einbaute.

Festmahl im Green Dragon

Über die Dorfbrücke ging es dann Richtung Green Dragon, dem örtlichen Pub. 

Hobbits feiern gerne, müsst ihr wissen. Sie trinken gerne Bier und essen viel. Sie lieben das Leben und kosten es in vollen Zügen aus. Für Abenteuer sind sie hingegen nicht so zu haben.

Auch wir essen und trinken gerne und genießen das Leben in vollen Zügen. Deswegen durften auch wir den Abend im Green Dragon verbringen. 

Zur Auswahl stehen 2 Biere, 1 Cider und ein alkoholfreies Ginger Bier. Da wir nicht mehr fahren müssen, werden erstmal 2 Biere geordert und wir schauen uns im Green Dragon um. 

Wie in ganz Hobbiton, liegt die Liebe im Detail.

Schnell ins Gästebuch schreiben, bevor es ans Essen geht. Und hier wird aufgetischt. So wie es Hobbits gerne haben. Viel von allem. 

Es gibt eine kurze Erklärung und einen netten Hinweis: „Wir sind Hobbits, keine Zwerge. Wir werfen unser Essen nicht!“  Schade eigentlich...

Das Essen ist, wie nicht anders zu erwarten, spitze. Super lecker, und passend serviert. Sei es in Tonkrügen, heißen Pfannen oder einem Messer, mit dem man das Hühnchen noch selbst zerteilen soll.

Wir haben alle Zeit der Welt, um uns noch im Green Dragon umzuschauen, bevor es mit Laternen bewaffnet nochmals durchs Dorf geht. Die letzten Eindrücke werden aufgesogen, die letzten Fotos werden gemacht, bevor es zurück in den Bus geht.

Eine super Erfahrung und für mich ein weiteres Highlight auf unserer Neuseeland Rundreise. 

Ein dickes Dankeschön an meine Frau, die diese Wahnsinns Idee hatte, und dank meiner Eltern und Schwiegereltern in die Tat umgesetzt wurde. Die etwa 4 stündige Tour ist natürlich nicht ganz günstig. Aber hat sich sehr gelohnt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Dienstag, 26 Februar 2019 08:06)

    Was für euch mit einer Schrecksekunde.....,oder waren es Minuten (?), begann, ist Gott sei Dank ja nochmal gutgegangen, denn als großer Fan gehört Hobbiton einfach dazu. Kompliment für diesen informativen Bericht, insbesondere für die "Der Herr der Ringe Außenseiter", so konnten wir mit Daniel um die Wette fiebern. Euren Berichten zu Folge, ist Neuseeland einzigartig, ihr habt bei euren Reiseplanungen eine sehr gute Wahl getroffen. Habt weiterhin eine gute "Reisezeit", mit netten Begegnungen und sehenswerten Orten, passt gut auf euch auf! In diesem Sinne: “Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ (Zitat: Bilbo zu Frodo)

  • #2

    Hildegard van Lier (Dienstag, 26 Februar 2019 08:42)

    Oh Gott, was war das dennn bitte? Im Ernst, hätte uns, so glaube ich, auch passieren können. Aber ihr habt ja ein Riesenglück gehabt. Was für eine Tour durch Hobbiton, hätte ich auch gerne gemacht. Da kommen ja sofort Filmszenen in Erinnerung. Ja, ja, wohin die Füße tragen. Man weiß es nie so ganz genau. Und jeder Schritt kann ein Abenteuer bedeuten. In diesem Sinne: Viel Spaß auf eurer Weiterreise. Übrigens, toller Bericht und noch tollere Fotos, danke.