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Übernachtung in der Halong Bucht

Ich öffnete die Augen, schaute Richtung Fenster und sah, das es schon hell war.

Als kleine Transportwurst, der immer und überall schnell schlecht wird, egal ob im Auto, Bus oder eben auf einem Schiff, hatte ich mich schon etwas vor der Übernachtung auf einem Boot gesorgt. 

Das Boot lag aber die ganze Nacht wie ein Brett auf dem Wasser und ich habe geschlafen wie ein Baby. Ich war ganz schön stolz auf mich. 

Ich kletterte aus dem Bett, zog die Vorhänge auf und blickte auf die Karstfelsen und das ruhige Wasser. Wir befanden uns irgendwo mitten in der Halong Bucht.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich knapp 2000 Karstfelsen in der Halong Bucht befinden. Vor ziemlich langer Zeit, als der Meeresspiegel, aufgrund der Verschiebung der Kontinente sank, kamen die Felsen zum Vorschein. 

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

Nachdem das Wetter auf Cat Ba uns einen Strich durch sämtliche Aktivitäten gemacht hatte und wir eigentlich die meiste Zeit im wunderbaren Café "Casa Bonita" verbracht haben, gingen wir Sonntag Morgen, bei Regen und 15 Grad, auf das Boot von Cat Ba Ventures. 

Unsere Motivation hielt sich stark in Grenzen, aber als wir unsere Kabine für die nächsten zwei Tage bezogen, besserte sich die Laune schlagartig. Dieser Ausblick, jetzt schon der Wahnsinn! 

Es dauerte nicht lange, da tuckerte das Boot gemütlich los und wir trafen unsere Gruppe ein Deck höher. 

Unsere Gruppe bestand, mit uns, aus 12 Personen: 6 Deutsche, 1 Kanadierin, 1 Franzose, 2 Engländer und 2 Spanier. 

Wir verstanden uns sofort gut und beim ersten gemeinsamen Mittagessen erfuhren wir bereits einige interessante Dinge über unsere Mitreisenden. 

Während wir durch die Lan Ha Bay, an schwimmenden Dörfern vorbei schipperten, erzählten uns die Spanier, dass sie in Vietnam sind, um ihre Adoptivtochter zu treffen. Sie sind zu zweit nach Vietnam gereist und werden vor Weihnachten zu dritt, mit einem 1,5 jährigen Mädchen, ausreisen. 

Die Engländer reisen in zwei Wochen durch vier Länder und waren davon jetzt schon ganz müde. 

Die deutsche Familie ist mit ihrem 1 jährigen Sohn acht Wochen in Asien unterwegs und Maude ist vorm eiskalten Winter in Kanada geflüchtet. 

Wir finden es immer wieder spannend, andere Reisende kennen zu lernen und ihre Geschichten zu erfahren. So manches Mal haben wir schon unglaubliche Dinge erfahren. 

Mit den Kajaks durch den Regen

Nach dem Mittagessen wurden so langsam die Kajaks klar gemacht. Mit unseren Regencapes bekleidet, stiegen wir vorsichtig in die Plastikboote. Da wir beide noch nie Kajak gefahren sind, war die erste Höhle eine echte Herausforderung für uns. Es war dunkel und wir hatten richtig Gegenströmung. 

Irgendwie schafften wir es zum Ausgang der Höhle, nicht ohne alle zwei Meter links oder rechts am Stein anzuhauen. 

Hinter der Höhle befand sich eine schöne Lagune, umgeben von grün bewachsenen Karstfelsen. 

Insgesamt paddelten wir eine gute Stunde durch die Lan Ha Bay und besuchten zwei weitere Höhlen. 

Da das Wasser schön warm war, gönnten wir uns nach der Kajaktour noch ein kleines Bad. Wir sprangen vom Boot und plantschten ein paar Minuten im Golf von Tonkin. 

Nach einer warmen Dusche mit herrlichem Ausblick, stand auch schon das Abendessen bereit. 

Tag 2 - Danke lieber Wettergott

Nach dem Abendessen haben wir noch ein wenig zusammen gesessen und ein paar Bier getrunkene.

Müde von der vielen Seeluft und wahrscheinlich auch vom Kajaking, schliefen wir schon um 21 Uhr ein. 

Als wir nach einer erholsamen und ruhigen Nacht vom Wecker geweckt wurden, hatte sich der Regen glücklicherweise verzogen. Die graue Wolkendecke hing trotzdem noch über uns, aber immerhin war es trocken. 

Der Instant Kaffee beim Frühstück weckte unsere Lebensgeister und auch die Pancakes schmeckten ganz hervorragend. 

Vom Aufenthaltsraum beobachten wir zwei Schiffsjungs, die über das Deck jagten. Beim genaueren Hinsehen, sahen wir eine Ratte vor den Beiden her flitzen. Ob die Ratte sich noch irgendwo verkriechen konnte oder die Jungs sie von Bord gejagt haben, haben wir nicht ganz mitbekommen. 

Wir lichteten den Anker und fuhren in die Halong Bucht.

Mit einer warmen Jacke konnten wir sogar auf dem „Sonnendeck“ liegen und die vorbeiziehende Landschaft bestaunen. 

Wir fuhren zu einer Höhle, die man nur bei niedrigeren Wasserstand besuchen kann. Es bleibt allerdings nur 1 Stunde Zeit, da sich die Höhle wieder schnell mit Wasser füllt.

Der Guide wollte mit unserer Gruppe in die Höhle kajaken. Na hoffentlich kennt er die Zeiten von Ebbe und Flut. 

Da es so bequem auf den Liegen war und das Panorama auch von hier aus wunderbar zu betrachten war, schwänzten kurzer Hand zehn Leute die Kajaktour. Der Spanier und ein Engländer, rafften sich auf und erzählten uns nachher, was sie erlebt hatten.

Wir waren also so halb dabei. 

Nach dem Mittagessen verließen wir die Halong Bucht, passierten die Grenze zur Lan Ha Bucht und fuhren zurück nach Cat Ba. Kurz vor Cat Ba fuhren wir an schwimmenden Dörfern vorbei, in denen die Menschen in einfachen Häusern leben und konnten einige Fischer bei ihrer Arbeit beobachten. 

Das günstigste Hotel

Ratet mal mit welchem Wetter uns Cat Ba empfing? Genau, mit Regen und 15 Grad. Wir blieben noch eine Nacht länger auf Cat Ba, weil wir nicht im Dunkeln nach Hanoi fahren wollten. Die Busfahrt von Tam Coc nach Cat Ba war schon im Hellen abenteuerlich genug. 

Fröstelnd liefen wir Richtung Hotel. Wir erwarteten nicht viel, denn Cat Ba ist eher ein Durchgangsort. Unser letztes Hotel war nicht so toll. Aber als wir ankamen, war wir positiv überrascht. Dieses Hotel war sauber, die Besitzer waren nett und alles war sehr unkompliziert. Die Übernachtung kostete unfassbare 4€. Wie das möglich ist, können wir uns selber nicht erklären. Definitiv das günstigste Hotel, in dem wir je übernachtete haben und um Längen besser, als unser erstes Hotel auf Cat Ba, welches 12€ die Nacht gekostet hat. 

Den Nachmittag verbrachten wir mit der Planung der Weiterreise im schönen Café "Casa Bonita". Mittlerweile waren wir schon etwas mürbe vom vielen Regen. Immer nass zu sein und das bei herbstlichen Temperaturen geht uns auf Dauer auf den Keks. Nach einem Blick in die Wettervorhersage für Hanoi, buchten wir für Donnerstag einen Flug ins nächste Land. Raus aus Vietnam, raus aus diesem Mistwetter. Wir wollen Sonne und Wärme.

Lena aus Deutschland und Maude aus Kanada, die wir auf der Bootstour kennen gelernt haben, blieben auch noch auf Cat Ba und so trafen wir uns Abends zum Essen. 

Den verregneten Morgen verbrachten wir erneut im "Casa Bonita", bevor wir um 13 Uhr in den Bus nach Hanoi stiegen.

Der Bus spuckte uns 5 Stunden später, im strömenden Regen und Verkehrschaos, in Vietnams Hauptstadt aus. 

Herzlich Willkommen in Hanoi! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Doris und Hannes (Dienstag, 11 Dezember 2018 18:37)

    Wetter schlecht.....Stimmung gut.....und noch viel Zeit für neue Taten.....und besseres Wetter!
    Ihr habt wieder sehr anschaulich in Bild- und Schriftform über Vietnam berichtet und uns teilhaben lassen. Doch nun brecht ihr auf zu neuen Erkundungen und hoffentlich positiven Begegnungen. Wir wünschen euch eine gute Reise und freuen uns auf eure informativen Reiseberichte, passt gut auf euch auf.

  • #2

    Hildegard van Lier (Donnerstag, 13 Dezember 2018 19:36)

    Hallo ihr Lieben, habe jetzt erst den Bericht gelesen. Schon beim lesen geht einem der unaufhörliche Regen auf den Keks. beeindruckend finde ich das Pärchen die als Familie nach Hause fahren. Was für eine Weihnachtsgeschichte. Die Ratte find ich ja wohl ehrlich gesagt iiiii.....
    Na ja. Ach ja, hier ist es übrigens frostig kalt, aber trocken ;-)
    Bis bald.